Oberliga Niedersachsen

MTV Eintracht Celle brennt Feuerwerk ab

Was für eine Gala: Der MTV Eintracht Celle hat die SVG Göttingen mit 6:0 abgeschossen und einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht.

  • Von Oliver Schreiber
  • 24. Apr. 2022 | 21:03 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Oliver Schreiber
  • 24. Apr. 2022 | 21:03 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Celle.

Celler Schützenfest im April: Rund 250 Zuschauer in der Wilharm-Arena feierten am Sonntag die Oberliga-Fußballer des MTV Eintracht Celle nach einer beeindruckenden 6:0-Gala gegen die bedauernswerte Spielvereinigung Göttingen, die förmlich abgeschossen wurde. „Was will man da als Trainer mehr? Das war eine Top-Leistung von der ersten bis zur letzten Minute“, sagte ein rundum zufriedener MTVE-Trainer Hilger Wirtz: „Ich kann jedem Einzelnen einfach nur ein großes Lob zollen. Dieser Auftritt und dieses Resultat waren so sicherlich nicht zu erwarten.“ Sein Göttinger Pendant Dennis Erkner war entsprechend bedient. „Celle war taktisch top eingestellt und hat uns hier vorgeführt“, meinte er kurz und knapp.

Angesichts der Personalmisere und dem Ausfall vieler zentraler Mittelfeldspieler hatte Wirtz auf ein flaches 4-4-2-System umgestellt und auf Schnelligkeit auf den Außenbahnen gesetzt. Dieser Plan ging voll auf. Von Beginn an überrannten die Blau-Weißen Göttingen regelrecht, die dem Tempofußball nichts entgegenzusetzen hatten. „Die Jungs waren sofort voll da, sehr aufmerksam und total engagiert. Wir haben super Angriffe gezeigt, gute Pässe gespielt und klasse Flanken geschlagen“, lobte Wirtz.

In der Tat passte an diesem Tag fast alles. Ausgerechnet die beiden Startelf-„Comebacker“ Philip Köhler und Michael Trautmann, die monatelang nicht zur Verfügung gestanden hatten, brachten Eintracht früh auf die Siegerstraße. Köhler köpfte eine Ecke von Yannik Ehlers, der zusammen mit Fabian Weigel in der Innenverteidigung nahezu alle Zweikämpfe gewann, frei stehend aus Nahdistanz ins Netz (8.). Trautmann schoss den Ball vier Minuten später aus 20 Metern in den Winkel – ein Traumtor.

Und davon folgten weitere. Hauptsächlich verantwortlich waren dafür Luca van Eupen und Alexander Laube, die sich die Treffer gegenseitig auflegten. In der 31. Minute zirkelte Laube eine Flanke millimetergenau auf van Eupens Kopf, der Gäste-Torwart Dennis Henze aus zehn Metern überwand. Nach demselben Muster fiel auch das 4:0 praktisch mit dem Halbzeitpfiff. Faisal Soma passte den Ball in den Lauf von Laube, der flankte von der Grundlinie in die Mitte, und van Eupen köpfte dank toller Körperbeherrschung in der Luft ein – sein 15. Saisontreffer.

Der Celler Torjäger revanchierte sich mit einer Vorlage für Laube, der in der 53. Minute das 6:0 markierte. Zuvor hatte Ioannis Gkegkprifti nach einer schönen Einzelleistung und einem satten Schuss ins kurze Eck kurz nach dem Seitenwechsel den armen Keeper Henze zum fünften Mal überwunden (48.).

Göttingen mit sechs Gegentreffern noch gut bedient

In der letzten halben Stunde ließen es die Hausherren ruhiger angehen, ohne die Spielkontrolle zu verlieren. Die SVG versuchte gar nicht mehr, eigene Angriffe zu starten und war ausschließlich um Schadenbegrenzung bemüht. Angesichts einer Vielzahl weiterer guter Celler Chancen in der ersten Halbzeit waren die Göttinger mit dem halben Dutzend an Gegentoren noch gut bedient.

Die vielen Ausfälle machten sich bei Eintracht überhaupt nicht bemerkbar. Zudem wirkte das Team fitter als Göttingen. „Wir haben das Training noch einmal intensiviert. Das hat sich heute bezahlt gemacht“, erklärte Wirtz.

"Wir haben noch nichts gewonnen"

Durch diesen Kantersieg ist der MTVE sogar an die Spitze der Abstiegsrunde marschiert. Zur Erinnerung: Zum Jahresbeginn hatten die Celler acht Punkte auf dem Konto – und holten seitdem 17 von 21 möglichen Zählern. Der Klassenerhalt ist jetzt zum Greifen nahe. Doch Wirtz tritt auf die Bremse. „Wir sind auf einem sehr guten Weg. Aber wir haben noch gar nichts gewonnen und dürfen uns nicht zurücklehnen, sondern weiter Vollgas geben“, mahnt der Trainer. So wie am Sonntag gegen überforderte Göttinger.