Kreisliga Celle

Hermannsburg verliert und feiert

TuS Hermannsburg steht nach dem letzten Spieltag auf Platz eins der Fußball-Kreisliga. Spannend ging es dennoch zu und eine Überraschung gab es auch noch.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 19. Jun 2022 | 21:04 Uhr
  • 21. Jun 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 19. Jun 2022 | 21:04 Uhr
  • 21. Jun 2022
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Celle.

Der neue Meister und damit der Aufsteiger in die Bezirksliga kommt aus Hermannsburg. Nach einem intensiven Duell mit hochmotivierten Langlingern gab es zwar eine 2:3-Niederlage. Doch durch die gleichzeitige Niederlage des TuS Eversen-Sülze beim MTV Eintracht Celle II blieb Hermannsburg aufgrund des besseren Torverhältnisses aber auf dem ersten Rang. Allerdings folgte der große Wermutstropfen auf dem Fuß. Denn aus privaten Gründen hat sich das Hermannsburger Trainerduo Sievert Asmussen und Andreas Rissmann dazu entschlossen, zum Saisonende aufzuhören.

Hermannsburger Trainergespann kündigt Rücktritt an

Vor gut 250 Zuschauern, davon die Mehrzahl aus Hermannsburg, entwickelte sich in Langlingen ein ausgeglichenes Duell. Beide Seiten hatten gute Möglichkeiten, um in Führung zu gehen. Bei den Langlingern war es der rechte Außenstürmer Thorge Smid, der Gefahr ausstrahlte. Bei den Gästen wurde Mika Höppner oft in Szene gesetzt.

Tabellenführer kommt nach 2:0-Führung ins Straucheln

Der Führungstreffer für Hermannsburg zeigte dann deutliche Wirkung bei den Hausherren. Der Stürmer hatte sich nach dem Anspiel um seinen Gegenspieler gedreht und mit der „Picke“ zum 0:1 (30.) vollendet. Danach lief die Begegnung bis zur Pause nur noch in eine Richtung. MTV-Keeper Sean Wende zeichnet sich mehrfach aus. An der Nienburger Straße war durch die 2:0-Pausenführung der Eintrachtler derweil bereits ein deutlicher Trend zu sehen. Hermannsburg wäre zu diesem Zeitpunkt mit drei Punkten Vorsprung der Kreismeister.

Verfolger TuS Eversen-Sülze nutzt Gunst der Stunde nicht

Nach dem Seitenwechsel traf wieder Höppner zum 2:0 (53.) für Hermannsburg. Damit schien damit alles klar für einen souveränen Auswärtssieg. In Celle machte die Eintracht durch den zweiten Treffer von Michael Trautmann zum 3:0 (54.) zur gleichen Zeit alles klar.

In Langlingen ging der scheidende MTV-Trainer Andr Ruschitzka ins Risiko und wechselte den zuvor lange zeit verletzten Tristan Santelmann ein. „Er hatte mir im Training gesagt, dass es für 15 Minuten reichen könnte, er schaffte sogar 36“, jubelte Ruschitzka.

Santelmann avancierte dann zum Matchwinner: Erst bereitete er das 1:2 (59.) durch Thorge Smid vor und dann traf er selber zum 2:2 (70.) per Drehschuss. Und vor dem Siegtreffer war er von Rouven van Rhijn von den Beinen geholt worden. Der erhielt dafür die Gelb-Rote Karte und Santelmann einen Freistoß. Den hämmerte der Offensivakteur an die Querlatte, den zurückprallenden Ball köpfte Malte Banser zum viel umjubelten 3:2 (75.) in die Maschen.

Langlingens Ruschitzka erlebt Bilderbuch-Abschied

„Das war ein Bilderbuch-Abschied für mich, die Jungs haben ein überragendes Spiel gemacht und immer an sich geglaubt“, war Ruschitzka nach Spielschluss sehr zufrieden und kassierte auch prompt eine kostenlose Dusche.

Die beiden Hermannsburger Trainer Asmussen und Rissmann waren jederzeit über den Spielstand in Celle im Bilde und deshalb entspannt. „Das ist die Krönung unserer mehr als neunjährigen Trainertätigkeit mit dieser tollen Mannschaft“, jubelten beide. Der verletzte 38-jährige Veysi Yavsan war ebenfalls glückselig: „Vor 20 Jahren habe ich mein erstes Herrenspiel für Hermannsburg gemacht, und jetzt darf ich diesen Megaerfolg feiern“, sagte er.

