Celle Stadt

SVG Celle droht Auszug aus der HBG-Halle

Jetzt macht die Handball-Bundesliga-Vereinigung Frauen Druck. Sie will die Lichtverhältnisse in der HBG-Halle, die dem Handball-Bundesligisten SVG Celle als Heimspielstätte dient, überprüfen lassen. Sollte die Halle kurzfristig nicht über eine 750 Lux starke Lichtanlage verfügen, wird damit gedroht, dort keine Erstligaspiele mehr zuzulassen. So weit will es der Landkreis Celle nicht kommen lassen. In einem Eilvergabeverfahren soll jetzt dafür gesorgt werden, dass dieses Problem schnellstens vom Tisch kommt.

  • Von Uwe Meier
  • 07. Aug. 2009 | 12:13 Uhr
  • 13. Juni 2022
  • Von Uwe Meier
  • 07. Aug. 2009 | 12:13 Uhr
  • 13. Juni 2022
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Celle Stadt.

Das Szenario hätte Anfang Oktober Wirklichkeit werden können. Für Handball-Erstligist SVG Celle steht das Heimspiel gegen Blomberg auf dem Programm, doch die HBG-Halle ist für Meisterschaftsspiele der ersten Handball-Bundesliga gesperrt. Unglaublich? Keineswegs. Denn genau das hatte der Vorsitzende der Handball-Bundesliga-Vereinigung Frauen (HBVF), Bernd Dugall, in einem Schreiben an SVG-Manager Joachim H. Niederlüke angedroht. Sollte die Beleuchtungsanlage in der Halle zum Saisonstart nicht auf die erforderlichen 750 Lux gebracht werden, so bliebe der HBFV in Anlehnung an die Durchführungsbestimmungen nur noch die Möglichkeit „die Halle für Meisterschaftsspiele nicht mehr zuzulassen“. Spätestens nach dem zweiten Spieltag wäre demnach für Bundesligabegegnungen in der HBG-Halle Feierabend gewesen.

Doch soweit wird es wohl offenbar nicht kommen. „Eines steht doch völlig außer Frage“, teilte Ulf Keller, Pressesprecher des Landkreises, gestern nach Rücksprache mit dem stellvertretenden Landrat Matthias Krüger mit, „auch für den Landkreis ist es ausgesprochen wichtig, dass die Spiele des SVG in Celle stattfinden können“. Das Schreiben vom HBVF-Vorsitzenden hätte laut Keller für einen neuen Sachverhalt gesorgt, der die Angelegenheit als „besonders eilbedürftig“ einstuft. Der Landkreis arbeite nunmehr an verschiedenen Möglichkeiten, wie eine möglichst schnelle Umsetzung erreicht werden kann. Es sei aber zu beachten, dass die HBG-Halle in erster Linie zur Nutzung des Schulsportes dient. Eine besonders enge Abstimmung mit dem Hermann-Billung-Gymnasium sei daher zwingend notwendig.

Ursprünglich waren die Umrüstungsmaßnahmen für die Beleuchtung in den Herbstferien (5. bis 17. Oktober) vorgesehen. Für SVG hätte das bedeutet, dass spätestens im dritten Heimspiel keine Heimspielstätte mehr zur Verfügung steht. „Das wäre mehr als enttäuschend. Neben einer Geldstrafe im vierstelligen Bereich müssten wir dann wohl nach Hannover umziehen“, sagte Niederlüke, der in einem Schreiben an Landrat Klaus Wiswe die Problematik deutlich gemacht hatte. Er bat darin mit „absoluter Vordringlichkeit alles Notwendige zu tun, um auch einem enormen Imageverlust vorzubeugen“.

Für Celles 1. Bürgermeister Udo Hörstmann (CDU), der zuletzt bereits den Zeitplan für die Renovierung, die sich bis Ende April 2010 hinziehen soll, kritisiert hatte, sind die jetzt auftretenden Probleme letztlich hausgemacht. „Das alles war doch schon mit dem Aufstieg des SVG im Mai bekannt. Doch wenn man es gerade mal schafft, in sechs Wochen Sommerferien Steckdosen zu reparieren und Teppiche an die Wand zu kleben, muss man sagen, dass es im freiberuflichen Bereich etwas zügiger vonstatten geht.“ Die Stadt Celle hatte für die insgesamt rund 240000 Euro umfassenden Renovierungsarbeiten kurzfristig 110000 Euro bereitgestellt. Insgesamt sollen sich die Kosten für die Renovierung der Halle auf rund 240000 Euro belaufen.

Die CDU-Kreistagsfraktion hält die Kritik des Parteikollegen aus der Stadtfraktion für übertrieben. „Nach unseren Informationen ist die Kreisverwaltung bemüht, die notwendigen Maßnahmen sehr zeitnah umzusetzen und damit die berechtigten Interessen des SV Celle Garßen und der Schule (Sportbetrieb) in Einklang zu bringen“, so Thomas Adasch. Gleichzeitig gehe man davon aus, dass die Bundesliga-Anforderungen umgesetzt werden.