Partyprotokoll des MTVE

So feiern Celler Helden ihren großen Sieg

Nach dem Spiel ist vor der Party: Die Pokalhelden des MTV Eintracht Celle haben ihren Triumph in vollen Zügen ausgekostet. So haben die Kicker gefeiert.

  • Von Heiko Hartung
  • 24. Aug. 2020 | 18:37 Uhr
  • 12. Juni 2022
Die Celler Party startete bereits mit der Pokalübergabe an Kapitän Tim Struwe.
  • Von Heiko Hartung
  • 24. Aug. 2020 | 18:37 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Celle.

Manche der Pokalhelden hatten auch am Tag nach dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte noch nicht genug vom Fußball: Mit Sonnenbrille „bewaffnet“ zog es Lars Borchert und Malte Marquardt am Sonntagnachmittag nach Westercelle zum Testspiel des VfL gegen Vorwerk. „Mal schauen, wie der Ball hier so läuft“, sagte Marquardt mit einem Grinsen im übernächtigten Gesicht. Am Abend zuvor hatte der 33-Jährige mit seinen Mitspielern vom MTV Eintracht beim Gewinn des Niedersachsenpokals (3:2 im Finale gegen MTV Gifhorn) ein Stück Celler Fußballgeschichte geschrieben. Schließlich war es der erste Triumph für eine Elf aus der Herzogstadt seit fast 40 Jahren. Damals hatte Lokalrivale TuS FC den „Landes-Pott“ gewonnen.

In der Celler Innenstadt ging die Pokalfeier bis tief in die Nacht.

100 Fans empfangen Mannschaft am Vereinsheim

„Es fühlt sich auch einen Tag später noch großartig an“, berichtete Marquardt. Der Innenverteidiger und sein Nebenmann Borchert (30) hatten in der Schlussphase der umkämpften Partie mit ihren kompromisslosen Abwehraktionen großen Anteil daran, dass die knappe Führung bis zum Schlusspfiff hielt. Die hatte ihr eingewechselter Sturmkollege Felix Krüger mit einem Doppelpack innerhalb von zehn Minuten herausgeschossen. Kein Wunder, dass der 27-Jährige auch nach der Rückkehr des MTV-Trosses ins Vereinsheim an der Nienburger Straße der gefragteste Mann war.

Philip Köhler (links) und Alexander Laube präsentieren in der Kabine den Landespokal.

Dort erwarteten rund 100 Fans des Oberligisten „ihre Jungs“ schon mit einem kleinen Feuerwerk. „Das hat gefühlt eine Dreiviertelstunde gedauert, bis sich Felix durch die Menge zur Kabine durchgewühlt hatte“, erzählt Alexander Laube, der nach seiner Einwechslung die linke Außenbahn des Finalortes, dem Eilenriedestadion in Hannover, beackert hatte. Auch bei dem 24-Jährigen war am Tag danach die dunkle Sonnenbrille ein unverzichtbares Accessoire.

Als Landespokalsieger darf man sich auch ein kleines Bierchen erlauben.

„Vom Vereinsheim ging es nach Mitternacht noch weiter durch die Bars und Kneipen in der Innenstadt. Ich war erst morgens um sieben zu Hause“, verrät Laube, der in seiner alten Fußballheimat Westercelle gleich die nächsten Schulterklopfer entgegennahm. Trainer Hilger Wirtz verabschiedete sich morgens um vier von der Pokalparty. „Ein unvergesslicher Abend“, schwärmt der Coach.

Delegation inspiziert Stadion

Andere Väter des Erfolgs ließen es ruhiger angehen: „Ich wollte das Erlebte in Ruhe sacken lassen und das alles ganz bewusst genießen“, berichtet Stefan Cohrs, der den Abend mit seiner Partnerin bei einem Glas Weißwein ausklingen ließ. Der Abteilungsleiter schaut bereits voraus auf das nächste Großereignis. Schließlich zog Celle durch den Landespokalsieg in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals ein. Am 12. oder 13. September wartet dort Bundesligist FC Augsburg. Und noch sind viele Fragen offen. Zum Beispiel die nach dem Spielort: Eintracht will – wie schon im Landespokal-Halbfinale gegen Hagen/Uthlede – im benachbarten Günther-Volker-Stadion auflaufen. Eine Vorentscheidung darüber, ob das klappt, könnte bald fallen: Eine Delegation aus Vertretern des Deutschen Fußball Bundes (DFB), der TV-Produktionsfirma Sportcast (Tochterunternehmen der Deutschen Fußballliga DFL) sowie der übertragenden Medienanstalten begutachtet am Dienstag das Celler Stadion. „Es gibt eine Liste von Voraussetzungen, die die Sportstätte erfüllen muss“, weiß Cohrs. Er hofft, dass zum Beispiel die nicht funktionstüchtige Flutlichtanlage kein K.o.-Kriterium ist. „Selbst wenn man wollte, kann ich mir nicht vorstellen, das Flutlicht in der Kürze der Zeit reparieren zu können“, so der Abteilungsleiter. Einen „Plan B“ habe man aktuell nicht. Über einen Heimrechttausch sei intern diskutiert worden, mit den Augsburgern sei darüber jedoch nicht gesprochen worden.

Celler Spieler müssen sich vor DFB-Pokal testen lassen

Auch ob Zuschauer zum Pokalknüller zugelassen wären, steht in den Sternen. „Auswärtsfans sind definitiv nicht erlaubt“, weiß Cohrs, der aber davon ausgeht, dass grundsätzlich Tribünengäste dabei sein können. „Nur ob das wieder 500 sein werden, ist bei der derzeitigen Corona-Entwicklung unklar.“ Klar ist allerdings, dass sich die MTVE-Spieler im Vorfeld auf das Virus testen lassen müssen. „Man kann die Bundesliga-Stars ja nicht auf ungetestete Amateure treffen lassen“, zeigt Cohrs Verständnis.