Europa League

Nienhäger Frankfurt-Fan ergattert Final-Tickets

Tickets für das Endspiel der Europa League sind rar, aber der Nienhäger Alexander Hass ist in Sevilla mit dabei. So ist die Stimmung vor dem großen Finale.

  • Von Lisa Brautmeier
  • 18. Mai 2022 | 09:00 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Lisa Brautmeier
  • 18. Mai 2022 | 09:00 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Sevilla.

Über 30 Grad locken Zehntausende auf die Straßen Sevillas. Zehntausende Fans, die seit Tagen die Stadt unsicher machen und sich unter die spanische Bevölkerung und normalen Touristen mischen. Auch der Nienhäger Alexander Hass ist seit Montagabend in Sevilla. Er bereitet sich auf eines der für ihn bedeutendsten Fußballspiele seines Lebens vor. Wenn Eintracht Frankfurt, sein Herzensverein, am Mittwoch um 21 Uhr das Endspiel der Europa League gegen Glasgow Rangers bestreitet, gehört Hass zu den Glücklichen, die eine Karte ergattert haben.

Auch ohne Tickets nach Sevilla

UEFA-Banner zieren die Stadt, lautstarke Fangruppen bereiten sich auf das Finale vor. Erwartet werden bis zu 50.000 Eintracht-Fans – auch ohne Tickets. Anhänger des Gegners werden sogar noch mehr erwartet. „Schon der Flieger war voll mit Schotten“, sagt Hass, der von Hamburg über Barcelona anreiste. Das Flugticket hat der 52-Jährige bereits nach dem Triumph im Viertelfinale gebucht. Das Risiko musste sein. Denn kurz vor dem Finale gab es kaum noch Flüge, geschweige denn bezahlbare Hotelzimmer. Das Ticket für das Spiel hat Hass über seinen 2006 gegründeten Fanklub EFC Nord erhalten.

Die Sache mit dem Kilt

Noch ist alles friedlich. „Das Schöne ist, dass die Fans auf Augenhöhe sind“, sagt Hass. Gemeinsam wird vorm Spiel geredet, gefeiert, Fotos zusammen gemacht. Nur bei einer Sache werden die Schotten doch etwas unfreundlicher. „Wenn man sie fragt, ob sie denn beim Spiel Kilt tragen, kommt das nicht so gut an“, hat Hass festgestellt. Beide Fanlager sorgten in jedem Spiel bislang für eine fantastische Atmosphäre. Die wird am Mittwoch nicht nur im Heimstadion des FC Sevilla zu spüren sein, sondern in der kompletten Stadt. Wer es nicht ins Stadion schafft, sammelt sich zum Fanfest auf dem Prado de San Sebastin zum Public Viewing.

Schon in Barcelona dabei

Es sind zwei Traditionsklubs, die sich gegenüberstehen. Aber für beide ist es eine Seltenheit, in einem Finale auf internationaler Bühne zu stehen. Hass war bei möglichst vielen Spielen in der Saison dabei. „Als Eintracht-Fan ist man ja nicht gerade verwöhnt mit Titeln und internationalen Spielen“, sagt er.

Auch beim Viertelfinal-Rückspiel in Barcelona war der Nienhäger vor Ort. Damals hatten die Fans das Camp Nou regelrecht eingenommen. „Die Atmosphäre damals war sensationell. Es hat sich wie ein Heimspiel angefühlt“, sagt Hass. So viele Fans dürfen dieses Mal zwar nicht ins Stadion, aber alle werden sich vorab zu einem Fanmarsch treffen und sich gemeinsam aufs Spiel einstimmen. Hass glaubt natürlich an einen Sieg: „Wir gewinnen 2:1.“