Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Lokalsport Robben: „Letzter Platz ist schon bitter“
Sport Sport regional Lokalsport Robben: „Letzter Platz ist schon bitter“
13:42 13.06.2010
Von Uwe Meier
Spielszenen aus Leipzig
Spielszenen aus Leipzig Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

Mit dem Gang in die 2. Liga mussten die Spielerinnen des SVG Celle bereits vor dem letzten Spieltag rechnen. Nach den zuvor vergebenen Matchbällen gegen die direkten Konkurrenten Trier und Sindelfingen war eigentlich klar gewesen, dass nur ein kleines Wunder den Aufsteiger vor dem sofortigen Abstieg würde retten können. Nachdem mit der Niederlage beim HC Leipzig endgültig alle „vielleicht“, „könnte doch sein“ und „rechnerisch ist noch alles möglich“ aus dem Wortschatz der Optimisten gestrichen werden mussten, tat der Abschied aus dem Handball-Oberhaus dann doch weh.

„Vor gut sechs Wochen hatten wir von den Abstiegskandidaten noch die besten Karten in der Hand“, sagt Mannschaftskapitänin Jolanda Robben im Rückblick. Tatsächlich hatte das SVG-Team vor den „Spielen der Wahrheit“ noch auf Rang neun gestanden. „Dass wir jetzt sogar als Tabellenletzter absteigen, haben wir eigentlich nicht verdient. Das ist bitter und sehr, sehr hart.“

Doch es ist nun einmal so. Jetzt gilt es sich der neuen Aufgabe zu widmen und für deren Erfolg die entsprechenden Weichen zu stellen. „Wir schauen nach vorn“, sagte Manager Joachim H. Niederlüke. „Wir wissen ziemlich genau, was wir wollen und was wir dafür machen müssen.“ Natürlich schwebt ihm vor, dass die SVG-Mannschaft in der kommenden Saison in der 2. Liga wieder angreift und einen erneuten Aufstieg versucht. „Die Rückkehr nach oben ist aber nicht selbstverständlich“, sagt Jolanda Robben. „Die Mannschaft muss schon stimmen.“

Nicht nur deshalb hatte man beim SVG in den vergangenen Wochen Gespräche mit den Spielerinnen darüber geführt, die Ende Juni auslaufenden Kontrakte zu verlängern. Bisher offenbar ohne durchschlagenden Erfolg. Mit Nastja Antonewitch hat erst eine Spielerin aus dem jetzigen Kader ihren Vertrag in Celle verlängert.

Jolanda Robben sieht darin allerdings kein großes Problem „Es ist doch verständlich, dass bisher alle gewartet haben“, sagt wie. „Niemand wusste doch, wo wir in der nächsten Saison spielen.“ Es sei aber niemand im Team, der unbedingt aus Celle weg wolle. Sicher hätte es hier und da immer mal Unstimmigkeiten gegeben. Doch insgesamt würde das Paket schon stimmen. Ihrer Einschätzung nach fühlen sich die Spielerinnen hier wohl. „Aber sportlich gesehen gibt es hier eben keine 1. Bundesliga mehr“, sagt Robben. Insofern seien sicherlich Spielerinnen dabei, die sich jetzt Gedanken darüber machen müssen, ob sie den Verein wechseln, um weiterhin Erstliga-Handball spielen zu können. „Ich denke aber, dass in den nächsten Tagen einige Entscheidungen fallen werden.“ Sie selbst kann sich eine vierte Saison beim SVG vorstellen, wenn denn die Perspektiven stimmen.

Auch sie wird sich in Kürze entscheiden müssen. Zumindest dann, wenn die Vorstellung von Manager Niederlüke umgesetzt werden. Möglichst in der kommenden Woche sollen ein großer Teil der Personalentscheidungen gefallen sein.

Trainer Martin Kahle befürchtet, dass einige Spielerinnen weggehen werden. „Ich bin mal gespannt, was da so passiert“, sagt der Coach, der nach den 22 Saisonspielen und unzähligen Trainingseinheiten derzeit „ein bisschen leer“ und daher froh ist, dass jetzt erstmal eine etwas ruhigere Zeit einkehrt. Gleichwohl ist er sich im Klaren darüber, dass „wir zusehen müssen, schnellstmöglich eine schlagkräftige Mannschaft für die nächste Saison zusammen zu bekommen“. Derweil geht der Trainingsalltag weiter. Freilich in leicht abgespeckter Form aber ein wenig schon in Vorbereitung auf die nächste Saison, in der, so scheint es zumindest, eine veränderte SVG-Mannschaft in der 2. Liga antritt.