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Lokalsport SVG Celle landet Überraschungscoup im zweiten Saisonspiel
Sport Sport regional Lokalsport SVG Celle landet Überraschungscoup im zweiten Saisonspiel
14:22 13.06.2010
Von Uwe Meier
Szenen aus dem Spiel in Göppingen
Szenen aus dem Spiel in Göppingen Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

GÖPPINGEN. Erst wurden die Celler Fans vor dem Spiel kreuz und quer durch die Halle geschickt. Trommler sind in der Göppinger EWS-Arena offenbar nicht gern gesehen. Am Ende war allerdings das kleine 20-köpfige Celler Völkchen tonangebend. Singend feierten sie ihr Team, dass zuvor 60 Minuten lang eine Klassepartie abgeliefert hatte und sich mit einem 36:33 (20:14)-Erfolg die ersten Punkte in der Handball-Bundesliga erkämpft hatte.

„Ich kann es noch gar nicht glauben", sagte Desiree Comans kurz nach dem Spielschluss, um dann beim Blick auf die Anzeigentafel doch ein breites Grinsen aufzusetzen. „Am Ende ist es zwar ein bisschen eng geworden, aber diesen Sieg haben wir uns verdient.“

Nahezu optimal war das Team auf die Aufgabe vorbereitet gewesen. Bereits am Vortag angereist, hatte Trainer Martin Kahle ganz offenbar genügend Zeit gehabt, seine Spielerinnen auf den Gegner einzustellen. Willensstark, einsatzfreudig und kampfstark ging es in der EWS-Arena ab, in der Heimspielstätte, in der FA Göppingen nach einer längere Umbauphase eigentlich ein erfolgreiches Comeback feiern wollte. Doch das SVG-Team machte dem Europapokal-Teilnehmer einen dicken Strich durch die Rechnung. „Wir sind als Mannschaft aufgetreten“, sagte Waleria Galouza und machte damit den wohl entscheidenen Unterschied zum Gegner aus. „Die Abwehr hat super gestanden und im Angriff haben wir das gespielt, was zuletzt einfach nicht klappen wollte.“ Am Ende habe zwar etwas die Luft gefehlt, doch „der Sieg ist verdient“, so Galouza.

Das hatte sie recht. Taktik – Kampf – es gab einige Vorteile, die der krasse Außenseiter aus Celle wirkungsvoll ins Spiel geworfen hatte. Und damit hatte man den Gegner ganz offenbar komplett überrascht. Nicht ein einziges Mal hatte Göppingen in Front gelegen. Wie ein Wirbelwind war das SVG-Team durch die Halle gefegt und hat ein kleines Achtungszeichen gesetzt. Obwohl Celle zwischenzeitlich mit neun Toren geführt hatte, war es am Ende doch noch ein bisschen eng geworden. Wie knapp, machte Josephine Techert deutlich, die auf Grund ihrer in der Vorwoche erlittenen Verletzung nicht eingesetzt wurde: „Mir ist soooo schlecht. Auf der Bank zu sitzen ist das Schlimmste.“ Gestern zumindest wird sie es verkraftet haben...

2. Spieltag in der

Bundesliga Frauen

Göppingen –

SVG Celle 33:36

FA Göppingen: Meisl, Schneider –Schulz (3), Breitigner (3), Unseld '(1), Stratmann Ä(3), Stellbrink (2), Schröder (1), Breidert (4), Fritz (4), Dangel (3), Vojtiskova (3), Schmidt.

SVG Celle: Lenz, Jankovic, Grimm (o.E.) – Comans (8), Valyushek (6), Verschuren (6/3), Antonewitch (o.E.), Robben (7), Galouza (7), Loest, Techert (o.E.), Büttner (2), Wildhagen.

Schiedsrichter: Immel/Klein (Tönisvorst), Siebenmeter: 3/0 - 5/3, Strafminuten 0 - 10. Zuschauer: 900.

Torfolge: 0:1 (1.), 2:2 (3.), 3:3 (4.), 3:6 (7.), 4:6 (8.), 4:11 (14.), 6:12 (16.), 8:12 (17.), 9:13 (19.), 9:16 (21.), 11:16 (22.), 11:19 (27.), 14:19 (30.), 14:20 (30.) - 15:22 (33.), 18:25 (37.), 20:25 (39.), 21:26 (41.), 21:29 (43.), 24:33 (47.), 27:33 (51.), 28:35 (52.), 31:35 (57.), 33:35 (60.), 33:36 (60.).

