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Lokalsport „Beeindruckend und bedrückend“
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15:02 13.06.2010
Von Oliver Schreiber
Celler 96-Fanclub bei Trauermarsch für Robert Enke
Celler 96-Fanclub bei Trauermarsch für Robert Enke Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

Die Stille ist fast schon gespenstisch, doch der Sache angemessen. Über 35 000 Menschen ziehen schweigend durch Hannovers Innenstadt, um Robert Enke die letzte Ehre zu erweisen. Mittendrin auch Mitglieder des „Hannover-96-Fanclubs Celle und Umgebung“. „Es war beeindruckend, aber gleichzeitig auch bedrückend“, schildert der Vorsitzende Torsten Roeder seine Eindrücke und die seiner acht Mitbegleiter aus Eschede und Hohne.

Der Trauermarsch für den Nationaltorwart endet in der AWD-Arena, direkt vor der Nordkurve, in der sonst die treuesten Anhänger der Roten ihre Mannschaft anfeuern – und vor allem fünf Jahre lang ihren Liebling Enke gefeiert haben. Jetzt halten alle inne – und schweigen vor einem Lichtermeer aus Kerzen. Dazwischen liegen Trikots und Schals – nicht nur von Hannover 96, auch von anderen Klubs wie Werder Bremen, FC St. Pauli oder dem Hamburger SV. Viele hinterlassen Briefe oder Enke-Fotos mit persönlichen Widmungen („Du wirst immer unsere Nummer eins bleiben“).

Auch die kleine Gruppe aus Eschede und Hohne zündet Kerzen an und legt sie vor der Nordkurve nieder. Es dauert, bis sie an der Reihe sind. Zu groß ist der Andrang. Aber keiner murrt. Alle warten diszipliniert – und stumm. Die Fassungslosigkeit über den Freitod ihres Idols ist bei den Fans immer noch spürbar. „Man hat während des Marsches und zunächst auch vor der Nordkurve keinen Mucks gehört. Später haben dann einige angefangen, Lieder zu singen“, berichtet Roeder.

Um 19 Uhr waren die Mitglieder des Celler Fanclubs mit zwei Autos in Hannover angekommen, zweieinhalb Stunden später begeben sie sich – ergriffen vom Erlebten – wieder auf die Heimreise. „Einige von uns haben eher Feierabend gemacht, damit sie dabei sein konnten“, erklärt Roeder.

Am kommenden Sonntag findet die Trauerfeier für Enke statt. Auch daran will Roeder mit einigen anderen Freunden teilnehmen. Allerdings gibt es ein logistisches Problem, weil die Herren-Mannschaften des TuS Eschede, in denen die meisten kicken, zeitgleich spielen müssen. „Daher ist noch nicht ganz raus, wer alles mitkommt“, so Roeder. In jedem Fall ist geplant, dass die Escheder mit Trauerflor spielen.

Roeder ist auch bei den nächsten 96-Spielen bei Schalke 04 und daheim gegen Bayern München dabei. „Diese Spiele werden ganz im Zeichen von Robert Enke stehen. Es wird viele Choreografien geben, auch wir werden ein Plakat entwerfen.“