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Lokalsport Unterlüßer bricht nach Jordanien auf
Sport Sport regional Lokalsport Unterlüßer bricht nach Jordanien auf
13:01 13.06.2010
Oben links Dirk Wilke - oben mitte Markus Widmer - obern rechts Markus Danner - unter links Michael Ritter mein Teamkollege in meinem Auto
Oben links Dirk Wilke - oben mitte Markus Widmer - obern rechts Markus Danner - unter links Michael Ritter mein Teamkollege in meinem Auto Quelle: Veranstalter
Unterlüß

UNTERLÜSS. „Jetzt oder nie“ hat sich der Unterlüßer Dirk Wilke zusammen mit dem Münchner Markus Widmer und den Nürnbergern Markus Danner und Michael Ritter gedacht, als es um die Teilnahme an der legendären Allgäu-Orient-Rallye ging. „Wenn wir jetzt gezögert hätten, hätten wir dieses letzte Abenteuer der Neuzeit wahrscheinlich nie gewagt“, sagt Wilke. So hat sich die Gruppe kurzerhand als Team unter dem Namen „Jetzt oder nie“ bei der 6000-Kilometer-Tour durch 14 Länder angemeldet.

Am 30. April 2010 geht es los. Oberstaufen im Allgäu ist der Startpunkt, Jordanien das Ziel. Schon jetzt ist das Team 43 emsig mit den Vorbereitungen für ihre große Tour beschäftigt. Denn sie haben sich eine Sache fest vorgenommen: Sie wollen gewinnen. „Wir hatten schon mehrere Teamtreffen, bei denen wir Details der Fahrt besprochen haben“, sagt Wilke. Mit Hilfe eines Plans gehen sie die Aufgaben an.

Eine gute Vorbereitung ist auch nötig, denn ein Pappenstiel wird es nicht sein, durch Länder wie Bosnien, Kosovo, Albanien, Mazedonien und Syrien zu fahren. Für genügend Wasser und wichtige Ersatzteile muss gesorgt sein. Auch die Versorgung mit Lebensmitteln und die Übernachtungs-Modalitäten mit Zelt und Schlafsack sind jedem Team selbst überlassen. „Wir werden wohl das ein oder andere Mal unter dem Sternenhimmel übernachten“, sagt Wilke.

Nur Fahrzeuge, die mindestens 20 Jahre alt sind, dürfen an der Rallye teilnehmen. Wilke und Co. haben zwei 500er Mercedes Baujahr 1987 aufgetrieben, sie hergerichtet und matt-schwarz gestrichen.

Ganz ungefährlich wird die Rallye nicht sein. „Wir müssen jederzeit mit Überfällen rechnen. Auf solche Situationen sind wir vorbereitet, haben wir doch Alarmanlagen in den Autos installiert“, so der Abenteurer aus dem Kreis Celle.

„Das Gute daran ist, dass die Rallye nicht nur jede Menge Spaß machen wird, sondern auch noch für einen humanitären Zweck ist. Denn die Fahrzeuge werden in Jordanien bleiben und dort für gemeinnützige Einrichtungen gespendet“, so der 49-jährige Familienvater.

Der sportliche Aspekt spielt für die mutigen Teammitglieder auch eine Rolle. Kondition und Durchhaltevermögen sind ebenso wichtig wie Köpfchen. Denn obwohl die Streckenauswahl jedem freigestellt ist, darf nur auf Landstraßen gefahren werden – und das ohne jegliche Hilfe technischer Geräte wie Navigationssysteme. Der gute alte Kompass und Karten sind da gefragt.

Durch seinen Beruf als Natursteinteppich-Verkäufer kommt Wilke sehr viel herum. Doch richtig Zeit, sich die verschiedenen Länder auch anzuschauen, hat er dabei nicht. Das wird sich bei der Rallye ändern. „Die Rallye ist mal etwas ganz Anderes, weg vom Normalen, rustikal eben“, charakterisiert Wilke das Abenteuer.

Wer nach elf Tagen heil in Jordanien angekommen ist und alle Zusatzaufgaben wie die Wüstenprüfung erfolgreich gelöst hat, dem winkt als Gewinn ein Kamel. Allerdings darf das Kamel nicht ausgeführt, dafür aber im königlich jordanischen Stall besucht werden.

An die 9000 Euro fallen insgesamt an Kosten an. Mit 2300 Euro wird das Team gesponsert, den Rest bezahlen sie aus der eigenen Tasche. Wilke sieht dies gelassen: „Das nehmen wir gerne in Kauf. Wann macht man so etwas schon einmal mit?“

Von Rebekka Schrimpf