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Lokalsport Viel Krampf und Kampf beim TuS Celle FC
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21:13 20.12.2015
Die TuS-Spieler Sören Radeke (links) und Tino Schröder hatten das Mittelfeld komplett im Griff und eroberten zusammen viele Bälle.
Die TuS-Spieler Sören Radeke (links) und Tino Schröder hatten das Mittelfeld komplett im Griff und eroberten zusammen viele Bälle.
Celle Stadt

Nach dem zweiten Sieg in Folge war TuS-Trainer Karsten Hutwelker einfach nur froh, dass seine stark ersatzgeschwächte Mannschaft das wichtige "Sechs-Punkte-Spiel" gegen Zeven erfolgreich über die Bühne gebracht hat – beim Abschlusstraining standen dem Ex-Profi nämlich nur sieben Spieler zur Verfügung. "Ein Kompliment für den Kampfgeist an meine Mannschaft. Es gab zwar einige Dinge, die mir nicht gefallen haben, aber heute werden wir nicht das Haar in der Suppe suchen", so Hutwelker. "Einen Schönheitspreis gewinnen wir damit nicht, aber das war auch nicht wichtig."

Neben Steven Neumann (Grippe) standen dem Coach auch Sven Pohlmann (Hochzeit), Nils Speckmann (fünfte gelbe Karte) und Sascha Strohschneider (berufliche Gründe) nicht zur Verfügung. Doch die auf dem Platz stehende Rumpf-Elf zeigte eine starke kämpferische und läuferische Leistung gegen den Tabellenvorletzten. "Es war ein wirklicher Krampf, aber am Ende ein Sieg der Moral", so Stürmer Mathias Winkler.

Obwohl der TuS von Beginn an in der Verteidigung gut stand und bei einem tiefen Platz seine Chance über lange Bälle über die Außen suchte, war es der TuS Zeven, der bei einem Konter das 1:0 hätte erzielen können und nur an Torwart Eike Mach scheiterte. Wenige Minuten später ließ Engin Kiy (13. Minute) nach einer Kopfballverlängerung von Kapitän Matthias Wörner zwei Gegenspieler aussteigen und schippte den Ball elegant in den Winkel. In der 33. Minute erhöhte Winkler auf 2:0.

Doch nach dem Anstoß fiel der TuS in kollektiven Tiefschlaf und kassierte prompt den Anschlusstreffer – ein Eigentor von Marvin Feldmann nach einer scharfen Hereingabe. Nach dem Seitenwechsel zogen die Hutwelker-Jungs weiter ihre Taktik durch und ließen den Aufsteiger nicht mehr ins Spiel kommen. Mit einem schönen Kopfballtreffer erhöhte Oguzhan Cay auf 3:1, Feldmann konnte mit dem 4:1 seinen Fehler in der Abwehr wieder ausbügeln.

Im Vorfeld des Spiels hat Hutwelker seine Unterschrift unter den Vertrag beim TuS gesetzt, über Details wollte der Ex-Profi aber nicht sprechen. Doch seine wage Äußerung deutet auf ein längeres Engagement hin: "Ich bin hier, um was aufzubauen. Ab Januar will ich der Mannschaft, vor allem taktisch, ein anderes Gesicht geben."

Sein letztes Spiel für den TuS hat gestern Tino Schröder (Vertrag aufgelöst) gemacht, der Anfang der Hinrunde zum Verein zurückgekehrt war – wohin er geht, ist noch offen. Zusammen mit Sören Radeke ging er dahin wo es wehtut: Sie stopften vor der Abwehr Löcher, gewannen viele Zweikämpfe und waren sich auch für taktische Fouls nicht zu schade. Schröder: "Es war ein schöner Abschluss einer schwierigen Hinrunde. Ich hoffe, dass die Mannschaft nächstes Jahr da unten rauskommt, denn sie steht da zu Unrecht."

Von Kai Knoche