Verbandsliga Männer

"Mieseste Halbzeit aller SVA-Zeiten"

Trotz einer Niederlage hatte Handball-Verbandsligist SV Altencelle sein Saisonziel endlich erreicht. TuS Bergen muss dagegen weiterhin hoffen.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 23. Mai 2022 | 16:46 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 23. Mai 2022 | 16:46 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Die Männer vom SV Altencelle wollten ihren Klassenerhalt in der Handball-Verbandsliga Niedersachsen eigentlich mit einem Heimsieg feiern. Stattdessen kamen sie gegen HSV Warberg/Lelm unter die Räder und verloren 27:34.

Gejubelt haben die Männer am Sonntag im Hause des Handballchefs Reinhard Roselieb dennoch. Denn am Nachmittag verlor die HG Elm bei der HSG Rhumetal 36:37 und kann als Viertletzter in seinen zwei ausstehenden Spielen nicht mehr an den Altencellern vorbeiziehen.

TuS Bergen verlor beim Favoriten TSV Daverden recht deutlich mit 21:29, bleibt weiter Vorletzter der Nordsee-Staffel, haben aber immer noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt.

SV Altencelle – HSV Warberg/Lelm 27:34 (9:20)

Nach dem so überzeugenden Erfolg gegen Anderten zeigte der SVA mal wieder ein ganz anderes Gesicht – diesmal absolut nicht das fotogene. Sondern vielmehr eine Seite, die sie so im Grunde nur auswärts zu sehen war.

Insbesondere die erste Hälfte war „unter aller Kanone“. Die Gastgeber enttäuschten auf ganzer Linie. „Das war die schlechteste Halbzeit dieser Saison, vermutlich die mieseste aller SVA-Zeiten“, ärgerte sich Co-Trainer Felix Michelmann aus durchaus verständlichen Gründen.

Dabei schien die Welt in Ordnung, als Justus Krumwiede zum 1:0 einnetzte. Doch auch der geneigte SVA-Fan erkannte knapp sechs Minuten später, dass mit dem Team aus ganz östlichen Niedersachsen ein Gegner aus dem ganz hohen Regal in der HBG-Halle gastierte. Zur Pause war bei elf Toren Unterschied eine Vorentscheidung gefallen. Auch dem größten Altenceller Anhänger war klar, dass es wohl nix wird mit dem vorzeitigen Klassenerhalt.

Doch alles, was vor der Pause schief lief, änderte sich mit dem Seitenwechsel. Obwohl die Körper die gleichen, wie in den ersten 30 Minuten waren, stand jetzt war es eine ganz andere Mannschaft auf dem Feld, Plötzlich stimmte deren Sprache, plötzlich halfen die Spieler einander, plötzlich stand die Deckung und der Angriff liefen so sonor wie ein Harley-Motor. Es passte alles. Bis auf eins: Der Rückstand war viel zu groß und der Gegner eben richtig gut. So ging die Partie verloren.

Und doch können die Altenceller gelöst zum letzten Spiel in Münden. Denn die HG Elm verlor in Rhumetal und kann nicht mehr an den Altencellern vorbeiziehen. Der Klassenerhalt ist endlich sicher.

SV Altencelle: Geese, Wagner – Kisser, Premper (1), Starke, Lackinger, Weinmann (10), Wietfeld, Schmidt-Kolberg, K.-M.Nowak (1), Krumwiede (3), Hahnraths (3/2), Ahrenbeck (2), Behr (7).

TSV Daverden – TuS Bergen 29:21 (12:11)

Eine verdiente Niederlage handelte sich TuS ein. Allerdings spiegelt das Ergebnis nicht das wahre Kräfteverhältnis wieder. Leider starteten die Berger mit vergebenem Siebenmeter und frühem 0:4-Rückstand.

Nach einer Auszeit kam der Gast besser ins Spiel. Mit dem 8:6 (17.) fand Bergen Anschluss und Daverden wurde zunehmend nervöser. Max Böhling brachte Bergen kurz vor der Pause beim 11:12 auf Schlagdistanz. „Normalerweise hätten wir zur Pause führen müssen. Denn die Mannschaft hat mit Geduld im Angriffsspiel die Vorgaben gut umgesetzt”, sagte TuS-Trainer Jörg Matthe.

Leider nutzten die Berger einige gute Wurfpositionen, vorrangig über die Außen nicht. Dennoch blieb das Spiel dank der starken Abwehrleistung vorerst offen. Bis zur 39. Minute: Dann kassierte Maximilian Kirchhoff beim Stand von 15:13 eine berechtigte Rote Karte, was den ohnehin kleinen Kader weiter dezimierte.

Bergen hielt den Rückstand bei drei Toren (22:19 /51.). Als letztes taktisches Mittel versuchte TuS die doppelte Manndeckung, aber dann schwanden Kräfte. Beim 24:19 war die Luft raus und das Spiel endgültig entschieden. „Insgesamt war das über weite Strecken eine ansprechende Leistung”, so Matthe, der aber auch eine schlechtere Wurfausbeute und das verlorene Torhüterduell sah.

TuS Bergen: Libera – Rudloff (1), Brodde (3), Rodehorst (1), Blancbois (1), Witte, Steinbeck, Kirchhoff (5), Becker, J. Sieve, Böhling (10/4).

Von Stefan Mehmke

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