Oberliga Niedersachsen

„Noch haben wir nichts erreicht“

Der Klassenerhalt ist für MTV Eintracht Celle zum Greifen nah. Trainer Hilger Wirtz tritt aber mit klaren Worten auf die Euphoriebremse.

  • Von Oliver Schreiber
  • 29. Apr. 2022 | 17:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Oliver Schreiber
  • 29. Apr. 2022 | 17:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Celle.

Die Stimmung ist bestens, die Ausgangslage vier Spieltage vor Schluss auch. Fußball-Oberligist MTV Eintracht Celle grüßt seit dem vergangenen Wochenende nach dem furiosen 6:0-Erfolg gegen die SVG Göttingen von der Tabellenspitze der Abstiegsrunde. Im Jahr 2022 sind die Blau-Weißen noch unbesiegt, feierten fünf Siege in sieben Spielen bei einem Torverhältnis von 22:6. Aktuell beträgt der Vorsprung auf Platz fünf und damit den ersten Abstiegsplatz sieben Punkte. Momentan ist es schwer vorstellbar, dass die Mission Klassenerhalt doch noch misslingt. „Es es ein gutes Gefühl, alles selbst in der Hand zu haben. Aber wenn wir auch nur einen Deut nachlassen, kann es ein böses Erwachen geben. Es kann noch viel passieren. Noch haben wir nichts erreicht“, mahnt Trainer Hilger Wirtz vor der Auswärtspartie am Sonntag um 14 Uhr beim FC Eintracht Northeim.

In der Tat ist der Vorsprung nicht so groß, wie er momentan erscheint. Wenn die beiden Nachholspiele des TuS Bersenbrück mit dem Duell gegen den MTV Gifhorn dumm für die Celler laufen (Bersenbrück verliert gegen Gifhorn und gewinnt gegen Göttingen), wären es nur vier Zähler, die den MTVE von der Abstiegsregion trennen. „Es bleibt dabei. Jedes Spiel ist praktisch ein Endspiel. Und genau so müssen wir es auch in Northeim angehen“, betont Wirtz.

Die Northeimer kämpfen um ihre allerletzte Chance, doch noch ans rettende Ufer zu schwimmen. Auch wenn das nach momentanem Stand unmöglich erscheint. „Vor nicht allzu langer Zeit hat man auch uns nicht zugetraut, den Klassenerhalt zu schaffen. Northeim hat sich noch nicht aufgegeben und wird noch einmal alles in die Waagschale werfen. Das ist eine sehr homogene Mannschaft, die sich nie hängen lässt“, meint Wirtz.

"Gute Ausgangsposition hart erarbeitet"

Homogenität ist eine Eigenschaft, die auch Eintracht auszeichnet. Sie hat schwierige Zeiten erlebt, Rückschläge vor allem in personeller Hinsicht hinnehmen müssen – und trotzdem nie aufgesteckt. „Wir haben uns unsere gute Ausgangsposition hart erarbeitet. Das geht nur mit viel Fleiß, Wille und Mentalität“, lobt Wirtz.

Sinnbildlich dafür ist Adrian Zöfelt. Den 28-Jährigen hat es in dieser Saison bereits zweimal schwer erwischt. Im Oktober zog er sich beim 5:3-Sieg gegen TuS Bersenbrück eine tiefe Fleischwunde im Knie zu und fiel wochenlang aus. Beim 4:1-Hinspielsieg gegen Northeim im März brach er sich bei einem Kopfballduell Augen- und Kieferhöhle, das Saison-Aus schien besiegelt. Doch nun ist Zöfelt wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. „Adi hat sich eine Maske anfertigen lassen, damit er uns im Abstiegskampf helfen kann. Das zeigt seine Top-Einstellung. Das Spiel in Northeim kommt aber möglicherweise noch zu früh für ihn“, sagt Wirtz.

Mit dabei sind auch wieder die zentralen Mittelfeldspieler Hilger von Elmendorff (Oberschenkelzerrung) und Denis Janu (Knieprellung) sowie Innenverteidiger Lars Borchert nach überstandener Krankheit. Weiterhin fehlen wird hingegen Kapitän Tim Struwe, der seine Corona-Infektion zwar überwunden hat, aber Leistenprobleme hat. „Wir haben wieder viele Alternativen. Jeder ist heiß und bietet sich im Training an. Das stimmt mich optimistisch“, erklärt Wirtz.