Verbandsliga Männer

Verlorener Punkt für SV Altencelle

Jeweils Punkteteilungen gab es für SV Altencelle und TuS Bergen. Beide Verbandsligisten hatten dabei als Außenseiter den Sieg dicht vor Augen.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 14. Feb. 2022 | 15:38 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 14. Feb. 2022 | 15:38 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Celle.

Von blauen Wundern und Dornröschen, von echten Thrillern und Märchen war nach diesem Verbandsliga-Wochenende die Rede. Und in der Tat machten es beide Celler Handball-Teams mächtig spannend. TuS Bergen holte sich mit einem bekannten Rückkehrer einen Punkt. Und zwar gegen niemand Geringeren als den Spitzenreiter TV Oyten hieß es am Ende 23:23 – das war der erste Punkt seit Oktober, der fünfte insgesamt. Bergen bleibt aber zunächst Verletzter: Auf 11:13 Zähler verbesserte der SV Altencelle sein Konto. Damit liegen die Rot-Gelben jetzt auf Rang neun.

SV Altencelle – Eintracht Hildesheim II 24:24 (14:11)

Punkt gewonnen? Zähler verloren? Die Altenceller sahen etwas ratlos aus, als die Hildesheimer nach dem Spiel jubelten, als hätten sie gerade den Lokalrivalen vom Recken-Nachwuchs aus der Halle geschossen. Dabei hatten sie sich nur einen mageren Punkt beim Außenseiter gesichert. Und das hatten sie auch noch ihrem Keeper Christoph Laukart zu verdanken, einem ehemaligen Westerceller, der den letzten Altenceller Wurf und damit den Sieg der Rot-Gelben vereitelte.

Vorher spielten die Altenceller gegen einen nicht in Bestbesetzung angereisten Gegner wie aus einem Guss, führten verdient. Die Abwehr stand, der Angriff lief, obwohl Henrik Weinmann angeschlagen wirkte. Die Hildesheimer, ohne ihren Haupttorschützen Keanu Brandes angetreten, wirkten manchmal sogar hilflos. Das nutzten die Altenceller mit einer soliden Leistung und führten in der 41. Minute durch Justus Krumwiede 19:15.

Doch dann schlugen die Gäste zurück. Und es entwickelte sich der nächste Thriller in der HBG-Halle: In der 50. Minute glich Hildesheim aus, gut zwei Minuten vor dem Ende erzielte Justin Behr das 24:22, doch Hildesheim kam nochmals zurück. „Das fühlt sich wie ein verlorener Punkt an“, meinte SVA-Trainer Lars Lehnhoff nach dem Spiel. Er war während der Partie für alle Zuschauer sichtbar, richtig sauer. „Weil ich weiß, was die Jungs können – und es dann nicht zeigen.“ Er spielte damit darauf an, dass die Altenceller den Sack einfach nicht zumachten, alle Chancen auf den Sieg hatten, diese aber eben vergaben.

Das für Dienstag angesetzte Nachholspiel fällt indes aus. Gegner TG Münden bat abermals um eine Verlegung.

SV Altencelle: Geese, K. Nowak – Kisser, Premper, Starke (4), Lackinger (3), Weinmann, Wietfeld, Ahrenbeck (3), Krumwiede (6), Hahnraths (5/5), Roselieb, Moritz, Behr (3).

TuS Bergen – TV Oyten 23:23 (9:12)

Der Celler Jörg „Jimmy“ Matthe kann zaubern: und zwar Wilken Rodehorst aus dem Hut. Zur nicht ganz so großen Überraschung vieler spielte Rodehorst nach drei Jahren Pause nach einer Schulter-OP wieder. Und siehe da: Bei Bergen herrschte große Freude über den ersten Punkt seit dem 9. Oktober – und das gegen eine ungeschlagene Spitzenmannschaft. „Die Oytener waren sich einig, dass sie mit einem blauen Auge davon gekommen sind. Mal sehen, ob wir das Niveau in den kommenden Spielen halten können“, so der Berger Coach.

Und Bergen hatte es sich verdient, nachdem vorher zwei Spiele knapp verloren gegangen waren, in denen mehr drin gewesen wäre. Die Mannschaft steigerte sich im Vergleich zum Spiel gegen Bremervörde erneut und tankte Selbstvertrauen. TuS hielt die Gäste, die im Schnitt 30 Tore erzielen, bei 23 Treffern und verhinderte das enorme Tempospiel durch sehr, sehr hohe Laufbereitschaft aller Spieler. Auch zwei Zeitstrafen hintereinander und das 2:5 brachten Bergen nicht aus dem Konzept, das Wilken Rodehorst zehn Minuten im Angriff steuerte, ehe er verletzt ausfiel.

Nach fünf Strafwürfen für den TVO nahm Bergen Oytens Noah Dreyer in Manndeckung durch Felix Becker und Leon Horstmann, das klappte genauso gut wie das Torwartspiel von Andr Libera. Nach dem 6:7 löste TuS zunächst noch zu viele Fahrkarten (14 Fehlwürfe in Halbzeit eins). Doch nach dem 7:12 war es der überragende und treffsichere Maximilian Kirchhoff (neun Tore), der verkürzte. „In der Pause musste ich die Mannschaft etwas aus ihrem Dornröschenschlaf wecken“, so Matthe. Das funktionierte: Nach 34 Minuten stand es 12:12. Dann ging es mit wechselnden Ein-Tore-Führungen in die Crunchtime, wie der Hipster so sagt. Eine Minute vor Ende erzielte wiederum Kirchhoff den Führungstreffer, aber Oyten glich 48 Sekunden vor dem Ende durch Timo Blau aus.

TuS Bergen: Lühmann, Libera, Fischer – Kirchhoff (9), Böhling (6/2), Brodde (2), Herbst (2), Witte (2), Becker (2), Horstmann, Blancbois, Ebel, Rodehorst, J. Sieve.

Von Stefan Mehmke

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