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Lokalsport „Brauchen absoluten Sahnetag“
Sport Sport regional Lokalsport „Brauchen absoluten Sahnetag“
15:20 13.06.2010
Von Jürgen Poestges
Vorschau-Bilder für SVG Celle – Leverkusen
Vorschau-Bilder für SVG Celle – Leverkusen Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

Es ist eines der leichteren Spiele für die Handball-Erstliga-Damen von SVG Celle. „Da kommt neben Leipzig der größte Titelfavorit. Da erwartet von uns als Aufsteiger doch niemand einen Sieg“, schaut SVG-Trainer Martin Kahle auf die Partie gegen Bayer 04 Leverkusen am Sonnabend um 19.30 Uhr in der HBG-Halle voraus. „Aber“, meint er schmunzelnd, „im Sport hat ja eben auch ein Außenseiter durchaus seine Chancen.“ Allerdings müsse dann alles stimmen. „Da brauchen wir einen absoluten Sahne-Tag.“

Es gilt, den Aufwind nach dem Sieg in Göppingen zu nutzen. „Die Mädels haben gesehen, dass sie in der Liga mithalten können. Der Erfolg war ungeheuer wichtig“, so der Celler Übungsleiter. Personell kann er aus dem Vollen schöpfen, auch Josephine Techert, die sich in der Auftaktpartie gegen den Thüringer HC neben einer Platzwunde am Kinn auch noch eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen hatte, wird wieder dabei sein.

Von taktischen Spielchen sieht Kahle im Spiel gegen Tabellenführer ab. „Wir sind nach wie vor noch in der Findungsphase. Da mach es keinen Sinn, jetzt unser System irgendwie umzustellen“, sagt er. Und er geht auch nicht davon aus, dass Leverkusen den Aufsteiger unterschätzen wird. „Wer solche Ziele hat wie die, der kann es sich nicht leisten, eine gegnerische Mannschaft auf die leichte Schulter zu nehmen. Außerdem haben sie am vergangenen Spieltag gegen den Fast-Absteiger Dortmund gespielt, haben sich ein wenig schwer getan und nur mit fünf Toren Vorsprung gewonnen.“ Die Dortmunder waren nur in der Liga geblieben, weil die Rhein-Main-Bienen sich zurück gezogen haben.

Fakt ist aber, dass die Mannschaft um Trainerin Renate Wolf jede Menge Qualität und Erfahrung in ihren Reihen hat. Kahle: „Da hat glaube ich jede Spielerin schon Nationalmannschafts-Erfahrung.“ Speziell meint er da Katrin Engel, die rund 140 Mal für Österreich aufgelaufen ist und Sara Walzik, 24-fache deutsche A-Nationalspielerin. Der Coach erwartet ein ausgebufftes Team, das über 60 Minuten Druck macht und Tempo-Handball spielt. „Gegend en Thüringer HC gaben wir da ja zunächst ganz gut mitgehalten. Am Ende ist uns die Puste ausgegangen, weil wir so oft in Unterzahl spielen mussten.“

Das allerdings kann den SVG-Damen auch gegen Leverkusen blühen. „Das sind clevere Spielerinnen, die schon wissen, wie sie die ein oder andere Zeitstrafe beim Gegner herausfordern können“, warnt Kahle. Er setzt dabei aber vor allen Dingen auf die heimischen Fans. „Die haben uns auch im ersten Heimspiel zur guten Leistung animiert.“

Die Vorbereitung wird so ablaufen wie immer. „Wir trainieren normal, machen unsere Taktik-Besprechung und die Video-Analyse. Denn es ist ja eigentlich ein normales Punktspiel.“ Respekt müsse man haben vor dem Gegner. „Aber Angst brauchen wir mit Sicherheit nicht zu haben.“

Gäste-Trainerin Wolf muss auf drei Stammspielerinnen verzichten. Denisa Glankovicova kuriert eine Ellbogenverletzung aus, Penda Bönighausen macht der bei der U 19-EM erlittene Bänderriss im Sprunggelenk zu schaffen und Elli Garcia klagt über eine Oberschenkelverletzung. „Ansonsten aber reisen alle mit dem Trikot an“, sagt sie. Im übrigen habe der etwas überraschende Erfolg des SVG in Göppingen ihrem Trainerteam etwas in die Hände gespielt. „Jetzt haben meine Spielerinnen hoffentlich gesehen, dass Celle eine gute Mannschaft hat. Und die Vorbereitung sieht hoffentlich anders aus als gegen Dortmund.“ Da habe erst durch eine Steigerung nach der Pause gewinnen können. „Einige hatten wohl schon gewonnen, bevor der erste Ball geworfen war. Insofern ist die Gefahr, einen Aufsteiger zu unterschätzen, immer gegeben.“