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Fußball regional Eintracht-Torjäger Doumbouya wechselt zu 96
Sport Fußball regional Eintracht-Torjäger Doumbouya wechselt zu 96
22:29 19.07.2019
Von Oliver Schreiber
Foto: Eintracht-Torjäger Moussa Doumbouya (blaues Trikot) wechselt zur U23 von Hannover 96.
Eintracht-Torjäger Moussa Doumbouya (blaues Trikot) wechselt zur U23 von Hannover 96. Quelle: Oliver Knoblich
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Celle

Die Fans des MTV Eintracht Celle hielten Freitagabend im Halbfinale des Porta-Pokals in Ramlingen vergeblich Ausschau nach Torjäger Moussa Doumbouya. Während der Fußball-Oberligist durch einen 5:3-Sieg gegen Landesligist SC Hemmingen-Westerfeld erneut das Endspiel des prestigeträchtigen Turniers erreichte, kickte Doumbouya fast zeitgleich für die U23 von Hannover 96 im Testspiel bei Wacker Nordhausen. Der 21-Jährige, der bei der 2:3-Niederlage ein Tor erzielte, wird auch weiterhin das Trikot der Roten tragen. Denn der Wechsel des Guineers vom MTVE zum Regionalligisten ist perfekt. „Wir sehen das natürlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Natürlich verlieren wir mit Moussa einen außergewöhnlichen Spieler. Aber diese Chance kommt für ihn vielleicht nicht wieder. Wir würden uns alle freuen, wenn er es bei 96 packt“, erklärt Eintracht-Abteilungsleiter Stefan Cohrs.

"Sein Abgang tut natürlich weh"

Auch Trainer Hilger Wirtz, unter dessen Regie Doumbouya in den vergangenen 18 Monaten seit seinem Wechsel vom damaligen Bezirksligisten SC Wietzenbruch an die Nienburger Straße eine gewaltige Entwicklung hinlegte, hofft, dass sich der robuste Stürmer bei 96 durchsetzen wird. „Uns tut sein Weggang natürlich richtig weh, gerade als Aufsteiger. Ein Moussa in seiner momentanen Verfassung wäre enorm wichtig für uns gewesen. Aber selbstverständlich muss er versuchen, diese Chance zu nutzen“, sagt Wirtz.

Nächster Eintracht-Kicker schafft Sprung in Regionalliga

Doumbouya ist nach Felix Krüger (2017 zum TSV Havelse) und Bastian Stech (2018 zum Lüneburger SK) der dritte Spieler binnen drei Jahren, der aus der Celler Mannschaft den Sprung zu einem Regionalligisten schafft. Doumbouya, der in der vergangenen Saison 34 Tore bei Eintrachts Meisterstück schoss, hat sowohl in den Testspielen als auch im Training die Verantwortlichen von 96 nachhaltig beeindruckt. „96-Nachwuchschef Michael Tarnat sprach von einem Rohdiamanten, der noch weiter geschliffen werden müsse“, berichtet Cohrs von den Verhandlungen mit den Roten. Doumbouya könnte ein ähnliches Märchen wie Hendrik Weydandt schreiben, der von der Regionalliga den Sprung in den Profibereich bei 96 schaffte. „Moussa ist ein ganz feiner Kerl, eher zurückhaltend. Um sich da durchzusetzen, braucht man aber auch eine gewisse Ellbogenmentalität“, meint Cohrs.

"Moderate Vereinbarung" zwischen Eintracht und 96

Laut Transferrechner stehen Eintracht 3.750 Euro Ablöse zu. „Summen kommentiere ich nicht. Wir haben mit 96 eine moderate Vereinbarung getroffen. Die beinhaltet auch ein Freundschaftsspiel gegen die U23 bei uns sowie die Möglichkeit, Moussa zu uns zurückzuholen, wenn er selbst dies möchte“, sagt Cohrs. Viel wichtiger war dem MTVE, dass Doumbouyas berufliche Zukunft geklärt wird. Er absolviert gerade eine Dachdeckerlehre bei der Firma Ringler in Celle, einem Eintracht-Sponsor. „Glücklicherweise kann er dort weiterarbeiten. Dadurch hat er eine Sicherheit, wenn es bei 96 nicht so klappen sollte wie gewünscht“, so Cohrs.

Eintracht erneut im Finale des Porta-Pokals

Auch ohne Doumbouya zogen die Celler am Freitagabend erneut ins Endspiel des Porta-Pokals ein. Gegen Hemmingen gewannen die Wirtz-Schützlinge mit 5:3 (3:0), die Leistung auf dem kleinen Platz in Ramlingen war allerdings überschaubar – mit viel Luft nach oben. „Das war sicherlich unser schwächster Auftritt hier nach zuvor drei guten Spielen. Wir haben nie richtig zu unserem Spiel gefunden. Aber natürlich freuen wir uns auf das Endspiel“, meinte Wirtz.

Endspiel gegen Regionalligist TSV Havelse

In der ersten Halbzeit profitierte Eintracht von haarsträubenden Fehlern in der Hemminger Abwehr. Adrian Zöfelt traf doppelt (7./38.), den dritten Treffer erzielte Alexander Laube (43.). Nach dem Seitenwechsel stellte Luca van Eupen auf 4:0 (59.), ehe sich dann auch die Blau-Weißen einige Auszeiten in der Defensive nahmen. Hemmingen verkürzte mit einem Doppelschlag binnen zwei Minuten auf 4:2 (66./68.), Henry Struwe sorgte dann aber wieder für klare Verhältnisse (88.). Das 5:3 in der Schlussminute hatte nur noch statistischen Wert.

Die Titelverteidigung dürfte allerdings schwierig werden. Im Endspiel am Sonntag um 15 Uhr (Eintritt ist frei) trifft Eintracht auf den TSV Havelse, der im zweiten Halbfinale das Duell der Regionalligisten gegen den HSC Hannover mit 5:1 gewann.

Oliver Schreiber 17.07.2019
Heiko Hartung 14.07.2019