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Lokalsport Celler Oilers gewinnen in Hamburg
Sport Sport regional Lokalsport Celler Oilers gewinnen in Hamburg
14:09 13.06.2010
Von Jürgen Poestges
Celle Stadt

CELLE (cz). Dass man einen Torwart beim Eishockey nicht attackieren darf, ist ein ungeschriebenes Gesetz in dieser Sportart. Wenn dies doch geschieht, ist oftmals eine Massenkeilerei die Folge. So auch in der Partie zwischen den Hamburg Crocodiles 1b und den Celler Oilers, die die Gäste am Ende mit 8:4 (2:1, 1:2, 5:1) gewannen und damit ihren dritten Sieg in Serie landeten. In der 34. Minute kam es zum Eklat. Die Oilers führten mit 3:1, als Nenad Rogic einen Konter der „Krokodile“ unsanft stoppte und der Schiedsrichter auf Penalty entschied. Oilers-Keeper Jens Turre blieb im Duell mit dem Hamburger Kai Wierzbinski Sieger. Der war darüber offenbar derart gefrustet, dass er den Torwart im Anschluss bedrängte. Sofort sprangen mehrere Spieler der Oilers über die Bande, um und ihren Schlussmann zu schützen. Die Crocodiles ihrerseits wollten ihren Spieler nicht im Regen stehen lassen und warfen sich ebenfalls ins Getümmel.

Die wilde Prügelorgie dauerte mehrere Minuten, die Schiedsrichter waren nicht mehr Herr der Lage und konnten nur noch zuschauen. Insgesamt war das Spiel für 15 Minuten unterbrochen, als die Referees dann mehrere Spieldauer-Disziplinarstrafen aussprachen. Bei den Oilers traf es Kapitän Wadim Jeshow, Oleg Pede und Andre Esser. „Es war das von mir erwartet unfaire Spiel gegen den Tabellenletzten. Es ist ein Grundgesetz im Eishockey, dass man seinen Torwart schützt. Das haben wir getan. Nach der Massenprügelei kam allerdings ein Bruch in unser Spiel und wir mussten zwei Tore zum Ausgleich hinnehmen“, erklärte Spielertrainer Bernd Bombis.

In der zweiten Drittelpause musste Bombis sein Team neu formieren. Und das mit Erfolg. „Wir haben dann endlich wieder Eishockey gespielt, die Scheibe lief flüssig“, so Bombis. Durch Tore von Gen- nadi Wirachowski, Christian Putzschke, Clemens Siewert und zwei Treffern des alles überragenden Sebastian Steller schossen die Oilers dann im Schlussabschnitt den verdienten 8:4-Sieg heraus. Das Torschussverhältnis lautete 53:32 für die Celler.

Vor der Prügelei hatten die Oilers, die nicht mit dem stärksten Kader, dafür aber mit einer kleinen Kolonie Fans angereist waren, einige Probleme. Das Spiel begann zähflüssig, ohne Tempo und spielerischen Glanz auf beiden Seiten. Ein Verlegenheitsschuss von der Mittellinie von Jeshow brachte die Celler in Führung. Die Hamburger erzielten den Ausgleich, ehe Steller im Nachschuss die 2:1-Führung markierte. Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts nahm Bombis im Powerplay durch seinen 17. Saisontreffer dann Druck von seinem Team und sorgte für Ruhe - bis zur Massenkeilerei.

Am 28. März bestreiten die Oilers ihr letztes Saisonspiel bei den Oldtimern des Hamburger SV. Mit einem weiteren Sieg wollen sie ihren vierten Platz verteidigen und dann für einen versöhnlichen Abschluss sorgen.