Kreisliga Celle

Hermannsburg trotz Remis wieder an der Spitze

In der Kreisliga-Aufstiegsrunde bleibt es spannend: Eversen-Sülze und Hermannsburg sind nun punktgleich. Im Abstiegskampf ist die letzte Entscheidung gefallen.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 29. Mai 2022 | 20:24 Uhr
  • 14. Juni 2022
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  • 29. Mai 2022 | 20:24 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Während es in der Aufstiegsrunde der Fußball-Kreisliga weiterhin spannend bleibt, ist die letzte Abstiegsentscheidung am Sonntag bereits gefallen. Durch die Niederlage des SV Dicle Celle in Lachendorf, muss die kurdische Elf als dritter Absteiger, neben Wathlingen und Garßen, den bitteren Gang in die 1. Kreisklasse hinnehmen. Jubel gab es entsprechend bei den Spielern in Wietzenbruch, die nach dem späten Ausgleich am Freitag gegen Westercelle die Feier noch verschieben mussten, jetzt aber gerettet sind.

In der Aufstiegsfrage ist weiterhin Bewegung. Hermannsburg verlor zwar zwei weitere Punkte beim Remis gegen MTV Eintracht Celle II, da Tabellenführer Eversen-Sülze aber in Langlingen verlor, führt das bessere Torverhältnis wieder zu einem Führungswechsel.

Aufstiegsrunde

MTV Langlingen - TuS Eversen-Sülze 3:0 (1:0)

Im Spitzenspiel der Fußball-Kreisliga gab es ein durchaus überraschendes 3:0 (1:0) vom MTV Langlingen gegen TuS Eversen-Sülze und damit einen erneuten Wechsel an der Tabellenspitze der Aufstiegsrunde. Eversen ist aufgrund der deutlich schlechteren Tordifferenz gegenüber Hermannsburg wieder auf Platz zwei abgerutscht.

Vor zwei Wochen hatten die Gastgeber aus Langlingen selber noch die Chance auf den Aufstieg. Nach den Niederlagen in Hermannsburg und gegen Firat Bergen waren die Illusionen von Bezirksliga-Fußball im kleinen Dorf allerdings schnell beendet. Jetzt kann die Elf von Andr Ruschitzka aber zum Königsmacher werden, denn neben Eversen muss mit Hermannsburg auch der zweite Aufstiegsaspirant noch in Langlingen antreten.

Aller guten Dinge sind drei

Am Sonntag begannen die Hausherren sehr dominant, schnürten Eversen regelrecht in deren Hälfte ein und hatten mehrere Einschussmöglichkeiten. Auf dem linken Flügel wurde Hannes Bock mehrfach geschickt freigespielt, bei der Verwertung fehlte Malte Banser und Timo Sonemann dann jedoch das Abschlussglück. Beim dritten Angriff hatte Thorge Smid dann mehr Übersicht, als er einen Pass von Banser zum 1:0 (6.) erfolgreich verwertete.

Erst Mitte der zweiten Halbzeit wurde das Duell offener, jetzt gab es auf beiden Seiten gute Einschussmöglichkeiten. Bei Eversen waren es Moritz Stahlmann und David Patzelt, die jeweils neben das Tor schossen, bei Langlingen scheiterten Sonemann und Banser.

Insgesamt hatten im zweiten Durchgang die Gäste ein wenig die Oberhand, zum Ausgleich reichte es jedoch nicht, da die vielen Angriffe nicht konsequent zu Ende gespielt wurden. „Den Willen kann ich meiner Mannschaft nicht absprechen, es hat aber die letzte Konsequenz beim Abschluss gefehlt“, meinte TuS-Trainer Sven Ewert.

Banser erhöht für Langlingen

Die spielentscheidende Szene gab es nach einer Stunde, als Stahlmann mit einem Schuss in Richtung Torwinkel am überragenden Langlinger Torwart Sean Wende scheiterte. Kurz darauf beendete Banser die Drangphase der Gäste und sendete mit einem satten Schuss aus 23 Metern zum 2:0 (67.) ins rechte Toreck ein klares Erfolgssignal.

Auch bei der endgültigen Entscheidung spielte Banser eine Hauptrolle. Der Mittelfeldakteur legte quer auf Smid, der überlegt zum 3:0 (75.) einnetzte. „Mit dieser Einstellung wollen wir auch die beiden weiteren Spiele angehen, dann war das eine erfolgreiche Saison“, freute sich Andr Ruschitzka, der das Trainerzepter beim MTV zur neuen Saison an Nico Strehl weitergeben wird.

TuS Eschede – TuS Celle FC 4:0 (0:0)

Der abgeschlagene Tabellenletzte aus Celle machte es im ersten Durchgang sehr gut, spielte gepflegten Kombinationsfußball, ohne sich allerdings gefährliche Torchancen zu erspielen. Die Niederlage für die Mach-Elf leiteten dann zwei verwandelte Ecken ein. Erst verwertete Jannek Claasen die Hereingabe zum 1:0 (53.) per Kopf, nur kurze Zeit später war Torjäger Dennis Runge zum 2:0 (56.) zur Stelle.

