Zahlreiche Neuerungen

Handballer geben sich neue Strukturen

Auf Verbandsebene ist ein großer Maßnahmenkatalog erarbeitet worden, mit der sich die Handballer neue Strukturen verpassen wollen.

  • Von Uwe Meier
  • 12. Mai 2022 | 13:00 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Uwe Meier
  • 12. Mai 2022 | 13:00 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Wie heißt es doch so schön: „Stillstand bedeutet Rückschritt“. Diese Binsenweisheit können die Handballer aus Niedersachsen weit von sich weisen: Sie haben den Vorwärtsgang eingelegt. Es herrscht ordentlich Bewegung im Verband – die bisherigen Strukturen stehen zur Disposition. Der Verband ist dabei, sich für die Zukunft zu rüsten. Der Zusammenschluss mit Bremen zum Handballverband Niedersachsen-Bremen (HVNB), der eigentlich auf den 22. Mai terminierten Verbandstag endgültig abgeschlossen werden sollte, ist dabei nur ein Punkt eines umfangreichen Maßnahmenkataloges. Auch eine veränderte Satzung soll es geben. Der Verbandstag ist aufgrund von Formfehlern bei der Einladung verschoben werden und soll im August nachgeholt werden. Doch damit sind die anstehenden wichtigen Entscheidungen nur aufgeschoben.

Nur noch maximal sechs anstatt elf Regionen

Und somit auch ein von einer Arbeitsgruppe in den vergangenen Monaten erarbeiteter Vorschlag, bei dem es unter anderem darum geht, die Anzahl der derzeit elf Handball-Regionen des Verbandes auf maximal sechs zu verringern. Betroffen davon könnte auch die Region Lüneburger Heide sein, zu der die Celler Vereine gehören.

Umsetzung soll zur Saison 2024/2025 erfolgen

In einem Leitantrag, über den auf dem Verbandstag abgestimmt werden soll, werden Eckpunkte dargelegt, an deren genauer Ausgestaltung bei einem positiven Votum in den kommenden Wochen und Monaten weiter gefeilt werden soll. Die endgültige Struktur soll möglichst bis zum Frühjahr 2023 erarbeitet und durch einen außerordentlichen Verbandstag beschlossen werden. Zur Saison 2024/2025 sollen die Neuerungen in Kraft treten. So ist zumindest der Plan.

Basis sitzt bisher noch nicht mit im Boot

Doch es ist durchaus möglich, dass es Gegenwind von der Basis gibt. Denn bisher sind die Vereine über die Planungen und möglichen Veränderungen noch nicht im Einzelnen informiert worden. Der Vorstand der Region Lüneburger Heide wollte die Problematik am kommenden Samstag beim Regionstag ansprechen – zumindest soweit das möglich ist. Doch auch diese Versammlung ist inzwischen verschoben worden. „Da der Regionstag nur zur Vorbereitung des HVN-Verbandstages einberufen wurde und dieser kurzfristig abgesagt wurde, haben wir die Chance genutzt, um mehr Zeit für unsere interne Diskussion zu haben“, erläutert der Vorsitzende der Handball Region, Wolfgang Kaplick, Celle. „Da mit Satzungsänderungen und der Einleitung umfangreicher Strukturänderungen sehr wichtige Beschlüsse anstehen, kommt uns als Region die Entscheidung sehr entgegen, denn bisher hatten wir wegen ausstehender Entscheidungsprozesse auf Verbandsebene noch keine ausreichende Grundlage zur Meinungsbildung“, ergänzt Kaplick zur Situation.

Am Samstag, 21. Mai, tage das erweiterte HVN-Präsidium. Dabei sind entsprechende Weichenstellungen zu erwarten. Vorstand und erweiterter Vorstand der Region hoffen, ihre Vereine baldmöglichst in den Prozess mit einbeziehen zu können. Wann der Regionstag nachgeholt wird, steht allerdings noch nicht fest.

Zehn Punkte umfassender Maßnahmenkatalog

In dem insgesamt zehn Punkte umfassenden Vorschlag zu den Strukturreformen geht es nicht nur um eine Verringerung der derzeitigen elf Regionen auf maximal sechs. Zudem ist in dem Papier von einer Verbesserung und vom Verband zentral gesteuerte Trainerausbildung die Rede. Es geht um eine Reformierung der Schiedsrichtergrund- und -weiterbildung sowie eine Verbesserung im Vereinsservice und der Kommunikation zwischen Verband, Regionen und Vereinen. Das Papier befasst sich auch mit Konzepten zur Findung von Talenten und der Mitgliedergewinnung.

Neuaufstellung der Regionen geplant

Und es geht um eine Neuaufstellung des Spielbetriebes. Letztlich sollen auf Verbandsebene in einem dreigliedrigen Ligasystem bei den Erwachsenen nun mehr nur maximal 200 Teams spielen. Die restlichen Mannschaften sollen den Staffeln auf Regionsebene angegliedert werden.

Spielbetrieb in unter Spielklassen teilweise kaum noch möglich

„Einige Regionen sind mit dem Wunsch an den Verbandsvorstand herangetreten, auf Regionsebene über eine Reform nachzudenken“, erzählt Wolfgang Kaplick. „Wir waren das zwar nicht. Aber es ist so, dass insbesondere in den kleineren Regionen ein Spielbetrieb aufgrund zu weniger Mannschaften nicht mehr aufrechterhalten werden kann“, so Kaplick. Mit einer geringeren Anzahl von Regionen (maximal sechs) könnte dieses Problem in den Griff bekommen werden.

Zahlreiche Entscheidungen müssen noch gefällt werden

Eine möglichen Neuaufteilung der derzeit unter dem Dach der Region Lüneburg Heide zusammengefassten Vereine in andere Regionen „möchten wir eigentlich nicht und würden wir wohl auch nicht mitmachen“, so Kaplick. Ohnehin ist er der Auffassung, dass man Entscheidungen in diese Richtung vorerst aussetzen sollte. „Die Corona-Pandemie ist nicht spurlos an uns vorbeigegangenen. Wir sollten erstmal wieder Boden unter die Füße kriegen. Die für den Vorschlag genutzten Zahlen basieren auf 2018.“ Entschieden ist noch nichts. Es gibt noch einiges zu bereden.