Aus trotz Double und Aufstieg

Darum hören die Trainer bei TuS Hermannsburg auf

Auf Jubel folgt beim Kreisligameister TuS Hermannsburg die Ernüchterung. Die Trainer hatten eine Ansage zu machen, mit der nicht unbedingt zu rechnen war.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 20. Jun 2022 | 19:17 Uhr
  • 21. Jun 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 20. Jun 2022 | 19:17 Uhr
  • 21. Jun 2022
Anzeige
Hermannsburg.

Nach dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte kam für die Fußballer des TuS Hermannsburg die große Ernüchterung. Die beiden Erfolgstrainer und Architekten der jahrelangen Erfolgsgeschichte des Heideclubs Sievert Asmussen und Andreas Rissmann gaben nach dem Kreisligaspiel am Sonntag in Langlingen ihren Rücktritt bekannt. „Den schwersten Gang haben wir gleich vor uns“, sagten beide, bevor sie vor ihre Mannschaft traten, um ihren Entschluss bekannt zu geben.

Aus der 3. Kreisklasse zum Meister der Kreisliga

Vor fast zehn Jahren hatte das Duo damit begonnnen, die Fußballsparte aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. Nach dem freiwilligen Abstieg in die 3. Kreisklasse wurde ein neues Team aufgebaut, dass in der Folge von Sieg zu Sieg eilte und die jeweiligen Spielklassen nur als Durchgangsstation sah. Als Hermannsburg im Celler Oberhaus, der Kreisliga, angekommen war, galt es erst einmal diese Spielklasse zu halten. Das Team steigerte sich stetig und erreichte mit dem Doublegewinn aus Kreismeisterschaft und Pokalsieg in diesem Jahr das maximal mögliche.

Für Trainerduo der richtige Zeitpunkt

„Wir haben mit der Mannschaft alles erreicht, damit ist für uns der richtige Zeitpunkt, um aufzuhören“, sagte Asmussen auch stellvertretend für seinen Trainerkollegen. Natürlich ist es ihm schwergefallen, seine sportliche Familie zu verlassen, „das war eine grandiose Mannschaft, die mir immer in guter Erinnerung bleiben wird“, sagt der Ex-Trainer.

Im Bezirk soll das Team einen neuen Impuls bekommen, damit der Erfolg erhalten bleibt. „Wenn der Neue nicht alles falsch macht, bekommt er eine Mannschaft, die alles gibt“, glaubt Asmussen.

Großer Respekt vor Arbeit des Duos

Fußball-Abteilungsleiter Jörg Wagener erinnert sich mit großem Respekt: „Als Sievert und Andi 2012 angefangen haben, hatten wir nur eine Herrenmannschaft, jetzt haben wir drei“, sagt er. Für den Fußballchef gibt es jetzt die schwere Aufgabe, einen Nachfolger für das erfolgreiche Trainerduo zu finden. Er selber hatte auch erst drei Tage vor dem Finalspiel in Langlingen von den Planungen Rissmanns und Asmussens erfahren. „Das war ein ziemlicher Schock für uns“, meint Wagener.

Bedauern bei den TuS-Spielern

Aus Spielerkreisen gab es ähnliche Stimmen. „Ich finde es schade, dass sie aufhören. Ich habe großen Respekt vor ihrer Leistung und wünschen ihnen alles Gute“, so der stellvertretende Mannschaftsführer Henry Struwe. Nach seinen Schilderungen sind die herausragenden Persönlichkeiten nicht nur Trainer, sondern haben auch die gesamte Organisation übernommen. Mit dem 38-jährigen Veysi Yavsan kann auch der erfahrenste Kicker in Reihen des Nordkreisklubs nur Positives berichten. „Sievert und Andi haben eine Mannschaft geformt, die nicht nur gut Fußball spielt, sondern auch menschlich sehr gut harmoniert.

Bei Suche nach Nachfolger nichts überstürzen

Am Mittwoch wird der Mannschaftsrat, dem sowohl Yavsan als auch Struwe angehören, mit dem Vorstand zusammenkommen, um zu besprechen, welche Kandidaten als Nachfolger in Frage kommen. „Wir werden aber nichts überstürzen“, kündigt Wagener an.

Am Freitag wird dann die gesamte Mannschaft, die fast komplett zusammen bleibt, mit in die Planungen einbezogen. Nach Auskunft von Wagener gibt es einige potenzielle Kandidaten für die Nachfolge, am liebsten wäre ihm jemand aus der Region, der sich mit dem Verein identifizieren kann.

Von Jens Tjaden