„Danach war die Moral bei den Cellern gebrochen“, sagte Eschedes Coach Sören Soltendieck. Den Abschluss des Torreigens bildete der Treffer vom etatmäßigen Torwart Gerard Krause, der wegen einer Handverletzung als Feldspieler eingewechselt wurde und zum 4:0 (84.) traf.

MTV Eintracht Celle II – TuS Hermannsburg 1:1 (0:0)

Mit dem Spiel seiner Mannschaft war MTVE-Trainer Emin Kiy sehr zufrieden, nur das Ergebnis stimmte nicht. „Wegen der Vielzahl an Torchancen hätten wir das Spiel klar gewinnen müssen“, meinte Kiy. Die von Malte Marquardt und Tino Großmann hervorragend organisierte Defensive ließ wenig Chancen des neuen (alten) Tabellenführers der Aufstiegsrunde zu.

Nur einmal wurde der Deckungsverband überlistet, nach einem geschickten Seitenwechsel traf Tobias Müller zum 0:1 (55.). Im direkten Gegenzug konnte Talal Selo ausgleichen, als er eine Passkombination zum Treffer vollendete (56.). In der 85. Spielminute war dann auch ein Dreier möglich, allerdings parierte TuS-Torhüter Robby Boldt ein Geschoss von Toufik Cheriet in hervorragender Manier. „Den habe ich schon drin gesehen“, sagte Kiy.

SSV Südwinsen – FC Firat Bergen 3:3 (1:2)

Südwinsens Coach Ulrich Busse sah einen eklatanten Leistungsabfall seiner Mannschaft im Vergleich zur Vorwoche, als der SSV einen Punkt aus Hermannsburg entführte. „Wir hatten einfach zu viele personelle Ausfälle, um das kompensieren zu können“, so Busse. Dass er am Ende noch einen Punkt in Südwinsen behalten durfte, machte ihn zufrieden, dieser war aber auch sehr glücklich errungen.

Die Gäste aus Bergen sahen nach einer 3:1-Führung bereits wie die sicheren Sieger aus. Als sie dann jedoch wegen des ausgeschöpften Wechselkontingents die letzten Minuten in Unterzahl weiterspielen mussten, kam noch die Wende. Erst traf Justus Missun zum Anschlusstreffer (87.) und in der Nachspielzeit gab es noch einen Elfmeter für die Hausherren, den Hendrik Ziemke zum Ausgleich verwandelte (90.).

Abstiegsrunde

SC Wietzenbruch – VfL Westercelle II 3:3 (3:1)

Die Wietzenbrucher Elf ging nach dem Remis und dem damit verpassten vorzeitigen Klassenerhalt am Freitagabend mit hängenden Köpfen vom Feld. „Die Enttäuschung war sehr groß“, berichtete Co-Trainer Oliver Seinsch, der den urlaubsbedingt abwesenden Sascha Klein vertrat.

Im Stadtderby wurde ein sicher geglaubter Sieg noch aus der Hand gegeben. In den Schlussminuten überschlugen sich die Ereignisse, erst wurde Dennis Ekinci mit Gelb-Rot vom Platz gestellt und in der Nachspielzeit nutzten die Gäste eine naive Deckung zum späten Ausgleich durch Theo Bischoff (90.+3) aus. Im Nachhinein war der Punktverlust dann nicht ausschlaggebend, denn Konkurrent Dicle steigt nach der Niederlage in Lachendorf ab.

SG Lachendorf-Beedenbostel – SV Dicle Celle 5:3 (1:2)

Nach dem sicheren Klassenerhalt ließ es Lachendorf ein wenig schleifen im Duell mit den Cellern. „Wir sind nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit ins Spiel gegangen“, berichtete der scheidende Trainer Tobias Zeising. Die Folge war der 0:2-Rückstand durch Dominik Teleha (11.) und Zeki Ari (14.). Danach stellte Zeising um und es lief offensiv ausgerichtet wesentlich besser. „Ich musste meine Spieler in der Halbzeit verbal aufrütteln, der Auftritt ging gar nicht“, so Zeising über seine Pausenansprache. Nach dem Wechsel erzielte Arne Hinz dann einen lupenreinen Hattrick (50., 71. und 77.), stellte das Ergebnis auf Sieg und schickte Dicle damit als dritten Absteiger runter in die 1. Kreisklasse.

TuS Oldau-Ovelgönne – SV Garßen 2:2 (1:2)

Das Duell mit Absteiger Garßen war ein ziemlich wildes Spiel, in dem es hin und her ging. Überschattet wurde die Partie durch eine schwere Verletzung des Oldauer Spielers Tyll-Jannis Werner, der mit Verdacht auf Beckenbruch ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. „Das überschattet natürlich alles und stellt das Spiel in den Hintergrund“, schilderte TuS-Coach Markus Knorr seine Empfindungen.

Dass es für Oldau noch um den „Meistertitel“ und für Garßen um nichts mehr ging, schien die Gäste zu beflügeln. „Die haben befreit aufgespielt und es uns mit der tiefgestaffelten Abwehr schwergetan“, so Knorr. Zu allem Überfluss vergab Maximilian Reineke mit einem verschossenen Elfmeter (80.) den Matchball.

Von Jens Tjaden

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