Sören Soltendieck ist Trainer und Funktionär beim Kreisligisten TuS Eschede
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Sören Soltendieck ist Trainer und Funktionär beim Kreisligisten TuS Eschede

14:45 24.01.2021
Von Uwe Meier
Nix los auf dem Sportplatz: TuS Eschedes Fußballtrainer Sören Soltendieck würde mit seiner Kreisliga-Elf gerne wieder voll loslegen.
Nix los auf dem Sportplatz: TuS Eschedes Fußballtrainer Sören Soltendieck würde mit seiner Kreisliga-Elf gerne wieder voll loslegen. Quelle: Oliver Knoblich
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Eschede

Etwas wehmütig blickt Sören Soltendieck über den Fußballplatz des TuS Eschede. Normalerweise würde er sich jetzt vermehrt genau dort aufhalten, würde hin und wieder selbst ein wenig gegen den Ball treten, aber in erster Linie die Aktivitäten seiner Spieler auf dem Trainingsfeld genauestens in Augenschein nehmen. Aber in Coronazeiten ist alles anders. Der Sportplatz im Brunshagen ist verwaist. „Ein bisschen Frust ist schon dabei“, sagt Soltendieck. „Aber es ist eben so. Wir können es ja nicht ändern.“

Der 31-Jährige ist ein Teil des Trainerduos beim TuS Eschede. Zusammen mit Torsten Gers leitet er die Geschicke der Kreisligakicker. Doch der von dem Duo mühevoll ausgearbeitete Vorbereitungsplan für den sportlichen Start ins Jahr 2021 ist längst Makulatur. Die Verlängerung des Lockdowns hat alles über den Haufen geworfen.

Sören Soltendieck hat neben seinem Platz auf der Trainerbank auch einen Posten im Vorstand. Quelle: Oliver Knoblich

Trainer und Funktionär in einer Person

Es heißt einfach abwarten. Eine Eigenschaft, die Soltendieck ein bisschen schwerfällt. Eigentlich ist der Steuerberater einer, der gerne anpackt, gestaltet und organisiert – besonders bei seinem TuS Eschede. Die Belange der Fußballabteilung liegen ihm einfach am Herzen. „Er ist da, wenn man ihn braucht und kümmert sich“, sagt Spartenvorsitzender Peter Schmoll. „Er ist ein äußerst korrekter Mensch.“ Soltendieck, der über ein abgeschlossenes Masterstudium der Wirtschaftswissenschaften verfügt und in Hannover als Steuerberater arbeitet, ist neben seiner Tätigkeit als Trainer noch in anderen Funktionen in seinem Stammverein ehrenamtlich im Einsatz.

Sören Soltendieck hat beim TuS Eschede den Platz auf der Trainerbank übernommen. Quelle: Oliver Knoblich

Ein Auge auf die Finanzen des Klubs

Im Vorstandsteam ist er für Investitionen zuständig und hat somit zugleich ein Auge auf die Finanzen des TuS Eschede. Zudem ist er Gründungsmitglied des 2015 gegründeten Fördervereins, bei dem er bis heute als Kassenwart tätig ist. Und er war auch 2019 zur Stelle, als ein neuer Abteilungsvorstand gesucht wurde. „Zusammen mit Dennis Flohr hat er dafür gesorgt, dass es nach dem Rücktritt des alten Abteilungsvorstandes weitergeht“, erzählt Schmoll. Damals hatten die beiden einen Workshop veranstaltet und dazu Leute angesprochen und eingeladen, die Aufgaben im Vorstand übernehmen könnten. „Auch mich haben sie breitgeklopft“, erzählt Schmoll, der dieses Amt schon einmal innehatte und somit genügend Erfahrung mitbrachte. „Sören ist sicherlich ein Kandidat für meine Nachfolge“, sagt Schmoll mit einem Lächeln. „Aber jetzt ist er ja erstmal Trainer.“

Im voll dabei: In frühen Jahren führte Sören Soltendieck (Nummer drei) als Mannschaftskapitän den TuS Eschede aufs Spielfeld. Quelle: Alex Sorokin (Archiv)

Seit frühester Jugend beim TuS Eschede

Fußball gehörte für den gebürtigen Escheder Sören Soltendieck immer dazu. Seit frühester Jugend spielt er für seinen TuS. Ein Vereinswechsel kam für ihn nie in Frage. Auch nicht, als in der B-Jugend aus Personalmangel keine Mannschaft in Eschede gemeldet werden konnte und er gut eineinhalb Jahre aussetzte. Ganz abgerissen ist der Kontakt zum Verein in dieser Zeit aber nie. „Ich habe hin und wieder beim Herrentraining mitgemacht“, erzählt er. Daher fiel ihm der Einstieg in den Erwachsenbereich im Jahr 2006 auch etwas leichter. „Das war damals dennoch eine harte Zeit“, sagt Soltendieck rückblickend. Eschede spielte damals in der 1. Kreisklasse und musste sogar den Gang in die 2. Kreisklasse antreten. Von dem sportlichen Tief erholte sich TuS nur langsam. Doch nach und nach ging es wieder aufwärts.

