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Deshalb ist Holger Brandes aus Scharnhorst leidenschaftlicher Tennisspieler

14:00 30.04.2021
Holger Brandes große Leidenschaft gilt nicht nur dem Tennis, sondern auch dem Tischtennis und Golf.
Holger Brandes große Leidenschaft gilt nicht nur dem Tennis, sondern auch dem Tischtennis und Golf. Quelle: Oliver Knoblich
Scharnhorst

Er sitzt im Garten seines Hauses in Scharnhorst und genießt Ruhe und Sonnenstrahlen. Normalerweise hat Holger Brandes dazu wenig Gelegenheit. Neben seiner beruflichen Tätigkeit als zuständiger Schornsteinfegermeister im Bezirk Wienhausen ist der 52-Jährige in seiner Freizeit aktiv und ehrenamtlich in Sachen Sport unterwegs. Er liebt es, beim Tennis auf der roten Asche zu stehen und den gelben Filzball über das Netz zu befördern. Nebenbei spielt er auch noch Tischtennis und Golf.  

Ehrenamtlich in mehreren Ämtern aktiv 

 „Derzeit läuft jedoch alles nur auf kleiner Sparflamme“, sagt er über seine Freizeitbeschäftigungen und fügt einen Wunsch an, den er sich mit vielen anderen Sportbegeisterten teilt: „Ich hoffe, dass wir bald wieder richtig loslegen können.“ Neben seinen sportlichen Aktivitäten ist Brandes seit 20 Jahren Jugendwart der Tennisregion Südheide und gleichzeitig deren zweiter Vorsitzender. Dazu leitet er die Tennissparte des TuS Eschede. Trainerstunden gibt der ausgebildete Oberschiedsrichter ebenfalls noch. „Aber längst nicht mehr so viel wie früher einmal“, sagt er. Dafür fehlt dem 52-jährigen zweifachen Familienvater letztlich die Zeit. Denn neben verschiedenen Funktionen bei regionalen Tennisveranstaltungen ist er auch auf internationalem Parkett im Einsatz. Bei internationalen Events auf Mallorca und Österreich fungiert er als Teil der Turnierleitung. „Das ist zwar alles ziemlich viel. Aber es macht auch Spaß.“ Er schaut eben nicht nur zu: „Ich bin gerne aktiv und helfe gerne mit. Ich mag es, Dinge mitzugestalten und weiterzuentwickeln. Manchmal fehlt mir in meinem Wortschatz wohl das Wort „nein“.  

Ein Foul beendet seine Karriere als Fußballer 

Sport gehörte für Holger Brandes schon immer dazu. Im Alter von sechs Jahren hatte er mit Tischtennis begonnen. Wenig später stieg er auch als Fußballer beim TuS Eschede ein. „Wirklich gut war ich darin aber nie. Ich habe mehr gebolzt“, erzählt er. Und als ihm als B-Jugendlicher auf dem damaligen Escheder Schotterplatz, dem heutigen B-Platz, in einem Spiel von einem Gegenspieler „die Beine wegrasiert“ wurden und er sich schmerzhafte Abschürfungen zugezogen hatte, war damit Schluss. „Das war es dann für mich“, erklärt Brandes über seine Fußballerkarriere. Tischtennis spielt er allerdings noch heute. Er steht an Position eins des Escheder Kreisligateams. „Aber trainieren tue ich dafür nicht. Ich spiele nur noch und profitiere dabei von einer guten Ausbildung, die ich als Jugendspieler genossen habe“, sagt er mit einem Lächeln. 

Holger Brandes große Leidenschaft gilt dem Tennissport 

Seine große Leidenschaft gilt dem Tennissport, den Brandes im Alter von 16 Jahren für sich entdeckt hatte. „Dem Sport bin ich seitdem bis heute verfallen“, gibt er zu. Erste Schläge absolvierte er zusammen mit einem Freund auf dem „Gummiplatz“ auf der Sportanlage am Brunshagen. Zu einer Zeit, zu der direkt neben dem Escheder Sportplatz Tennisplätze entstanden. Erste Trainerstunden gab es in der Lachendorfer Tennishalle. „Mein Vater meinte damals, dass wenn ich Tenns spiele wolle, es auch richtig lernen muss. Das habe ich dann versucht.“ Punktspiele absolvierte Brandes allerdings vorerst für TV Hohne-Spechtshorn. „Da gab es eine ganz gute Jugendmannschaft, in der ich gespielt habe“, erklärt Brandes. Später stand er im Erwachsenenbereich auf Verbandsebene auf dem Platz. 

