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Fußball überregional Seriös statt spektakulär: Malens Tordebüt beglückt BVB
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Champions League : Seriös statt spektakulär: Malens Tordebüt beglückt BVB

14:41 29.09.2021
Die Dortmunder um Matchwinner Donyell Malen (l) feiern den Heimsieg. Foto: Bernd Thissen/dpa
Die Dortmunder um Matchwinner Donyell Malen (l) feiern den Heimsieg. Foto: Bernd Thissen/dpa Quelle: Bernd Thissen
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Dortmund

Dortmund (dpa) - Donyell Malen wirkte wie von schweren Lasten befreit. Der Jubel über sein erstes Tor im zehnten Pflichtspiel für Borussia Dortmund beim 1:0 (1:0) über Sporting Lissabon fiel ungewöhnlich ausgelassen aus.

In Abwesenheit von Tormaschine Erling Haaland schlüpfte der 22 Jahre alte Sancho-Nachfolger in die Rolle des Matchwinners. Ähnlich groß wie beim gut 30 Millionen Euro teuren Neuzugang aus Eindhoven war die Freude von Marco Rose. «Hoffentlich bedeutet das für ihn, dass er viel Vertrauen mitnimmt. Er hat sich schon Gedanken gemacht und weiß, dass man viel von ihm erwartet», kommentierte der BVB-Trainer voller Hoffnung auf eine Initialzündung.

Nach bisher eher bescheidenen Auftritten im schwarzgelben Trikot deutete Malen einen Aufwärtstrend an. «Er hat in jedem Spiel gute Aktionen. Jetzt versuchen wir, mehr Konstanz rein zu kriegen», sagte Rose. Das Premieren-Tor des schnellen Angreifers nach feinem Zuspiel des erneut starken Jude Bellingham bescherte dem BVB einen perfekten Start in die Gruppenphase mit sechs Zählern aus zwei Spielen. Bei einem weiteren Sieg in einem der beiden nun anstehenden Partien gegen den punktgleichen Tabellenführer Ajax Amsterdam am 19. Oktober und 3. November wäre das Achtelfinale zum Greifen nahe.

«Tat richtig gut»

Angesichts der nun komfortablen Ausgangslage mit sechs Zählern vor den weiteren Gruppengegnern aus Istanbul und Lissabon konnten es alle Beteiligten locker verschmerzen, dass der Erfolg glanzlos ausfiel. Immerhin stellte die Borussia unter Beweis, dass sie auch ohne Spektakel gewinnen kann. Das erste Zu-Null-Spiel seit dem 7. August im DFB-Pokal gegen Wehen Wiesbaden wertete Michael Zorc als das Ergebnis eines Lernprozesses: «Das tat richtig gut. Es war sicher kein Highlight-Fußball. Aber wir haben das sauber zu Ende gespielt, was uns ja oft so nicht gelingt.»

Ohne den vor dem Spiel als besten Stürmer der vergangenen Champions-League-Saison geehrten Haaland mangelte es zwar - wie schon beim 0:1 drei Tage zuvor in Mönchengladbach - an offensiver Wucht, aber diesmal nicht an defensiver Stabilität. Nach zuvor acht Pflichtspielen mit üppigen 16 Gegentoren ließ der BVB am Dienstag keine hochkarätige Chance des Gegners zu.

«Wir haben alles reingeworfen. Und dann gewinnt man auch mal ein Spiel 1:0 - ohne zu glänzen. Das war von uns heute sehr seriös», befand Abwehrchef Mats Hummels beim Streamingdienst Amazon Prime. Ähnlich sah es Kapitän Marco Reus: «Wir wollten den Auswärtssieg gegen Istanbul vergolden. Es ist mir völlig egal, ob wir einen oder 100 Torschüsse haben. Wichtig ist, dass wir solch ein Spiel gewinnen.»

Haaland fehlt

Gleichwohl sehnt Fußball-Lehrer Rose das schnelle Comeback von Haaland herbei - möglichst schon am Samstag (15.30 Uhr) gegen den FC Augsburg: «Natürlich merken wir, dass Erling fehlt. Da müssen wir uns ein wenig neu erfinden. Wir wünschen, dass er schnell zurückkommt und das Ei in seinem Oberschenkel verschwindet.» Bessere Chancen auf ein Comeback hat Nationalspieler Emre Can. «Bei Emre sieht es ganz gut aus. Er hat schon ein, zwei Einheiten mitgemacht. Richtung Wochenende haben wir ihn möglicherweise wieder dabei», sagte der Coach.

Vorerst keine Option ist Mahmoud Dahoud, der sich schon in der 2. Minute der Partie gegen Lissabon eine Innenbandüberdehnung im linken Knie zugezogen hatte, aufgrund einer Sperre aber ohnehin nicht für das Duell mit Augsburg eingeplant war.

Überschattet wurde die Partie von Ausschreitungen im Stadionblock mit den Gäste-Fans. Einige der rund 500 mitgereisten Anhänger sorgten nach dem Siegtreffer von Malen für Krawall. Dabei wurden laut Dortmunder Polizei «Mitarbeitende des Ordnungsdienstes des BVB körperlich angegangen und verletzt». Deshalb seien «Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet» worden.

© dpa-infocom, dpa:210929-99-406795/4

Von dpa Von Heinz Büse