Verbandsliga Männer

Doppelsieg für Bergen – Altencelle in Partylaune

TuS Bergen legt sich auf der Zielgeraden noch einmal ins Zeug - dank "Supermaxis". Der SV Altencelle feiert derweil weiter den Klassenerhalt.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 30. May 2022 | 15:30 Uhr
  • 14. Jun 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 30. May 2022 | 15:30 Uhr
  • 14. Jun 2022
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Celle.

Die Saison für Handball-Verbandsligist TuS Bergen ist fast gelaufen, da kommen sie ins Rollen: In der Nordsee-Staffel gewannen die Matthe-Mannen die letzten beiden Heimspiele mit richtig guten Leistungen. Gegen den Viertletzten Eickener SpVg siegten die Grün-Weißen 32:28 (18:12). Danach musste die zweite Vertretung des Wilhelmshavener HV dran glauben: Gleich 28:20 (16:10) hieß es am Ende. Jetzt bleiben drei Auswärtsspiele und vier Punkte Abstand zum rettenden Ufer.

Beim SV Altencelle ist Sense – und wie! Den Klassenerhalt in der Niedersachsen-Staffel feierten Team, Betreuer- und Helferstab mit den Fans auf einer spektakulären Rückfahrt. Daran änderte auch die 19:24-Niederlage der erneut durch Corona gebeutelten Mannschaft nichts. Der SVA sicherte sich als Zehnter mit 24:28 Punkten deutlich den Klassenerhalt. Absteigen müssen die HG Elm, die HSG Rhumetal, MTV Rosdorf und die HSG Nienburg II. Als Oberliga-Aufsteiger steht der SV Alfeld fest, der zweite entscheidet sich zwischen MTV Braunschweig II und dem HSV Warberg/Lelm.

TuS Bergen – Eickener SpVg 32:28 (18:12)

„Super-Doppelmax“: Maximilian Kichhoff und Max Böhling schossen Bergen zum Sieg, aber die gesamten Mannschaft überzeugte, obwohl Wilken Rodehorst fehlte. Das Spiel war nur bis zur 15. Minute offen (6:5 für Eicken), auch wegen drei Zeitstrafen gegen Bergen. Beim 7:6 übernahm TuS die Führung – und gab diese nie mehr ab. Durch Treffer von Malte Herbst, Böhling und Kirchhoff führte der Gastgeber zur Pause vorentscheidend. „Die Mannschaft hat immer wieder gute Lösungen gegen die offensive 3-2-1 Abwehr gefunden“, freute sich Coach Jörg Matthe.

Dazu kam, dass Lukas Steinbeck (aus der 2. Herren) einen sehr guten Tag erwischte und der Abwehr enorme Sicherheit gab. Eine kurzzeitige Manndeckung gegen Max Böhling war ebenfalls wirkungslos, da die übrigen Berger Angreifer immer wieder Lücken in der Eickener Defensive fanden und nutzten. Bergen gab Eicken keine Möglichkeit, den Rückstand zu verkürzen, zumal auch Andr Libera weitere wichtige Bälle entschärfte. Beim 32:24 war dann etwas die Luft raus. „Das war ein verdienter Sieg durch eine gute Mannschaftsleistung. Und endlich haben die Jungs mal die Chancen genutzt“, erklärte Matthe.

TuS Bergen: Steinbeck, Libera – Brodde (2), Rudloff (in der 15. Minute verletzt ausgeschieden), Herbst (2), Blancbois (4), Heins, Witte (4), Withoeft, Kirchhoff (10), S. Sieve, J. Sieve (2), Böhling (8), Becker.

TuS Bergen – Wilhelmshavener HV II 28:20 (16:10)

Nach der ordentlichen Leistung gegen Eicken lieferte TuS das nächste gute Spiel ab und feierte einen Start-Ziel-Sieg. Kjell Rudloff fiel verletzt aus, dafür war Wilken Rodehorst wieder dabei. Beide Teams schenkten sich nichts, was fünf Rote Karten unterstreichen. Bergen begann furios, in höchstem Maße motiviert und legte gleich ein 5:2 vor – an der Außen Dominik Blancbois maßgeblich beteiligt war.