Als Schornsteinfeger auf den Dächern unterwegs 

Beruflich ist er als Schornsteinfeger unterwegs. Eine Ausbildung dazu hatte er nach seiner Schulzeit sowie der Handelsschule bei seinem Vater Otto Brandes gemacht. Nach Abschluss der Lehre und einigen Jahren als Geselle machte Brandes seine Meisterprüfung und übernahm den Bezirk Wienhausen. „Natürlich bin ich auch noch auf den Dächern unterwegs. Dazu erledige ich natürlich alle Aufgaben, die ein Bezirksschornsteinfeger sonst noch so machen muss. Das ist ein Fulltimejob. Ich habe gut zu tun“, sagt er. 

Einsatz für die Gemeinschaft vom Vater abgeguckt 

Dass er sich daneben ehrenamtlich für die Gemeinschaft einsetzt, „ist wohl von meinem Vater abgefärbt.“ Auch der hatte sich ehrenamtlich betätigt, war im Sport- und Schützenverein aktiv, mit der Feuerwehr im Einsatz und engagierte sich in der Politik. Einen Unterschied zwischen den beiden hat Sohn Holger dennoch ausgemacht. „Er ist eher dabei immer ziemlich ruhig geblieben. Ich bin dagegen schon aufgeregter. Dinge, die mir nicht passen oder die nicht so richtig funktionieren, wie sie sollen, werden von mir klar angesprochen. Das kommt nicht immer so gut an“, gibt er zu. 

Angst vor Niederlage gegen Sohn Janis beim Schach 

Von seinem Vater Otto hatte Brandes auch das Schach spielen übernommen. „Ich hatte damals sogar einen Schachcomputer.  Der konnte irgendwann nicht mehr gegen mich gewinnen. Ich habe ihn geknackt“, sagt der 52-Jährige, der das Schachbrett aber inzwischen zur Seite geschoben hat. Zwar forderte ihn sein 18-jähriger Sohn Janis, der als passabler Schachspieler gilt, immer mal wieder heraus. „Aber ich lehne ab. Ich möchte lieber weiter in dem Glauben bleiben, dass ich das noch kann. Ich will nicht verlieren“, sagt Vater Holger mit einem Lachen. 

Lieber Golf spielen als nur im TV gucken 

Er tummelte sich viel lieber auf und in Sportstätten herum. Vor einigen Jahren hat er zudem Golf für sich entdeckt. „Ich wusste, dass ich mit Ball und Schläger ganz gut klarkommen. Golf hat mich schon immer irgendwie fasziniert. Ich wollte das nicht nur im TV gucken. Also habe ich damit angefangen.“ Ganz ohne Tennis kam er bei seinem weiteren Hobby, das er beim Golfclub Herzogstadt Celle betreibt, nicht aus. „Da kenne ich viele, die mir schon aus dem Tennis bekannt sind.“ Dieser Sport bleibt seine Nummer eins. Sicherlich auch, weil seine Tochter Melisa (12 Jahre) eine talentierte Spielerin ist. „Sie spielt ganz gut“, sagt er. Trainingseinheiten in Wolfsburg oder Bremen gehören dazu. Die wöchentlichen Fahrten dorthin teilt sich Holger Brandes mit seiner Frau Heike. „Sie macht das öfter. Aber ganz allein kann ich sie das auch nicht machen lassen.“ 

Hoffnungen auf große Turniere in Österreich und auf Mallorca 

Doch insgeheim hofft er darauf, dass es endlich wieder losgehen kann mit dem Sport. Dann wird er oft zu Turnieren unterwegs sein. Im September stehen eigentlich auch wieder in Mallorca mit den Senior Open, die größte Veranstaltung ihrer Art in Europa, sowie in Österreich die ITF Seniors Open in Feld am See auf dem Programm. Da möchte er gern als Teil der Turnierleitung dabei sein. Ruhige Momente im heimischen Garten dürften dann wohl wieder deutlich seltener werden. 

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