Niedersachsenpokal

Klindworth bringt Eintracht ins Viertelfinale

Das war knapp: Dank Torwart Tjark Klindworth kam Eintracht Celle im Elfmeterdrama beim TSV Krähenwinkel/Kaltenweide im Landespokal eine Runde weiter.

  • Von Oliver Schreiber
  • 28. Juli 2019 | 19:19 Uhr
  • 10. Juni 2022
  • Von Oliver Schreiber
  • 28. Juli 2019 | 19:19 Uhr
  • 10. Juni 2022
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Langenhagen.

Als Björn Lohmann den zehnten und letzten Elfer im Stadion am Waldsee in Langenhagen verwandelte, kannte der Jubel im blau-weißen Lager keine Grenzen. Die Mannschaftskollegen herzten ihren Kapitän, der extra für das Elfmeterschießen kurz vor Schluss von Trainer Hilger Wirtz eingewechselt worden war. Der wahre Held war aber ein anderer. Torwart Tjark Klindworth wehrte zwei Schüsse bravourös ab und bescherte Fußball-Oberligist MTV Eintracht Celle im finalen Showdown beim klassentieferen TSV Krähenwinkel/Kaltenweide den Einzug ins Viertelfinale des Niedersachsenpokals. „Tjark war heute der entscheidende Mann und hat generell ein starkes Spiel gemacht. Natürlich war das Weiterkommen glücklich, aber danach fragt am Ende keiner mehr. Wir wussten, was uns hier erwartet, und genau das ist auch eingetreten. Wir freuen uns, dass wir gegen einen starken Gegner die nächste Runde erreicht haben“, meinte Wirtz.

Frühe Führung durch Laube

Nach regulärer Spielzeit hatte es 2:2 gestanden. Die Celler legten los wie die Feuerwehr und wollten den Hausherren zeigen, dass sie zu Recht eine Klasse höher kicken. Und dies gelang. Nach elf Minuten schickte Yusuf Akdas im Zusammenspiel der Neuzugänge Alexander Laube steil, der zog von der Linksaußenposition nach innen und lief alleine auf TSV-Torwart Andre Pigors zu, tunnelte ihn – und es stand früh 1:0 für Eintracht.

Der MTVE ließ nicht locker und drängte auf die schnelle Vorentscheidung. Aber Henry Struwe und Akdas scheiterten aus aussichtsreichen Positionen.

Einbruch und Aussetzer nach Trinkpause

Die Trinkpause Mitte der ersten Halbzeit dehnten die Gäste dann etwas zu lange aus. Denn danach attackierten die „Krähen“ die Blau-Weißen zunehmend aggressiver, Eintracht verlor den Faden. Die Folge: Binnen zwei Minuten drehte Krähenwinkel das Spiel – auch bedingt durch fehlerhaftes Zweikampfverhalten des Oberliga-Aufsteigers. Rene-Mike Legien (29.) und Lukas Schorler (31.) schockten mit ihren Treffern die Gäste, die eine Weile brauchten, um sich davon zu erholen. Ende der ersten Halbzeit erspielte sich der MTVE immerhin noch zwei Halbchancen.

Dominanz nach dem Seitenwechsel

Nach dem Seitenwechsel war sofort spürbar, dass die Celler den Pokal-K.o. unbedingt vermeiden wollten. Sie erhöhten die Schlagzahl, verschärften das Tempo und waren klar feldüberlegen. Zunächst noch ohne zählbaren Erfolg. Dies änderte sich dank einer Umstellung. Wirtz schickte für den nach seinem Tor abtauchenden Laube Luca van Eupen ins Spiel und beorderte ihn ins Sturmzentrum. Dafür wich Henry Struwe auf den Flügel aus. Dieser taktische Schachzug zahlte sich in der 75. Minute aus. Struwe tankte sich über außen durch, bediente mustergültig van Eupen, der aus zwölf Metern zentral vor dem Tor gekonnt zum 2:2 vollstreckte.

Lohmann verwandelt letzten Elfmeter

Ein weiterer Treffer fiel in der regulären Spielzeit nicht mehr. „Mit unserer zweiten Halbzeit bin ich zufrieden, wir sind sehr dominant aufgetreten. Nichtsdestotrotz hätten wir aber auch noch das 2:3 kassieren können, weil wir in ein, zwei Situationen nach hinten nicht gut abgesichert haben. Man hat gesehen, dass Krähenwinkel über gut ausgebildete und schnelle Spieler verfügt. Die haben uns erwartungsgemäß das Leben richtig schwer gemacht“, erklärte Wirtz.

Im Elfmeterschießen parierte dann Klindworth den ersten und den dritten Schuss der Hausherren. Bei Eintracht verschoss Hilger von Elmendorff, dafür trafen Lars Borchert, Yannik Ehlers, Akdas – und zu guter Letzt „Käpt‘n“ Lohmann.

MTV Eintracht Celle: Klindworth – Ehlers, Borchert, Marquardt, Doski – T. Struwe (89. Trautmann), von Elmendorff – Zöfelt (89. Lohmann), Akdas, Laube (62. van Eupen) – H. Struwe.

Tore: 0:1 Laube (11.), 1:1 Legien (29.), 2:1 Schorler (31.), 2:2 van Eupen (75.).

Elfmeterschießen: Klindworth hält gegen Pickert, 0:1 Borchert, 1:1 Dosch, Pigors hält gegen von Elmendorff, Klindworth hält gegen Kunstmann, 1:2 Ehlers, 2:2 Legien, 2:3 Akdas, 3:3 Böttcher, 3:4 Lohmann.