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Lokalsport Kraftpaket und Kalorienzähler: Marco Hartwich stemmt am meisten
Sport Sport regional Lokalsport Kraftpaket und Kalorienzähler: Marco Hartwich stemmt am meisten
14:46 13.06.2010
Winsen (Aller)

Marco Hartwichs Liebe zum Eisen währt bereits seit über 30 Jahren. Im Alter von elf Jahren seien „Hanteln ins Haus gekommen“, erinnert sich der 42-Jährige Winser. Hartwich trainierte ein wenig mit ihnen herum – und ist ihnen bis heute treu geblieben. Allein ihr Gewicht hat sich mit den Jahren dramatisch gesteigert: Was der Teenager seinerzeit stemmte, würde dem Kraftsportler heute wohl kaum noch zum Aufwärmen genügen: 220 Kilogramm bewältigt Hartwich beim Bankdrücken und sicherte sich kürzlich in Elmshorn erneut nach 2009 den Titel des Deutschen Meisters.

Für Hartwich ist das vor allem Lohn für das aufwendige Training. Vier- bis fünfmal wöchentlich absolviert der 1,94 Meter-Hüne einen zweistündigen Kraftakt in einem Winser Fitness-Studio, meist unterstützt von seinem Trainingspartner, dem deutschen Bankdrückmeister in der Altersklasse über 50 Jahre, Peter Sammrey.

Kniebeugen mit 150 bis 200 Kilogramm, Bankdrücken mit über 200 Kilogramm – solche Urgewalten verschlingen reichlich Energie. „Ich esse sechsmal täglich“ erklärt Hartwich. Mit etwa 6000 Kalorien pro Tag in Form von Steaks, Nudeln, Kartoffeln und Eiweißshakes hält Hartwich seine 138 Kilogramm Körpergewicht bei Laune. Was nach einem kohlenhydratreichen Martyrium klingt, ist die Überlebensstrategie des Kraftsportler, mehr noch: Es sei sogar „Entspannung“, wie er zugibt. „Früher habe ich es einfach nur aus Spaß gemacht, heute kann ich mich dabei wirklich entspannen.“ Zum Beispiel von den Mühen seines Berufs. Schließlich arbeitet Hartwich als Gerichtsvollzieher und hat seinen eigenes Gebiet. „Ein schöner Ausgleich zur Arbeit“, sagt Hartwich, der längst neue sportliche Ziele ins Auge gefasst hat.

Zum einen ist er durch den Meistertitel auch für die im September stattfindende Bankdrück-WM in Prag qualifiziert. Hier unter die besten 20 zu gelangen wäre „super.“ Zudem plant der 200 Kilogramm-Bezwinger, beim deutschen „Strong Man“-Wettbewerb anzutreten – einem kraftstrotzendes Spektakel, bei dem die Teilnehmer Baumstämme heben, Lkws ziehen oder Steinkugeln bewegen müssen. „Ich bereite mich schon darauf vor“, sagt Hartwich, der sich zu diesem Zweck einen Baumstamm und einen Gesteinsbrocken in den Garten bringen ließ. Vor elf Jahren nahm der Muskelmann bereits an den modernen Gladiatorenkämpfen teil und wurde elft-stärkster Mann Deutschlands. Damit, dass er dieses Ergebnis wiederholen kann, hält sich Hartwich vornehm zurück. „Mit Anfang 40 dauert die Erholung der Muskeln länger.“ Dass er indes keineswegs Kraft verloren hat – im Gegenteil – übergeht das 42-jährige Kraftpaket diplomatisch: „Ich befinde mich noch in der Aufbauphase“, sagt Hartwich lächelnd.

Von Eike Frenzel