Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Lokalsport SVG Celle plant für die 1. Handball-Liga
Sport Sport regional Lokalsport SVG Celle plant für die 1. Handball-Liga
12:49 13.06.2010
Von Uwe Meier
Celle Stadt

„Nie mehr zweite Liga, nie mehr, nie mehr“ - die Gesänge der Fans nach dem erreichten Aufstieg wollten am Sonnabend in der HBG-Halle nicht enden. Derweil ging SVG-Manager Joachim H. Niederlüke sichtlich zufrieden aber dennoch in Gedanken versunken über die Spielfläche. Mit einem „Dankeschön“ nahm er lächelnd die vielen Glückwünsche entgegen. So ganz bei der Sache wirkte er aber nicht. Hat er bereits an die viele Arbeit gedacht, die nach dem Aufstieg nun auf ihn wartet? Die Antwort bleibt er auch gestern, zwei Tage nach der Partie, schuldig. „Ich hab den Moment genossen“, sagt er am Montag und ein leichtes Schmunzeln huscht über sein Gesicht.

„Nie mehr zweite Liga“ - Niederlüke nimmt den Wunsch der Fans ernst. Nicht zuletzt ist es ja auch sein eigener. Er weiß aber auch, dass die Aufgabe keine leichte sein wird, das SVG-Schiff für die rauhe See in der 1. Liga vorzubereiten und sicher in den Hafen „Klassenerhalt“ zu bringen. Natürlich hatten er und sein Team schon im Vorfeld die Fragen erörtert, was passiert und passieren muss, wenn der SVG den Sprung ins deutsche Handball-Oberhaus schafft. Natürlich war es immer das Ziel gewesen. Natürlich waren im Vorfeld bereits eine Vielzahl von Gesprächen geführt worden, wie das Abenteuer erste Liga zu finanzieren ist, auf welchen Positionen die Mannschaft Verstärkungen erfahren soll und was alles noch so im Umfeld verändert werden müsste. Die entsprechenden Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden.

Gegebene Signale auf Grün stellen

„Durch die Playoff-Situation sind wir gegenüber den Mitkonkurrenten drastisch hinten dran. Die haben ihre Planungen teilweise schon 2008 begonnen“, sagt Niederlüke. Beim SVG kann man erst jetzt in die Vollen gehen. Jetzt hat man etwas in der Hand und kann was vorweisen. Zuvor hieß es oft: „Wir machen das, wenn ihr aufsteigt“ - oder „Steigt erstmal auf. Dann reden wir.“

Nunmehr gilt es, die erhaltenen Signale auf grün zu stellen. Bereits am Sonntag hatte er mit im engsten Kreis zusammen gesessen und über die weitere Vorgehensweise gesprochen. „Wir wollen nicht den Mannschaften folgen, die den Aufstieg mit einem heftigen Negativerlebnis beendet haben. Wir wissen, dass wir es hinkriegen können. Wir werden es mit der ganzen Ernsthaftigkeit, die dazu nötig ist, angehen“, so der SVG-Manager „Es wird für alle, die dazu gehören, ein knochenharter Job.“

Zweitliga-Etat muss Erstligatauglich werden

Der gesicherte und nach Aussagen Niederlückes ausreichende Zweitliga-Etat bildet die Grundlage für den zu erhöhenden Etat für die erste Liga. Und die Erhöhung wird deutlich ausfallen müssen. Genaue Zahlen will der SVG-Manager nicht nennen. Trainer Martin Kahle hatte am Sonnabend von einem sechsstelligen Betrag gesprochen, bei dem mindestens eine 3 vorne stehen muss. „Das ist keine illusorische Zahl“, sagt Niederlüke darauf angesprochen. „Klar ist, dass wir in der ersten Liga nur so weit kommen, wie wir von den Sponsoren unterstützt werden. Es ist grundsätzlich so, dass gute Spielerinnen gutes Geld kosten.“ Ganz davon ab dürfe man aber nicht vergessen, dass „wir eigene Spielerinnen haben, die ihre Leistungsstärke durch den Aufstieg unter Beweis gestellt haben.“ Diesen Kader gelte es jedoch zu verstärken. Dabei ist die Suche auch international ausgerichtet. Deutsche erstligataugliche Spielerinnen seien zum jetzigen Zeitpunkt kaum noch auf dem Markt.

Nach Auskunft von Trainer Martin Kahle sollen eine Torhüterin und zwei bis drei Rückraumspielerinnen den Kader komplettieren. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Pläne des Celler Erstligisten aufgehen.