2. Judo-Bundesliga

SV Nienhagen kehrt zurück auf heimische Matte

Die Judoka des SV Nienhagen stehen vor ihrem ersten Heimwettkampf der Saison. Mit Gelsenkirchen kommt ein Gegner mit weit höherem Etat als der Dorfverein.

  • Von Lisa Brautmeier
  • 12. Mai 2022 | 15:30 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Lisa Brautmeier
  • 12. Mai 2022 | 15:30 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Nienhagen.

Zum ersten Mal geht es diese Saison auf die heimische Matte: Am zweiten Wettkampftag der 2. Bundesliga Nord-West empfangen die Judoka des SV Nienhagen den JC Koriouchi Gelsenkirchen. Gekämpft wird am Samstag ab 14 Uhr in Nienhagens Sporthalle am Jahnring. Beide Teams mussten am ersten Wettkampftag Niederlagen hinnehmen, Gelsenkirchen sogar eine sehr deutliche. Das Team verlor 1:13. Von diesem klaren Ergebnis lässt sich der SVN jedoch nicht blenden.

SVN will große Mannschaften ärgern

Es bleibt ein Kampf mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Das lässt sich am besten am Etat sehen. Während Nienhagen 6000 Euro zur Verfügung stehen, sind es beim kommenden Gegner 30.000 Euro. „Da werden alle Kämpfer bezahlt, während wir auf Eigengewächse setzen“, sagt SVN-Trainer Maik Edling. Der Dorfverein hat nicht die Möglichkeit, wie andere Bundesligisten Athleten – teils aus dem Ausland – einzukaufen. Allein durch diese Voraussetzungen gehen die Nienhäger auch gegen Gelsenkirchen als Außenseiter in den Wettkampf. Davon lassen sie sich aber nicht abschrecken. „Wir wollen die großen Mannschaften ärgern“, so Edling.

Fast der komplette Kader am Start

Mit Hin- und Rückrunde werden am Samstag 14 Kämpfe in 7 Gewichtsklassen ausgetragen. Der Trainer kann dabei fast aus dem kompletten Kader auswählen. Die Coronafälle im Team sind überstanden. Diese hatten am ersten Wettkampftag noch für Probleme gesorgt, da einige Athleten erst kurz nach der Genesung auf die Matte mussten und körperlich noch nicht ganz mithalten konnten. Dieses Mal sind alle fit, nur hinter einem Einsatz von Moritz Fuchs stehen wegen einer Rückenverletzung noch Fragezeichen.

Der SV Nienhagen verfügt über eine sehr junge Mannschaft mit mehreren Schülern, die gerade in der Vorbereitungsphase für das Abitur stecken. „Daher lief das Training in Nienhagen zuletzt eher schleppend“, sagt Edling. Zumal das Team auch aus Studenten besteht, die für den Wettkampf von weiter weg anreisen. „Von allen von außerhalb wurde mir aber versichert, dass gut trainiert wurde“, so der Trainer.

Letzte Konsequenz fehlte noch

Nach dem ersten Kampftag, der 5:9 gegen Holten verloren ging, wurde weiter an der Technik gefeilt. In einigen Gewichtsklassen sieht der Trainer dort noch Verbesserungspotenzial. „Gegen Holten hat uns teils die letzte Konsequenz und die Kraft gefehlt, sodass wir schließlich ausgekontert wurden“, sagt Edling. So wurden einige Punkte abgegeben, obwohl die Nienhäger Judoka lange am Drücker waren. Das soll am Samstag nicht passieren.

Erfahrung auf hoher Wettkampfebene gesammelt

Im Corona-gebeutelten Wettkampfjahr fehlt es sowohl den Spitzenathleten, als auch dem Nachwuchs an wichtiger Wettkampfpraxis. Und so sammelten mit Islam Ahmatov (bis 66 Kilogramm) und Carrig Schewe (bis 73 Kilogramm) zwei Nienhäger Judoka beim Bundessichtungsturnier in München wichtige Erfahrungen. Das Sichtungsturnier der U16 in München ist eines der wichtigsten Turniere für die Bundestrainer zur Aufstellung des Nationalkaders.

Die SVN-Kämpfer erreichten nach jeweils drei Siegen in den Vorrunden das Halbfinale. Dort standen bei Islan Ahmatiov alle Zeichen auf Sieg. Doch trotz seiner Überlegenheit konnte er seinem Gegner keine Wertung abnehmen. So ging es in die Verlängerung. Nach weiteren vier Minuten Kampfzeit landete Islam auf der Seite, was dem Berliner Kaderathleten die entscheidende Wertung einbrachte.

Auch bei Carrig Schewe lief zuerst alles nach Plan. Doch auch er schaffte es nicht, sich im Halbfinale durchsetzen.

Beide Nienhagener Sportler standen somit im kleinen Finale um Platz drei. „Beiden ist es nicht gelungen, die Linie aus der Vorrunde zu finden“, meinte Trainer Maik Edling, nachdem seine beiden Schützlinge erneut unterlagen und sie damit den fünften Platz belegten.