Verbandsliga Männer

Altenceller Aufholjagd mit „happy end“

Es war nicht alles Gold was glänzte. Am Ende holte Handball-Verbandsligist SV Altencelle immer einen Punkt.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 24. Jan. 2022 | 14:40 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 24. Jan. 2022 | 14:40 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Celle.

Immerhin einen Punkt holten die Celler Handball-Verbandsligisten. Der SV Altencelle erkämpfte sich in der Niedersachsen-Staffel nach sagenhafter Aufholjagd ein 22:22. Mit nunmehr 8:12 Punkten ist der SVA weiter Zehnter. TuS Bergen zeigte in der Nordsee-Staffel eine Leistungssteigerung, verlor aber dennoch 23:26 bei der Eickener SpVg, bleibt Vorletzter.

SV Altencelle – HG Elm 22:22 (10:13)

Als die HG Elm in der 53. Minute mit fünf Toren in Führung lag – es stand 17:22 – hätte kaum jemand einen der berühmten Pfifferlinge auf den SVA gesetzt. Mal abgesehen von den lautstarken Pilzkenner auf der Tribüne der HBG-Halle. Denn die trieben die Mannschaft derart an, dass die Altenceller Handballer wenigstens einen Punkt ernteten.

Nach schneller Führung in Rückstand geraten

Doch der Reihe nach: Der SVA startete wie die Feuerwehr und führte 3:1 (5.) durch Justus Krumwiede. Doch mit der Zeit neigte sich das Pendel in Richtung der Gäste. Zur Pause führte die HG deutlich. Die Altenceller leisteten sich nach guten Aktionen immer wieder überflüssige technische Fehler oder vergaben einige klare Chancen. Zudem schossen sie HG-Keeper Dennis Rokitta warm. Der sah Sekunden vor dem Ende Rot. Auch für Altencelles Maximilian Ahrenbeck (50.) und Justin Binner (48.) war das Spiel vorzeitig beendet.

Als wiederum Krumwiede in der 44. Minute auf 15:16 verkürzte, schien der Gastgeber das Spiel drehen zu können. Doch die HG Elm zog erneut an. Als Valerica Marian Tirna 450 Sekunden vor dem Ende das 17:22 markierte, sah alles nach einem Sieg der Gäste aus.

Nach 17:22 Aufholjagd gestartet

Doch offenbar hatte die HG nicht mit der enormen Einstellung der Altenceller Jungs gerechnet. Auf den Rängen entfachten die Fans eine höllische Stimmung und der SVA spielte plötzlich teuflisch gut. 22 Sekunden vor dem finalen Pfiff verwandelte Benjamin Moritz einen Siebenmeter zum Ausgleich. Der Jubel wäre wohl noch größer gewesen, wenn die Gastgeber im Laufe des Spiels nicht drei weitere Strafwürfe vergeben hätten.

„Ich bin natürlich zufrieden mit dem Punkt. Nach dem Spielverlauf war der schon etwas glücklich. Aber mich ärgern diese Unkonzentriertheiten in unserem Spiel. Daran müssen wir unbedingt arbeiten,“ sagte Trainer Lars Lehnhoff, für den das Handballwochenende durchwachsen verlief. Als Trainer holte er mit dem SVA immerhin einen Punkt. Aber sein Comeback als Spieler verlor er mit Hannover-Burgwedel in der 3. Liga gegen den SC Magdeburg II mit 24:26. Immerhin zeigte er dabei mit fünf Toren eine starke Leistung. Und was noch viel wichtiger war: Das Knie hielt. Der 35-Jährige wollte das Spiel unbedingt gewinnen, spielte im Rückraum und im Deckungszentrum 50 Minuten und damit länger als geplant. „Ich hätte gern gewonnen. Aber erst einmal muss ich zwei, drei Partien Spielpraxis sammeln. Dann kann ich auch ans Gewinnen denken“, grinste der eigentliche Linksaußen.

SV Altencelle: Geese, K. Nowak – Kisser (1), J. Premper, Starke (4), P. Lackinger (2), Weinmann (2), Wietfeld, Krumwiede (4), Hahnraths (3/2), P. Roselieb, M. Ahrenbeck, Moritz (4/4), Behr (2).

Eickener SpVg – TuS Bergen 26:23 (13:9)

Eine letztlich verdiente, aber dennoch überflüssige Niederlage handelte sich Bergen im Abstiegsduell ein. Zum Start des Spiels leistete sich TuS, verstärkt mit Rückkehrer Maximilian Kirchhoff vom Drittligisten Handball Hannover-Burgwedel überhastete Aktionen und lag nach acht Minuten 1:4 zurück.

Die Spieler setzten die taktischen Vorgaben ihres neuen Trainers Jörg Matthe gegen die 3:3-Abwehr nur zum Teil um. Außerdem fehlte den Jungs nach den Negativergebnissen das Selbstvertrauen. „Aber das kriegen wie schon wieder hin. Wir wussten sowohl im Angriff als auch in Abwehr was uns erwartet, aber Eicken hat es so gut gespielt, dass sie trotzdem damit Erfolg hatten“, so Trainer „Jimmy“ Matthe.

So konnte TuS das „Sperre-Absetzen“ über das ganze Spiel hinweg nicht verteidigen. Dennoch kam der Gast besser ins Spiel und glich durch Dominik Blancbois zum 4:4 (12.) aus. Das sollte aber der einzige Gleichstand im gesamten Spiel bleiben.

Bergen geriet anschließend wieder knapp in Rückstand – und immer, wenn die Grün-Weißen die Möglichkeit hatten, richtig auf Tuchfühlung zu gehen, ließ TuS wie die Nationalmannschaft gegen Schweden die sich bietenden Chancen aus. Unter anderem vergaben die Gäste drei von vier Siebenmetern.

Anfang der zweiten Halbzeit deckte Bergen Eickens sechsfachen Torschützen Nils Sundermann kurz – Leon Horstmann löste diese Aufgabe gut. Doch im zu offenen 5:5 kassierte TuS reihenweise Siebenmeter (insgesamt acht), Rechtsaußen Philipp Bolte traf zudem, wie er wollte (8 Treffer). Beim 13:20 schien es gelaufen. Doch Bergens doppelte Manndeckung machte den Gegner nervös, TuS holte Tor um Tor auf. Doch erneut ließ der Gast 100-prozentige Chancen aus.

90 Sekunden vor Schluss waren die Matthe-Mannen auf 23:25 dran, Eicken hatte Nervenflattern, Bergen aber nicht genug Zeit. „Es ist trotzdem positiv, dass wir nicht aufgegeben haben. Dazu haben wir so wenig Gegentreffer bekommen, wie in der bisherigen Saison vorher noch nie, auch wenn hier noch viel Luft nach oben besteht“, meint Matthe.

Er freute sich zudem über einen gelungenen Einstand und die schnelle Integration des Rückkehrers Maximilian Kirchhoff. Er kehrte aus Burgwedel von seinem Gastspiel in der 3. Liga zurück. Aufgrund einer beruflichen Veränderung war der Zeitaufwand zu groß, er erhielt gleich die Freigabe.

TuS Bergen: Brandl, Libera – Bothe (2), Brodde (2), Herbst (4), Blancbois (6), Witte (3), Withoeft, Horstmann (1), Kirchhoff (4), S. Sieve, Becker, J. Sieve, Böhling (1).

Von Stefan Mehmke

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