Spieler und Trainer weg

SC Vorwerk steht vor einem großen Scherbenhaufen

Nach dem Abstieg gehen die Probleme beim SC Vorwerk richtig los. Etliche Spieler und der Trainer verlassen den Verein. Und der Neue sagt auch gleich wieder ab.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 25. May 2022 | 18:00 Uhr
  • 14. Jun 2022
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  • 25. May 2022 | 18:00 Uhr
  • 14. Jun 2022
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Vorwerk.

Ulrich Matthesius, umtriebiger Spartenleiter des SC Vorwerk, ist gerade nicht zu beneiden. Nach dem Abstieg des ersten Herrenteams aus der Bezirksliga steht der 59-jährige nämlich vor einem Scherbenhaufen. Etwa ein Dutzend Spieler, darunter nahezu alle Stammkräfte, werden den Verein nach Saisonende verlassen.

Nicht nur auf Trainersuche

Damit steht der Celler Vorstadtklub für die kommende Kreisliga-Saison, zumindest im Moment, fast ohne Mannschaft da. Eine dramatische Entwicklung, die dazu führte, dass der als neuer Trainer dem Team bereits angekündigte B-Lizenzinhaber Daniel Gries seine Zusage für das Traineramt in Vorwerk wieder zurückzog. Somit ist der Verein jetzt wieder auf Trainersuche.

Fehlender Teamgeist

„Das Ganze geht mir sehr nahe. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass so viele Spieler dem Verein den Rücken zukehren. Dazu haben mir die meisten erst auf den letzten Drücker abgesagt“, so der geschockte Matthesius, der von einer negativen Kettenreaktion spricht. Zuvor hatte „Noch-Trainer“ Marcus Hoffmann nach dreijähriger Amtszeit erklärt, den Verein im Falle eines Abstiegs nicht mehr weiter coachen zu wollen.

Es ist jedoch kein Geheimnis, dass Hoffmann mit dem Teamgeist seiner Elf immer weniger zufrieden war. „Die Mannschaft war nicht gefestigt. Es stimmte weder auf, noch neben dem Platz. Leider war auch die Trainingsbeteiligung dauerhaft schlecht“, kritisiert Hoffmann, der in den konditionellen Mängeln den Hauptgrund sieht, warum so viele Spiele erst kurz vor Schluss verloren wurden.

Auch Matthesius ist die Ursache für den Abstieg und das jetzige Auseinanderfallen der Mannschaft nicht verborgen geblieben. „Es herrschte eine permanente Unzufriedenheit. Die Mannschaft hat sich leider nicht verstanden“, räumt der SCV-Spartenleiter ein.

So verstreuen sich jetzt die Vorwerker Spieler in alle Winde. Torwart Florian Hartmann und Mittelfeldspieler Marcel Korte haben bereits beim SV Altencelle zugesagt. Die Ziele von Jan Kindermann, Oumar Mary Sangare, Yalcin Agackiran, Kheiri Hassan Findi, Dominik Lowag, Christoph Wäsche, Robin und Leon Ohlde sowie Kees Bouma sind noch unbekannt. Es wartet also eine Menge Arbeit auf Spartenleiter Matthesius, der sich nicht nur um einen neuen Trainer und neue Spieler, sondern auch um ein neues Funktionsteam kümmern muss. Die Co-Trainer Bastian Krämer (übernimmt beim SSV Südwinsen) und Özgür Cekirgeci sowie Betreuer Carsten Eckhardt stehen nämlich nicht mehr zur Verfügung. Nur Torwart-Trainer Rene Rieck bleibt dem SCV erhalten.

Schweres Jahr in Kreisliga

Doch wer Ulli Matthesius kennt, der weiß, dass dieser seinen Optimismus auch nach heftigen Rückschlägen nie verliert. „Es ist nicht der erste Neuanfang beim SC Vorwerk. An Lösungen wird gearbeitet und vielleicht kann ich schon in Kürze positive Nachrichten vermelden. Es wird für uns jedoch ein schweres Jahr in der Kreisliga“, glaubt der Vorwerker Fußball-Funktionär.

Von Jochen Strehlau

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