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Fußball überregional Klopp zu Bundestrainer-Job: «In Zukunft vielleicht»
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Liverpool-Coach : Klopp zu Bundestrainer-Job: «In Zukunft vielleicht»

12:31 22.11.2020
Liverpools Trainer Jürgen Klopp fühlt sich in England wohl. Foto: Luca Bruno/AP/dpa Quelle: Luca Bruno
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Leicester

London (dpa) - Liverpool-Coach Jürgen Klopp kann sich vorstellen, eines Tages Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zu werden - allerdings nicht in nächster Zeit.

«In Zukunft vielleicht», sagte Klopp auf Nachfrage vor dem Spiel seines Teams gegen Leicester City. «Jetzt? Nein. Ich hab keine Zeit, ich habe einen Job - einen ziemlich intensiven Job übrigens.»

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Bundestrainer Joachim Löw steht nach der historischen 0:6-Niederlage gegen Spanien in der Kritik. In Diskussionen über mögliche Nachfolger wird unter anderem Klopp genannt. «Ich bin mir nicht sicher, ob mich überhaupt jemand gefragt hat, aber falls sie es nicht wissen, ich habe einen Job in Liverpool», betonte der 53-Jährige, der noch bis 2024 an die Reds gebunden ist und sich in Anfield wohlfühlt.

«Und auch wenn das Wetter wieder schlecht ist, mir gefällt es», sagte Klopp und beruhigte die Liverpool-Fans. «Ich bin hier für viele Dinge verantwortlich, also werde ich nicht einfach abhauen und eine neue Herausforderung annehmen.»

Unterdessen nahm der frühere DFB-Teamchef Rudi Völler Löw in Schutz. Der Sportchef von Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen sprach sich zudem dafür aus, mit Löw als Bundestrainer bis zur Europameisterschaft im kommenden Jahr weiterzumachen. «Ja, auf jeden Fall», sagte Völler in der Talksendung «Sky90» auf eine entsprechende Frage.

«Ich hoffe natürlich, dass es ein einmaliger Ausrutscher war und denke auch, dass der Jogi das noch in den Griff bekommt», sagte Völler weiter, befand indes mit Blick auf die Debatte um die ausgemusterten Mats Hummels, Thomas Müller und Jérôme Boateng: «Die Kritik mit den drei Ausgemusterten muss er sich gefallen lassen.»

Völler plädierte dafür, zumindest über eine Rückkehr der Spieler nachzudenken. «Ich glaube gar nicht, dass alle drei vonnöten sind. Hinten ist es vielleicht etwas mehr vonnöten als vorne», sagte der 60-Jährige, der einräumte, zumindest «überrascht» vom Spiel in Spanien gewesen zu sein. «Man hatte nach zehn Minuten schon das Gefühl, die Spanier wollten unbedingt gewinnen und bei unserer Mannschaft hatte man das Gefühl leider nicht.»

Nach der herben Niederlage ist eine öffentliche Debatte darüber entstanden, ob Löw noch der richtige Bundestrainer ist. Völler selbst musste vor der EM 2004 eine ähnliche Schlappe verkraften. In Rumänien setzte es damals ein 1:5 in einem Testspiel. Zwei Monate später folgte das sieglose Aus nach der Vorrunde in Portugal und der Rücktritt Völlers als Teamchef.

© dpa-infocom, dpa:201122-99-422196/3