Natasha Ahrens

Ein „Wirbelwind“ für den SV Altencelle

Bis 2017 spielte sie für den SVG Celle in der Handball-Bundesliga. Jetzt geht Natasha Ahrens für die Oberliga-Frauen des SV Altencelle auf Torejagd.

  • Von Uwe Meier
  • 26. März 2022 | 12:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Uwe Meier
  • 26. März 2022 | 12:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Celle.

So richtig geplant war es nicht. Vielmehr wollte Natasha Ahrens in Sachen Handball kürzertreten und sich voll und ganz auf ihr Studium zur Bilanzbuchhalterin konzentrieren, das die 30-Jährige, neben ihrer beruflichen Tätigkeit in der Finanzbuchhaltung bei Expert, seit einiger Zeit angegangen ist. Im September stehen die Abschlussprüfungen an. Deshalb hatte sie dem TV Hannover-Badenstedt nach der Saison 2020/2021 den Rücken gekehrt, für den Ahrens drei Spielzeiten in der 2. und 3. Liga spielte. „Es war alles zu zeitaufwendig. Handball war nicht mehr zu schaffen“, erzählt sie im Rückblick.

Doch diese Auffassung hat sie revidiert. Inzwischen hat Natasha Ahrens beim Handball-Oberligisten SV Altencelle angeheuert. „Ich hatte einfach Bock darauf, wieder zu spielen“, erklärt „Wirbelwind“ Ahrens. Diesen Beinamen hatte sie während ihrer Zeit beim SVG Celle erhalten, für den sie von 2010 bis 2017 in der 1. und 2. Bundesliga auflief.

Gesamtpaket passt gut ins Oberligateam

Altencelles Trainer Martin Kahle ist verständlicherweise froh über den Neuzugang. „Wenn man im Aufstiegskampf ist und eine Spielerin dazubekommt, die für mehr sportliche Qualität im Kader sorgt, die zudem über viel Erfahrung und auch über Persönlichkeit verfügt, ist das ganz bestimmt kein Nachteil für uns“, sagt Altencelles Coach. „Das Gesamtpaket ist insgesamt gut – das passt einfach“, so Kahle, der die damals 19-Jährige 2010 von der TSV Burgdorf zum SV Garßen gelockt hatte.

Kontakt zum SV Altencelle besteht seit vielen Jahren

Der Kontakt zum SV Altencelle besteht seit längerer Zeit. Immerhin ist die 30-Jährige seit vielen Jahren mit Altencelles Verbandsliga-Keeper Klemens Nowak liiert. Zusammen haben sich die beiden ein Haus mit Garten in Klein Hehlen zugelegt. Durch diese Verbindung „habe ich mir natürlich auch viele Altenceller Männerspiele angesehen“, erzählt Ahrens, die seit September des vergangenen Jahres regelmäßig Trainingseinheiten mit den SVA-Oberliga-Frauen absolviert. „Ganz weg vom Handball ging dann doch nicht. Ich wollte mich einfach ein bisschen bewegen.“

SVA-Premiere mit zwei Toren und Sieg gefeiert

Daraus ist jetzt deutlich mehr geworden. Nachdem Ahrens Ende Februar für den erkrankt ausgefallenen Trainer Kahle die Geschicke des Teams im Heimspiel gegen HSG Schaumburg Nord (34:14) von der Auswechselbank aus leitete, ist die 30-Jährige inzwischen wieder auf dem Spielfeld zu finden. Im Nachholspiel gegen HSG Heidmark am 18. März streifte sie sich erstmals das SVA-Trikot über und steuerte zwei Treffer zum 24:16-Sieg des SVA bei.

Ehrgeiziger Blick auf den Aufstieg

„Der sportliche Ehrgeiz ist wieder geweckt. Das, was man trainiert, wollte ich am Wochenende wieder auf dem Spielfeld zeigen“, sagt Ahrens, die auch sofort ein Ziel ins Auge gefasst hat: „Insgesamt sieht es für uns in der Tabelle ja ganz gut aus. Ich hätte nichts gegen einen Aufstieg einzuwenden.“ Sie ist also schon wieder mittendrin. Abstimmungsprobleme mit ihrem neuen Team gibt es keine. „Mit den Mädels verstehe ich mich richtig gut“, sagt Ahrens. Und ihr Trainer fügt an: „Spielerisch hat es auch gleich gut funktioniert.“ Nach dem regelmäßigen Training mit der Mannschaft war das zu erwarten.

Der Tatendrang ist momentan vom Coronavirus ausgebremst. Wie einige andere Teamkolleginnen befindet sich Ahrens erkrankt in Quarantäne. Das vergangene Spiel bei der HSG Plesse-Hardenberg musste ebenso verlegt werden wie das für heute angesetzte Heimspiel gegen Northeimer HC.

2017 war sie sich nach dem Bundesliga-Aus des SVG nach Badenstedt gewechselt. Nach dem Zweitliga-Abstieg im ersten Jahr holte Ahrens mit Badenstedt in den beiden folgenden Spielzeiten die Drittliga-Meisterschaft. Auf eine Rückkehr in die 2. Liga verzichtete der Verein jeweils.

Kontakt zu ehemaligen SVG-Kolleginnen nie abgebrochen

Der Kontakt zu einem Großteil ihrer ehemaligen Teamkolleginnen beim SVG Celle ist allerdings nie abgerissen. „Wir verstehen uns noch immer gut und treffen uns öfter – manchmal einzeln, manchmal in größeren Gruppe“, erzählt Ahrens und fügt mit einem Schmunzeln an: „Ich hatte die Mädels auch schon mal gefragt, ob wir nicht nochmal gemeinsam spielen wollen. Aber der größte Teil hat das abgelehnt. Die meisten von ihnen haben so ihre kleinen und größeren Wehwehchen.“ Natasha Ahrens selbst fühlt sich aber noch fit genug, um es nochmal wissen zu wollen. Das will sie beim SV Altencelle in den kommenden Wochen unter Beweis stellen.