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Lokalsport Doppelsieg der Eis-Exoten: Kufen-Cracks siegen in den Bergen
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14:57 13.06.2010
Celler Eisschnellläufer. Olaf Hermann beim abschließenden 3000 m Rennen in Müchen. - -
Celler Eisschnellläufer. Olaf Hermann beim abschließenden 3000 m Rennen in Müchen. - - Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

Knapp dreieinhalb Stunden Fahrtzeit liegen zwischen München und dem schweizerischen Nobel-Wintersportort Davos. Doch die drängendsten Fragen, die sich die Celler Eisschnellläufer Olaf Hermann und Thomas Rumpf in und nördlich der Alpen anhören mussten, lauteten stets gleich: Ihr kommt aus Celle – gibt es da überhaupt Eis?

Die Antwort lieferten die beiden – in alpinen Gefilden gern als Exoten abgestempelten – Mitglieder des Celler Skate-Teams umgehend: Auf dem Eis. Denn sowohl in der dünnen Luft von Europas höchstgelegenem Ort Davos während des 11. internationalen Masters-Kriterium der Eisschnellläufer als auch in München bei den deutschen Meisterschaften der Masters hinterließen die Sportler aus dem Flachland eine schock-gefrostete Konkurrenz in der Altersgruppe über 45 Jahre.

Zunächst hatte es danach allerdings kaum ausgesehen. Thomas Rumpf musste in Davos als erster an den Start und absolvierte ein passables Rennen über 500 Meter. Olaf Hermann hingegen erwischte mit einer Kufe einen Riss im gefrorenen Geläuf und stürzte – mit einem beschädigten Schlittschuh humpelte er ins Ziel.

Mit heilen Kufen startete Hermann am zweiten Wettkampftag seine Aufholjagd und nahm promt Teamkollegen Rumpf die Führung in der Altersklasse nach einem famosen 1000-Meter-Rennen wieder ab. Der finale Lauf über 3000 Meter auf der größten Natureisbahn Europas entwickelte sich zum Zweikampf Rumpf-Hermann, den der anfangs arg ausgebremste Hermann für sich entscheiden konnte. Rumpf als Zweiter machte den Celler Doppelsieg bei den Masters perfekt.

Den Schwung aus Davos, angereichert mit einem gleichzeitig absolvierten Höhentraining, konnte Olaf Hermann mit Blick auf die wenig später stattfindenen Deutschen Meisterschaften in München am besten konservieren. Während des als Vierkampf über die Distanzen 500, 1000, 1500, und 3000 Meter ausgetragenen Wettbewerbs bewies der 46-Jährige nicht nur exzellente Gleitfähigkeiten, sondern auch einen starken Kampfgeist. Hermann hatte bereits die 500 und 1500 Meter dominiert, als ihn ein Sturz über die Kilometer-Strecke aus der Meisterschaft zu werfen drohte. Nach dem Einschlag in der Seitenbande berappelte sich der Celler jedoch wieder und beendete noch als Sechster sein Rennen.

Trotz Prellungen riskierte der Bruchpilot des Vortages im Finale über 3000 Meter alles – und siegte mit zehn Sekunden Vorsprung auf seinen Gegner aus Mannheim. Der schmerzhafte Sieg bedeutete gleichzeitig den wiederholten Meistertitel für Hermann, während Rumpf auf dem siebten Rang landete.

Von Eike Frenzel