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Lokalsport Ligareform macht’s nötig – Die Hälfte steigt ab
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18:53 25.06.2010
Von Uwe Meier
Celle Stadt

Seit etwas vier Jahren wird in Handballkreisen intensiv über eine Ligareform diskutiert. Verschiedene Modelle wurden erarbeitet, diskutiert und dann wieder verworfen. Doch nun ist die eingleisige 2. Handball-Bundesliga Frauen endgültig auf den Weg gebracht worden. Bei der Mitgliederversammlung der Handball-Bundesliga-Vereinigung Frauen stimmten 13 Zweitligisten für die Einführung einer eingleisigen Zweitligastaffel ab der Saison 2010/2011. Damit ist auch die zuvor favorisierte Variante vom Tisch, während eine Einführungsphase regionale Aspekte nicht außer acht zu lassen. Der Schnitt folgt sofort und er wird heftig. In rein sportlicher Hinsicht macht die Eingleisigkeit sicherlich sind. Der Sprung aus der Zweitklassigkeit ins Handball-Oberhaus wird nicht mehr allzu groß sein. Doch ob und wie die Vereine die deutliche höheren finanziellen Aufwendungen tragen können, bleibt abzuwarten. Allein mehrere Fahrten von weit über 700 Kilometern kommen auf die Mannschaften zu. „Es werden Reisekosten zu Erstliga-Bedingungen entstehen“, glaubt auch der Manager des SVG Celle, Joachim H. Niederlüke,. der die sportlichen Aspekte, die hinter der der Zusammenlegung von Nord- und Südgruppe stehen, durchaus nachvollziehen kann. Aber angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Begebenheiten hält er den Zeitpunkt für die Einführung der eingleisigen 2. Liga für falsch. „Es besteht ganz klar die Gefahr, dass der eine oder andere Verein finanziell den Bach runtergeht“, sagt Niederlüke. Die 2. Bundesliga Frauen sei auf keinen Fall mit die der Herren zu vergleichen. „Dort gibt es einen ganz anderen finanziellen Hintergrund.“

Für finanzkräftige Teams aus dem Süden ist die Zusammenlegung wohl kein größeres Problem. Doch für die Vereine aus der Nordgruppe, die allgemein nicht unbedingt über eine überlaufende „Kriegskasse“ verfügen, könnte es ein Tanz auf dem Drahtseil werden. Es steht zu befürchten, dass sich ein Trend verstärkt und Vereine allein auf Grund ihrer finanziellen Möglichkeiten auf einen Start in der 2. Liga verzichten werden – siehe PSV Recklinghausen in der abgelaufenen Spielzeit.

Bis es soweit ist, steht vorerst noch eine Spielzeit auf dem Programm, die überaus spannende zugehen dürfte. Sowohl aus Süd- und Nordgruppe werden jeweils sechs Mannschaften absteigen müssen. Die Hälfte der derzeitigen Zweitligisten wird es also erwischen. „Das wird ein schönes Hauen und Stechen geben“, so Niederlüke.

Celles Trainer Martin Kahle möchte sich mit der Problematik vorerst gar nicht beschäftigen. Vielmehr stehe erst einmal die nächste Saison im Mittelpunkt. „Und da wollen wir schon die Playoffs erreichen.“