Trotz Behrens-Doppelpack

SV Altencelle steigt in Kreisliga ab

Der SV Altencelle steht nach dem 2:3 gegen Eintracht Elbmarsch als Absteiger aus der Fußball-Bezirksliga fest. Es ist das Ende eines zweijährigen Abenteuers.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 22. Mai 2022 | 20:12 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 22. Mai 2022 | 20:12 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Altencelle.

Die Entscheidung im Abstiegskampf ist gefallen. Nach dem 2:3 (1:0) gestern im Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten Eintracht Elbmarsch steht der SV Altencelle vor dem letzten Spieltag am kommenden Wochenende mit fünf Punkten Rückstand zum rettenden Ufer als Absteiger aus der Bezirksliga fest. Nach zwei Jahren ist das Abenteuer in dieser Spielklasse schon wieder beendet. In der Kreisliga wird sich der Klub im Sommer sportlich neu erfinden müssen.

Nach passabler Vorrunde waren die mageren fünf Punkte, die der SVA in der enttäuschend verlaufenden Abstiegsrunde sammelte, viel zu wenig, um dem Abstieg zu entgehen. Gefasst, aber natürlich sehr enttäuscht zeigte sich Altencelles Trainer Claus Netemeyer nach dem besiegelten Abstieg. „Wir wollten die Klasse unbedingt halten, aber dazu hat letztlich einiges gefehlt. Ich muss das jetzt erstmal sacken lassen und die Sache verarbeiten. Aber es geht bei uns weiter“, sagte der 57-jährige Coach in einer ersten Analyse nach dem Schlusspfiff.

Gegen die Gäste aus Elbmarsch, die mit rund 30 Fans nach Altencelle gereist waren, tat sich der SVA das ganze Spiel über schwer. Das ersatzgeschwächte Netemeyer-Team kämpfte verbissen und wehrte sich nach Kräften. Die Kontrolle über das Spiel erlangten die Gelb-Roten aber zu keiner Zeit. Insbesondere waren strukturierte Angriffszüge gegen die hoch stehenden und dicht gestaffelten Gäste Mangelware. Lange Bälle des SVA landeten viel zu oft im Nichts. Die Elbmarscher hatten spielerisch mehr zu bieten und waren durch ihre pfeilschnellen Angreifer Tim Eberle und Marvin Schulga immer wieder brandgefährlich. „Die vielen Ecken und Freistöße, die wir gegen uns produziert haben, waren zudem Gift für unser Spiel“, befand Netemeyer. Bis auf eine sehr gute Gelegenheit von Gästestürmer Max Busch (18.), der knapp am Pfosten vorbeischoss, hatte die Partie bei wenig Spielfluss auch kaum Höhepunkte. Das änderte sich erst kurz vor der Pause. SVA-Stürmer Matthias Behrens zog in der 43. Minute aus 15 Metern kraftvoll ab und der Ball landete von der Unterkante der Latte im Netz. Ein zweifellos wunderschöner Treffer und der 1:0-Pausenstand.

Aber die Hoffnung auf einen Sieg und die Chance, den Klassenerhalt vielleicht doch noch zu schaffen, hielt nicht lange. Denn der viele technische Fehler produzierende SVA auch nach Wiederanpfiff. Gegen einen Hochgeschwindigkeitskonter über die rechte Seite sah die SVA-Defensive dann alt aus. Die scharfe Eingabe in den Fünfmeterraum bugsierten Frieder Hütten und Torwart Janick Rienass in Gemeinschaftsproduktion zum 1:1 ins eigene Tor (55.). Jetzt waren die Gastgeber von der Rolle, was die Eintracht zu nutzen wusste. Nur 120 Sekunden später drehte Tim Eberle das Spiel per Kopfballtor auf 1:2 (57.).

Der nicht aufsteckende SVA kam jedoch schnell zurück. Matthias Behrens glich mit einem sehenswerten Kopfballtor zum 2:2 aus (63.). Nur wenig später (66.) jubelte der SVA erneut, aber der Ball hatte die Torlinie nicht im vollen Umfang überschritten. Danach hatten die Altenceller nur noch Kampf und Krampf, aber keine eigenen Torchancen zu bieten. Im Gegensatz zu den deutlich gefährlicheren Gästen, die zweimal (76./80.) den Führungstreffer knapp verpassten. Als bereits die Nachspielzeit lief, verwandelte der reaktivierte Routinier Finn Baltzer einen Freistoß zum frenetisch gefeierten Sieg für die Gäste, die den Klassenerhalt jetzt in der eigenen Hand haben, während sich die SVA-Spieler auf den Rasen sacken ließen. „Es war ein intensives Spiel, in dem wir den Kampf angenommen haben. Elbmarsch war aber deutlich abgeklärter in der Spielanlage, hatte mehr Qualität und uns an Geschwindigkeit einiges voraus. In der Vorbereitung der Chancen hatten sie klare Vorteile. Unsere Niederlage, so bitter sie ist, geht leider in Ordnung“, räumte SVA-Trainer Netemeyer als fairer Sportsmann realistisch ein. Am Sonntag will sich der Klub bei Winsen (Luhe) mit einem Sieg aus der Bezirksliga verabschieden.

Von Jochen Strehlau

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