Eversens Coach Sven Ewert war nach der 1:4-Pleite in Celle deprimiert: „Jetzt haben wir das zweite Endspiel verloren, das müssen wir erstmal sacken lassen“, sagte er sichtlich geknickt. Er warf allerdings auch die Frage auf, ob seine Mannschaft im Bezirk hätte überhaupt mithalten können. „Im Kreis eine gute Rolle zu spielen, ist für uns wohl attraktiver.“

TS Wienhausen ist "Meister der Abstiegsrunde"

Die Absteiger standen bereits vor dem letzten Spieltag der Fußball-Kreisliga fest, es ging nur noch um den inoffiziellen „Meister der Abstiegsrunde“. Im direkten Duell verdrängte TS Wienhausen mit einem 3:2-Erfolg TuS Oldau-Ovelgönne noch von Platz eins und fuhr den Staffelsieg ein. Westercelles Reserve besiegte Lachendorf und schob sich auch noch vor Oldau auf Platz zwei. Firat Bergen reiste nicht nach Eschede, da sie kein spielfähiges Team zusammenbekamen. Wietzenbruch „verabschiedete“ Dicle mit einem 5:2-Sieg in die 1. Kreisklasse.

Abstiegsrunde

TuS Oldau-Ovelgönne – TS Wienhausen 2:3 (1:0)

Bereits am Samstag wurde der Meister der Abstiegsrunde gekürt. Wienhausen schnappte Oldau mit dem 3:2-Sieg noch den Platz an der Sonne weg. „Für mich eine extrem ärgerliche Niederlage, weil wir das Spiel über lange Zeit im Griff hatten“, motzte Oldaus Coach Markus Knorr und verwies auf die erste Stunde, wo Wienhausen in der Offensive wenig zeigte.

Mit der Einwechslung von Faiz Qalendari setzte die Wende ein. Den Ausgleich von Simon Keitel (67.) bereitete der wendige Dribbler vor, den Führungstreffer zum 1:2 (72.) erzielte er selbst. Keitel machten dann den Deckel drauf (84.), der Anschlusstreffer von Jacob Berkel (90.+4) kam zu spät. „Unsere Wechsel haben die Wende gebracht“, freute sich Steffen Petrick als Co-Trainer der besten Rückrunden-Mannschaft.

SC Wietzenbruch – SV Dicle Celle 5:2 (1:0)

Die Abschiedspartie des SV Dicle wurde überschattet durch eine schwere Verletzung von Sergej Kraus. Nach dem Ausscheiden von Kraus musste Dicle dezimiert weiterspielen und Wietzenbruch drehte einen 1:2-Rückstand noch in einen deutlichen Sieg.

Nach dem Ausgleich durch Sebastian Kunze (69.) trafen Kais Manai (80.), Luk Ringler (87.) und Mika Klindworth (89.) zum klaren Erfolg. „Bei beiden Teams war die Luft raus, der Sieg war aber hochverdient für uns“, meinte SCW-Trainer Oliver Seinsch. Er äußerte sich sehr zufrieden über den Saisonverlauf und ließ einen Glückwunsch an den Kreismeister Hermannsburg folgen.

SG Lachendorf-Beedenbostel – VfL Westercelle II 1:5 (0:3)

Die SG hatte zum Abschied vom Trainerteam Tobias und Wolfgang Zeising kein Geschenk mehr parat. „Nach 20 Minuten war das Spiel schon gelaufen, das spiegelt den gesamten Saisonverlauf wider“, sagte ein deprimierter Tobias Zeising. Der Coach musste Spieler aufstellen, die nicht die körperliche Verfassung für ein Kreisliga-Spiel hatten. „In der Zukunft müssen alle ihre Einstellung hinterfragen und mehr investieren“, meinte Zeising abschließend.

Aufstiegsrunde

TuS Eschede – FC Firat Bergen

Die Gäste aus Bergen traten aufgrund von anhaltendem Personalmangel zur Partie in Eschede nicht an. „Ich hatte insgesamt elf verletzte Spieler, dazu kamen noch coronabedingte Ausfälle“, entschuldigte sich Trainer Ronnie Wolff. Die Forderung aus Eschede nach dem Einsatz von Spielern aus der zweiten Mannschaft konnte Wolff nicht erfüllen, da die Reservemannschaft noch um den Aufstieg aus der 3. Kreisklasse spielt und sich nicht schwächen wollte.

SSV Südwinsen – TuS Celle FC 2:1 (1:1)

Der scheidende SSV-Trainer Ulrich Busse war hochzufrieden, dass seine Mannschaft mit dem Sieg ein tolles Abschiedsgeschenk gemacht hat. Die Anfangsphase verschlief seine Elf allerdings und lag folgerichtig zurück. „Celle hatte viele Chancen nicht genutzt“, sagte Busse. „Jetzt werde ich erstmal drei bis vier Monate Pause einlegen und dann sehen wir weiter“, so das Trainerurgestein.

Von Jens Tjaden

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