Oberliga Niedersachsen

Eintracht will nochmal alle Kräfte mobilisieren

Der MTV Eintracht Celle hofft gegen Gifhorn auf einen guten Saisonabschluss. Die Fans sollen noch einmal mit attraktiven Fußball verwöhnt werden.

  • Von Oliver Schreiber
  • 20. Mai 2022 | 19:30 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Oliver Schreiber
  • 20. Mai 2022 | 19:30 Uhr
  • 14. Juni 2022
Anzeige
Celle.

Fünf Spiele, fünf Siege, 21:4 Tore: Die Heimbilanz des Fußball-Oberligisten MTV Eintracht Celle in diesem Jahr sucht ihresgleichen. Der Spitzenreiter der Abstiegsrunde will sich auch im letzten Saisonspiel am Samstag um 17 Uhr in der Wilharm-Arena gegen den MTV Gifhorn seinen Anhängern noch einmal von seiner besten Seite zeigen. „Das sind wir unseren Fans einfach schuldig. Natürlich wollen wir auch unseren Heimnimbus wahren und möglichst auch Erster bleiben. Und wir wollen nicht mit einer Niederlage in die lange Pause gehen. Es gibt also genügend Gründe, noch einmal Vollgas zu geben“, erklärt Trainer Hilger Wirtz.

Zumal sich die Celler auch nicht den Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung gefallen lassen wollen. Die Gäste sind nämlich zumindest rechnerisch noch nicht ganz durch. Der Tabellenvierte hat drei Punkte Vorsprung gegenüber den Verfolgern SVG Göttingen und TB Uphusen, allerdings das klar bessere Torverhältnis. Göttingen müsste acht Treffer aufholen, Uphusen sogar 15. „Natürlich ist das eher unwahrscheinlich, dass da bei Gifhorn noch etwas anbrennt. Aber wir haben trotzdem die Pflicht, uns voll reinzuhängen“, betont Wirtz.

Spannungsabfall nach erreichtem Klassenerhalt

Zumal er einen Spannungsabfall bei seiner Mannschaft beobachtet hat. Die Intensität im Training hat trotz nach wie vor guter Beteiligung nachgelassen, auch bei der ersten Niederlage 2022 zuletzt bei Blau-Weiß Tündern (1:2) fehlten ein paar Prozent. „Das ist sicherlich menschlich. Die Jungs haben sich von Anfang Januar an alles abverlangt, um den Klassenerhalt zu schaffen. Und dann diese tolle Serie hingelegt, obwohl du in jedem Spiel brutal unter Druck gestanden hast. Das war wirklich herausragend. Da ist es dann auch verständlich, wenn da der Fokus nicht mehr ganz so da ist“, erläutert Wirtz.

Daher wird er vor dem Gifhorn-Spiel auch noch mal einen eindringlichen Appell an seine Truppe richten. „Der letzte Eindruck bleibt hängen. Und der sollte möglichst gut sein. Zumal wir auf einen Gegner treffen, der alles reinhauen wird, um auch den letzten Schritt zum Klassenerhalt zu gehen“, verdeutlicht Wirtz.

Für einige Spieler wird es möglicherweise der letzte Auftritt im Eintracht-Trikot sein. Zwölf Akteure haben ihre Zukunft noch ein Stück weit offen gelassen. Definitiv verabschieden wird sich Gerbi Kaplan, der seine Gelbsperre gegen Tündern abgesessen hat. Der 30-jährige Allrounder zieht mit seiner Familie zurück in seine Heimatstadt Göttingen. „Auch für ihn hoffe ich, dass uns nochmal ein tolles Spiel gelingt. Gerbi hat sich hier zwei Jahre lang voll reingehängt. Wir verlieren mit ihm einen wichtigen Spieler, der charakterlich top ist“ sagt Wirtz.

Neben Kaplan ist auch Innenverteidiger Lars Borchert wieder dabei. Bei ihm stehen die Zeichen ebenfalls auf Abschied. Michael Trautmann (entzündete Wunde am Schienbein) hat mittrainiert und steht zumindest wieder im Kader. Faisal Soma (Kapselverletzung) ist angeschlagen, hier droht ein Ausfall. Auf jeden Fall fehlen wird Torjäger Luca van Eupen (18 Saisontreffer), der in Tündern wegen Reklamierens seine fünfte Gelbe Karte bekommen hat und „sich tierisch darüber geärgert hat“, wie Wirtz berichtet. Dies könnte die Chance für Winterneuzugang Fatih Yavsan sein, seine Qualitäten im Sturmzentrum einmal von Beginn an zu zeigen.

Offen ist noch, ob der MTVE im 4-2-3-1-System oder in einer 4-4-2-Formation agieren wird. Beides beherrschen die Spieler aus dem Effeff. Auf jeden Fall erwartet Wirtz eine attraktive Partie. „Unsere Stärken im Spiel nach vorne haben wir ja hinlänglich unter Beweis gestellt. Und auch Gifhorn ist eine Mannschaft, die fußballerisch stark ist“, meint Wirtz. Das Hinspiel gewannen die Celler mit 3:1.