Oberliga Niedersachsen

Eintracht Celle ist Meister der Abstiegsrunde

Der MTV Eintracht Celle hat seinen Heimnimbus gegen Gifhorn gewahrt. Nach dem 2:1 herrschte Jubelstimmung. Aber es gibt auch weitere Abgänge.

  • Von Oliver Schreiber
  • 22. Mai 2022 | 19:00 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Oliver Schreiber
  • 22. Mai 2022 | 19:00 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Das Szenario, das sich unmittelbar nach Spielschluss auf dem Rasen der Wilharm-Arena abspielte, war ein wenig bizarr. Sowohl die Fußballer des MTV Eintracht Celle als auch die des MTV Gifhorn bildeten nur wenige Meter voneinander entfernt einen Kreis, umarmten sich, tanzten Ringelreihen und sangen. Die Celler brüllten „Spitzenreiter, Spitzenreiter“, die Gifhorner „Oberliga, Oberliga“. Der simple Grund: Beide Teams hatten ihre Ziele erreicht und feierten den Klassenerhalt, der MTVE zudem die Meisterschaft in der Abstiegsrunde.

Die Partie zuvor hatte Eintracht mit 2:1 (1:1) für sich entschieden und damit auch das sechste Heimspiel in diesem Jahr gewonnen. „Die Art und Weise, wie wir vor eigenem Publikum aufgetreten sind, war wirklich herausragend. Die meisten Spiele gegen Gegner aus der Abstiegsrunde haben wir hoch gewonnen. Wir haben vier, fünf oder sogar sechs Tore geschossen. Diese Leistung kann man gar nicht hoch genug bewerten. Vor allem, wenn man zurückblickt auf die Situation im November und Dezember“, betont Trainer Hilger Wirtz .

Damals war seine Truppe auf Grund einer unglaublichen Verletzungsmisere nicht mehr konkurrenzfähig. Doch mit dem Ende dieser außergewöhnlichen Pechsträhne kehrte auch nach und nach das Selbstbewusstsein und damit auch der Erfolg zurück. „Das haben wir uns aber auch hart erarbeitet. Seit Anfang Januar haben die Jungs mit hoher Intensität trainiert und sich alles abverlangt. Und dafür sind wir jetzt belohnt worden“, erläutert Wirtz.

Ein wesentlicher Bestandteil der Erfolgsserie war mit Sicherheit die verbesserte Defensive. Die spielerisch und in der Offensive starken Celler haben ihre Schießbude dichtbekommen. Winterneuzugang Fabian Weigel und der reaktivierte Lars Borchert haben als gestandene Innenverteidiger der Defensive die Stabilität verliehen, die sie dringend benötigt hat. Beide werden allerdings in der kommenden Saison nicht mehr zur Verfügung stehen. Weigel zieht es gemäß Vereinbarung wieder zurück zu seinem Heimatverein, Regionalliga-Absteiger HSC Hannover. Borchert will aus privaten Gründen wieder kürzertreten.

Dies gilt auch für Linksverteidiger und Bundeswehrsoldat Philip Köhler, hier allerdings beruflich bedingt. Da auch Rechtsverteidiger Daniel Ruchatz (Bandscheibenprobleme) eine Pause einlegen wird, verliert der MTVE eine komplette Vierer-Abwehrkette, als Neuzugang steht in diesem Bereich bisher nur Talent Maximilian Wede vom VfL Westercelle als Neuzugang fest. „Wir wissen, dass wir hier noch etwas tun müssen. Wir sind auch schon mit einigen Kandidaten in Gesprächen. Aber es ist nicht leicht, einen gestandenen Innenverteidiger zu bekommen“, erklärt Wirtz.

Alle vier Defensivspieler wurden vor der Partie ebenso verabschiedet wie Gerbi Kaplan , der mit seiner Familie zurück in seine Heimatstadt Göttingen zieht. Dauerbrenner Yannik Ehlers wurde zudem nachträglich für 100 Spiele in Folge im Eintracht-Trikot geehrt, mittlerweile sind es schon 102.

Offene Zukunft bei Struwe und Krüger

Noch offen ist es, wie es mit Kapitän Tim Struwe und Torjäger Felix Krüger weitergeht. Struwe plagt sich noch mit den Folgen seiner Corona-Infektion herum. „Momentan kann ich leider nicht sagen, wann ich wieder richtig fit sein werde“, sagt Struwe. Bei Krüger ist die Situation auf Grund seiner Schambeinentzündung identisch. „Es gibt leider immer noch keinen richtigen Fortschritt, daher ist noch völlig offen, wann ich wieder gegen den Ball treten kann“, schildert Krüger.

Beide Führungsspieler sahen vor rund 250 Zuschauern vor allem in der ersten Halbzeit wieder einmal einen starken Auftritt ihrer Teamkollegen. Das Tor zum 1:0 alleine war das Eintrittsgeld wert. Auf engstem Raum spielten Laurin Bonk und Adrian Zöfelt nach einem schönen Angriff Doppelpass am rechten Strafraumeck, Bonk passte den Ball in die Mitte, wo der in den freien Raum laufende Alexander Laube vollstreckte (20.).

Der Ausgleich der Gäste durch Lasse Denker kam nach einem Weigel-Fauxpas praktisch aus dem Nichts (34.). Erneut Laube erzielte den Siegtreffer, bei seinem zu ungenau platzierten Kopfball aus Nahdistanz profitierte er allerdings von einem Fehler von Torwart Friedrich Filikidi (71.). „Der Sieg war absolut verdient. In der ersten Halbzeit waren wir sehr dominant und hätten das Spiel auf Grund unserer vielen Chancen schon entscheiden müssen“, resümiert Wirtz.