Nienhagen

Sport ohne Leistungsdruck

Der SV Nienhagen will sein Sport-Angebot für Kinder und Jugendliche mit Handicap ausbauen. Neben den erfolgreichen Projekten Fußball und Schwimmen soll in Kürze auch Judo angeboten werden. Gerade für - behinderte Kinder ist Sport im Verein wichtig, um koordinative Schwächen - zu verbessern, aber auch um soziale Kontakte zu - knüpfen.

  • Von Christopher Menge
  • 26. Sept. 2012 | 16:31 Uhr
  • 14. Juni 2022
SV Nienhagen bietet Sport fr Kinder mit Handicap
  • Von Christopher Menge
  • 26. Sept. 2012 | 16:31 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Nienhagen.

Jeden Freitag treffen sich bis zu 15 Kinder in der Turnhalle der Grundschule Nienhagen, um Fußball zu spielen. Dabei haben sie genauso viel Spaß und Ehrgeiz wie die gesunden Kinder, die ein paar Meter weiter auf dem Sportplatz oder in der großen Sporthalle trainieren. Seit zwei Jahren bietet der SV Nienhagen Kindern und Jugendlichen mit Handicap die Möglichkeit, dem runden Leder hinterher zu jagen.

„Uns ist es wichtig, dass diese Kinder Sport im Verein und in einer Mannschaft treiben“, sagt die Logopädin Silvia Heger-Gärtner, die das Projekt ins Leben gerufen hat. „Immer wieder haben mich betroffene Eltern gefragt, wo ihre Kinder denn Sport treiben könnten“, erinnert sich Heger-Gärtner, „es ist ein Unding, dass die Kinder nicht selbstverständlich im Verein mittrainieren können.“ Dabei ist gerade für Kinder mit Handicap das Miteinander besonders wichtig. „Im Verein können sie soziale Kontakte und Freundschaften knüpfen“, sagt Heger-Gärtner, „mein Wunsch ist, dass jeder Verein sowas anbietet.“

Marina John, die schon die G-Jugend des TuS Celle FC betreut hatte, wurde als Übungsleiterin gewonnen. Die Gruppe wuchs von acht Kindern zu Beginn auf nun 15 junge Fußballer, die jeden Freitag eifrig trainieren. Neben dem Fußball bietet der SVN auch ein Schwimmtraining für Kinder mit Handicap an. Dort ist die Anfrage so groß, dass es eine Warteliste gibt.

In den kommenden Wochen will der SVN sein Angebot auf den Judosport ausweiten. „Ich möchte den Kindern und Jugendlichen etwas geben“, erklärt Norbert Schulz, acht Jahre lang Präsident des Niedersächsischen Judoverbandes und lizenzierter Übungsleiter seit über 40 Jahren, „Judo ist ein dynamisches Bewegungsangebot für alle Behinderten.“

Schulz ist es besonders wichtig, dass bei den Judo-Übungsstunden kein Leistungsdruck entsteht. „Jedes Kind soll nach seinen Stärken und Schwächen betreut werden“, sagt er, „es geht nicht um den Wettkampf. Insbesondere koordinative Schwächen und motorische Defizite sollen ausgeglichen werden.“ Judo ist somit eine gute Ergänzung zur Krankengymnastik.

Das neue Angebot richtet sich vor allen Dingen an Kinder, die ADS/ADHS oder Wahrnehmungs- und Bewegungsprobleme haben. „Beim Judo können sie aggressives Verhalten abbauen und ihr Selbstbewusstsein stärken“, erklärt Schulz.