Verpasste Chancen auf den Fußball-Kreispokal

Nach dem Aufstieg in die 1. Kreisklasse folgte der Durchmarsch in die Kreisliga und in der Saison 2014/2015 der Gang in die Bezirksliga. „Das war natürlich eine tolle Zeit“, sagt er. Eine unangenehme Erinnerung verbindet Soltendieck mit dieser Spielzeit dennoch. Das Kreispokal-Halbfinale gegen SV Dicle Celle war damals kurz vor Schluss und einer 1:0-Führung für Eschede nach Rangeleien auf dem Spielfeld abgebrochen worden. Beide Mannschaften wurden anschließend disqualifiziert. „Ganz verstanden habe ich das nicht. Den Pott hätten wir damals gern geholt“, erzählt der Kapitän der damaligen TuS-Elf.

Nach der Saison 2014/2015 wurde das Team des TuS Eschede als Kreismeister geehrt. Mit dabei war auch Kapitän Sören Soltendieck (Dritter von rechts). Quelle: Horst Friebe (Archiv)

Déjá Vu mit einem Schiedsrichter

In der folgenden Bezirksliga-Saison erlebte Soltendieck ein Déjà Vu: Nach einem starken Saisonbeginn waren die Escheder doch noch in die Relegation gerutscht. Die entscheidende Partie gegen TVV Neu Wulmstorf wurde genau von dem Schiedsrichter geleitet, der die abgebrochene Pokalpartie gegen Dicle geleitet hatte. „Er hat mich vor dem Anpfiff gefragt, ob ich deswegen noch sauer auf ihn wäre“, erzählt der TuS-Kicker. War er nicht. „Wir mussten beide lachen.“

Beruflich bedingt eine Pause eingelegt

In der folgenden Bezirksligasaison stieg Soltendieck noch voll in die Vorbereitung ein, musste sich dann aber mehr und mehr zurückziehen. „Beruflich wurde es für mich einfach zu eng“, erzählt er. „Zeitlich war das nicht mehr zu schaffen.“ Er stand zwar parat, wenn er gebraucht wurde. Aber überwiegend trat er nur noch in der 2. Mannschaft gegen den Ball. Ein Comeback in der Saison 2019/2020 scheiterte, nachdem er sich während der Vorbereitung in einem Testspiel gegen TuS Bröckel eine langwierige Muskelverletzung zugezogen hatte.

SörenSoltendieck

Trainerduo Gers/Soltendieck übernimmt Kreisligateam

Doch noch in derselben Saison kehrte der 31-Jährige zurück. Allerdings zusammen mit Torsten Gers als Trainergespann. Das Duo übernahm die Aufgabe des glücklosen Uwe Thiel. Sieglos standen die Escheder Anfang November 2019 am Tabellenende. Der Versuch, durch den Trainerwechsel für neue Impulse zu sorgen, ging voll auf. TuS holte bis zur Winterpause drei Siege in Folge und hatte den Klassenerhalt in der später abgebrochenen Saison wieder im Blickfeld.

Eingespieltes Team kann sich aufeinander verlassen

„Die Zusammenarbeit zwischen Torsten und mir funktioniert sehr gut“, so Soltendieck, der dabei auch von der großen Erfahrung seines ehemaligen Jugendtrainers profitiert. „Torsten ist schon ewig lange dabei. Der hat schon alles mitgemacht und weiß wie der Hase läuft.“ Gers kennt Soltendieck schon lange. „Ich habe ihn schon in der Jugend trainiert“, so Gers, der seit 1972 beim TuS Eschede verschiedene Positionen ausgefüllt und seinen Mitstreiter als „zielstrebigen und engagierten“ Menschen sowie „ganz lieben Kerl“ beschreibt. „Als Jugendspieler war Sören für mich der verlängert Arm auf dem Platz. Wir beide sprechen die gleiche Sprache und haben die gleiche Philosophie, wie Fußball gespielt werden soll.“

Bei Ex-Trainern viele Tipps abgeholt

Aber auch von seinen ehemaligen Trainern wie Sven Ewert, Jörg „Otto“ Rienass oder Marc Knauer habe er jede Menge Fußball-Wissen mitgenommen. „Wir sind immer in Kontakt geblieben. Den einen oder anderen Tipp habe ich mir auch geholt“, sagt Soltendieck, der als 18-Jährige eine Jugendmannschaft übernommen und diese sieben Jahre lang betreut hatte. Aus diesem Team sehen vier Spieler im heutigen Kreisligakader.

Lehrgang für Trainerlizenz soll bei folgen

Eine Trainerlizenz besitzt Sören Soltendieck noch nicht. „Das kommt aber sicherlich noch“, sagt er und blickt noch einmal über den Fußballplatz. Nur allzu gern wäre er jetzt mit seinem Team auf dem Rasen unterwegs. Den Ball immer nur virtuell beim E-Football laufen zu lassen, macht auf Dauer keinen Spaß. So aber bleibt für ihn nur zu hoffen, dass sich die Spieler individuell fithalten. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, sich dafür zu motivieren“, sagt er und lacht: „Deshalb hoffe ich, dass die Jungs öfter in Sachen Fitness unterwegs sind als ich.“

Nägel mit Köpfen

TuS Eschede hat zwei wichtige personelle Entscheidungen getroffen, die den Fußballern des Vereins weitere Kontinuität bringen. Bereits zum jetzigen frühen Zeitpunkt hat der Klub auf den Trainerpositionen Nägel mit Köpfen gemacht. Das Trainerduo Torsten Gers und Sören Soltendieck wird die erste Herrenmannschaft des derzeitigen Kreisligisten auch in der nächsten Spielzeit betreuen. Darüber hinaus hat auch Marcel Steinecke seine Zusage gegeben, weiterhin die Geschicke der zweiten Mannschaft zu leiten, die derzeit in der 2. Kreisklasse auf Punkte- und Torejagd geht.

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