Europa-League-Finale

So erlebte ein Nienhäger Frankfurts Siegesnacht

Der Nienhäger Alexander Hass war beim Finale der Europa League dabei. Gefeiert wurde bis in den Morgen. Nur an den Kiosken im Stadion gab es Ärger.

  • Von Lisa Brautmeier
  • 19. May 2022 | 17:00 Uhr
  • 14. Jun 2022
  • Von Lisa Brautmeier
  • 19. May 2022 | 17:00 Uhr
  • 14. Jun 2022
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Sevilla.

Die Feier ging bis tief in die Nacht, an Schlaf war nicht zu denken. Und trotzdem fühlt es sich immer noch an wie ein Traum. Wirklich begriffen haben die Fans von Eintracht Frankfurt den Final-Coup in der Europa League gegen Glasgow Rangers noch nicht. Auch der Nienhäger Alexander Hass, der ein Ticket für das Endspiel in Sevilla ergattert hatte, kann es noch gar nicht richtig glauben, was er am Mittwochabend miterleben durfte.

Spannendes Elfmeterschießen

Nach der Verlängerung stand es 1:1, es ging ins Elfmeterschießen und die Anspannung stieg ins Unermessliche. „Rein vom Nervenkitzel hätte ich mir das gerne erspart“, sagt Hass, der mitten in der Frankfurter Fankurve stand. Aber trotz der Anspannung blieben alle optimistisch, denn die Fans hatten da so eine Ahnung. Nämlich, dass Torhüter Kevin Trapp einen Elfer halten würde. Und genau so kam es auch. Als dann der entscheidende Elfmeter der Frankfurter versenkt wurde, gab es auf der Tribüne kein Halten mehr.

Stille des Glücks

„Die Emotionen waren einfach unglaublich“, so Hass, der in der Nacht zu den letzten gehörte, die das Stadion verließen. Nach dem großen Jubel folgte eine Stille des Glücks. „Als wir aus dem Stadion gingen, herrschte eine sehr ruhige Atmosphäre, die meisten waren still. Man hat versucht, das Erlebte zu sortieren“, sagt Hass, der auch völlig überwältig von den Emotionen war.

Bereits vor dem Spiel hatten sich zehntausende Eintracht-Anhänger am Prado de San Sebastin zum Fan-Fest getroffen. „Mein Highlight war, dass ich Charly Körbel getroffen habe“, so Hass. Die Ticketinhaber marschierten dann gemeinsam Richtung Stadion. 18.000 Schritte legte Hass an diesem Tag zurück. Im Stadion drängten sie sich dann bei sommerlich heißen Temperaturen aneinander. Und das Spiel sorgte mit seiner Dramatik noch zusätzlich dafür, dass der eh schon hohe Puls nach oben schnellte. „Das war schon sportlich“, so Hass.

Kein Wasser an Kiosken

Vor allem, da die Kioske nur bis eine Stunde vor dem Spiel und während der Halbzeitpause geöffnet hatten. Die Fans saßen regelrecht auf dem Trockenen. „So etwas geht gar nicht. Es ging ja nicht um Bier. Die Fans wollten Wasser. Das ist bei 35 Grad einfach fahrlässig“, ärgert sich Hass.

Per "Fahrradkorso" zum Hotel

Die Stimmung war dennoch überwältigend. Fast durchgängig wurde gesungen. So laut, dass im eigenen Block von den ebenfalls stimmgewaltigen Schotten nichts zu hören war. Auch wenn die spanische Polizei Auseinandersetzungen vermeldete, war es doch größtenteils friedlich. „Das war ein richtig schönes Fest für zwei Traditionsvereine. Man wurde überall gut aufgenommen“, sagt Hass, der in der Nacht übrigens mit einem E-Rad zurück zum Hotel musste. Taxis fuhren nicht mehr. Und so ging es klingelnd per „Fahrradkorso“ durch die Gassen Sevillas. Ein paar Mal hat er sich verfahren, aber das stört ja nicht, wenn der Lieblingsverein gerade einen großen Titel geholt hat.

Für Hass geht es erst heute wieder zurück nach Deutschland. Ein wenig hat er das nach dem Triumph bereut, denn den Empfang der Mannschaft in Frankfurt hätte er gerne miterlebt. „Aber vielleicht ist es auch ganz gut, nicht dabei zu sein und hier erst einmal ein bisschen runterkommen zu können“, meint Hass, der nächste Saison wieder auf Reisen gehen kann. Dann spielt die Eintracht nämlich in der Champions Lauge.

Welches war „Das Spiel meines Lebens“?

Sie haben wie Alexander Hass ein besonderes Fußballspiel gesehen? Oder Sie waren bei einem ganz speziellen Wettkampf einer anderen Sportart? Dann sind wir gespannt auf Ihre Geschichte. Für unsere Serie „Das Spiel meines Lebens“ suchen wir Erlebnisberichte mit Fotos über magische Sportmomente, geschichtsträchtige Ereignisse und einzigartige Reisen. Wer ein besonderes Fan-Erlebnis mit unseren Lesern und Leserinnen teilen möchte, kann sich per Mail an sport@cz.de wenden. Bitte erläutern Sie kurz, um welches Spiel es sich handelt. Wir melden uns dann bei Ihnen.