Der Auswärtssieg gibt Selbstvertrauen

Ganz in Rot runter von den Abstiegsplätzen

Die Vorbereitung stimmt: Anweisungen und Tipps von Trainer Martin Kahele umgesetzt

GÖPPINGEN (uwi). Jetzt bloß nicht durchdrehen. Es waren letztlich nur zwei Punkte. Zwei Punkte, die dabei helfen sollen, das der SVG Celle in der Handball-Bundesliga bleibt. Aber wie das Celler Team beim Sieg in Göppingen aufgetreten ist, war schon aller Ehre wert.Vom Anpfiff weg lag der Aufsteiger in Front und das in den neuen roten Auswärtstrikots.

Wie das Team die Partie in die Hand nahm, war schon beeindruckend. In der Abwehr ging es konsequent und kompromisslos zur Sache. Die am Vortag im Abschlusstraining in Bad Wildungen gegebenen Anweisungen und Tipps von Trainer Martin Kahle waren angenommen und umgesetzt worden. Und wie. „Wir müssen die Stellbrink in den Griff bekommen“, hatte er gesagt. „Entweder sie erschießt uns oder sie gewinnt für uns.“ Nun – Stellbrink war bei Göppingen dabei, wurde aber nach nur zehn Minuten ausgewechselt. Ein Werk von Celles Kateryna Valyushek, die die gefährliche Torschützin einfach nicht zum Zuge hatte kommen lassens.

Vielleicht lag es daran, dass der haushohe Favorit einfach nicht in Fahrt und gegen die aufmerksame und hochkonzentrierte Celler Mannschaft Fehler auf Fehler produzierte. Das SVG-Team ließ sich nicht lange bitten. Denn auch im Angriff feuerten die Gäste ein wahres Feuerwerk ab. Frei nach dem Motto jeder Schuss ein Treffer führten die Gäste nach 14 Minuten mit 11:4.

Dann schien sich Göppingen zu fangen. Trainer Aleksandar Knezevic hatte in einer Auszeit sein Team neu eingestellt und die Abwehr auf eine 5:1-Formation umgestellt. Celle brauchte einige Zeit, zum sich auf die neuen Begebenheiten einzustellen. Doch als diese Klippe umfahren war, geriet die Garßener Welle wieder ins Rollen. So manch ein Besucher wird sich zur Pause beim Blick auf die Anzeigetafel die Augen gerieben haben, aber Celle führte tatsächlich mit 20:14.

Doch damit nicht genug. Nach dem Wechsel legte SVG erst richtig los. Auf jede vom Gegner gestellte Antwort hatte man sofort eine Antwort parat. Beim 33:24 (47.) waren alle Zeichen auf Sieg gestellt - und waren es dann doch nicht so richtig. Denn in der Schlussphase ging dem SVG-Team die Puste. Dazu musste man sogar fast zwei Minuten lang in doppelter Unterzahl spielen. Göppingen kam gefährlich nahe - aber nicht mehr nahe genug, um den Celler Sieg in Gefahr zu bringen.

Trainerstimmen

Martin Kahle (SVG Celle): Vor einer Woche hätte ich nicht mal im Traum daran gedacht, dass wir hier gewinnen würden. Ich bin wahnsinnig stolz auf die gesamte Mannschaft. Alle haben sich untereinander unterstützt – auch die, die nicht gespielt haben. Wir hatten durch vorzeitig Anreise eine sehr gute Vorbereitung. Gegen Ende sind wir durch zwei unnötige Zeitstrafen in Bedrängnis geraten. Dadurch hätten wir uns beinahe um den Lohn unserer Arbeit gebracht. Aber wenn alles glatt gelaufen wäre, wäre auch irgendwas falsch. Ich ziehe vor dem Kampfgeist meiner Mannschaft den Hut.

Aleksandar Knezevic (FA Göppingen): Celle hat sehr gut gespielt und verdient gewonnen. Wir haben in der Abwehr nicht kompakt genug gestanden. Und im Angriff waren wir zu hektisch. Ich entschuldige mich bei den Fans, Zuschauer und allen anderen für so ein schlechtes Spiel.