Nach einer Auszeit und der richtigen Ansage zog Bergen von 12:9 auf 16:9 davon. Diesmal war es Keeper Andr Lühmann, der in den ersten 30 Minuten ein starkes Spiel lieferte und die guten Torhüterleistungen komplettierte. Mit Konzentration und Tempo baute TuS den Vorsprung auf 20:12 in der 38. Minute aus. Doch der WHV versuchte alles. Und als die „maximalen Tormaschinen“ Böhling und Kirchhoff kurz nacheinander die Rote Karte unter die Nase gehalten kriegten, kam Wilhelmshaven auf 23:20 heran.

Doch eine weitere Auszeit brachte wieder Ruhe in die TuS-Aktionen und die Rückraumspieler nahmen wieder das Ruder wieder in die Hand. Es war schon sehenswert, wie dominant Bergen diese beiden schweren Spiele gestaltete – gegen Mannschaften, die auch um jeden Zentimeter gekämpft haben. „Ein guter Abschluss vor heimischen Publikum“, freute Trainer Jörg „Jimmy“ Matthe, der seine Interimstätigkeit nach der Saison beendet. Es war vorher abgesprochen, dass der Celler nur bis zum Ende der Spielzeit zur Verfügung steht, mehr ist aus zeitlichen Gründen nicht drin. Die Berger suchen nun einen Nachfolger.

TuS Bergen: Lühmann, Steinbeck – Brodde (4), Herbst (1), S. Sieve, Blancbois (5), Heins, Witte (3), Withoeft (2), Rodehorst (4), Kirchhoff (3), J. Sieve (1), Becker, Böhling (5).

TG Münden – SV Altencelle 24:19 (10:11)

Es sollte einen schöne Abschlussfahrt werden, aber kurz vor Abfahrt gab es gleich vier Corona-Fälle bei Altencelle und so fuhren Teams, Helfer und Fans ersatzgeschwächt in den Süden, wo Münden um den Klassenerhalt kämpfte. Und die Altenceller waren dennoch gut drauf, wollten einen fairen sportlichen Wettkampf und die mitgereisten Fans nicht enttäuschen. Der SVA startete blendend, nach einer spannenden und ansehnlichen ersten Halbzeit gingen die Gäste mit einer knappen Führung in die Kabine und hielten den Vorsprung anschließend noch zehn Minuten.

Aber es kam, wie es kommen musste: Beim Stand von 15:16 entwich die Puste aus den wenigen Altencellern wie aus einer Luftmatratze mit Loch. Den SVA-Fans auf der Tribüne war das egal, sie waren laut wie immer und feierten den Klassenerhalt beider Teams in der Halle und anschließend auf der Malle-Party im Bus. „Mehr war einfach nicht drin mit den wenigen Spielern. Aber die, die dabei waren, haben alles gegeben. Danke an die Fans für die Unterstützung hier und während der gesamten Saison“, sagte Co-Trainer Felix Michelmann.

Zur Fortsetzung seiner Aktivität beim SVA hielt er sich genauso bedeckt wie Coach Lars Lehnhoff, der die Reise an die hessische Grenze nicht mitmachen konnte. Und verwies an Handball-Chef Reinhard Roselieb. Da war zu hören: „Wir arbeiten dran.“ Erfolgstrainer Lehnhoff resümiert: „Schön, dass wir unser Ziel erreicht haben. Wir haben ordentlich Punkte gesammelt und die Jungs haben große Fortschritte gemacht. Schade, dass wir das letzte Spiel nicht gewonnen, dann wären wir sogar Siebter. Aber: Es ist alles so eng, der Abstand auf Platz fünf ist so gering. Alle haben gut mitgezogen. Das hat richtig Spaß gemacht.“

Ob der ehemalige Bundesliga-Profi als Trainer beim SVA weitermacht, steht in den Sternen und ist weniger von Altencelle als von seinen eigenen Plänen abhängig. Die Fans können aber weiter auf eine Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit hoffen.

SV Altencelle: K. Nowak – Premper, Lackinger (1), Weinmann (3), Wietfeld (1), Krumwiede (5), Hahnraths (2), Roselieb (1), Moritz, Behr (6).

Von Stefan Mehmke

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