Kreisliga Celle

Garßens Abstieg ist besiegelt

Schwarzer Tag für den SV Garßen: Der Verein steigt aus der Kreisliga ab. Beste Aussichten hat dafür der TuS Eversen-Sülze, dem der Sprung auf Rang eins gelang.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 22. Mai 2022 | 20:21 Uhr
  • 14. Juni 2022
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  • 22. Mai 2022 | 20:21 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

In der Fußball-Kreisliga gab es richtungsweisende Ergebnisse. Wietzenbruch hat Garßen mit einem 4:3-Sieg in die Kreisklasse geschossen und Dicle braucht nach der Niederlage gegen Oldau ein Wunder zum Klassenerhalt. In der Aufstiegsrunde gab es einen Führungswechsel. Da der bisherige Tabellenführer Hermannsburg gegen Südwinsen nur Remis spielte, ist jetzt Eversen neuer Spitzenreiter.

Aufstiegsrunde

TuS Hermannsburg – SSV Südwinsen 0:0

Wie schon im Hinspiel tat sich Hermannsburg sehr schwer gegen die Gäste aus Südwinsen, die sehr tief gestaffelt verteidigten und wenig Möglichkeiten zuließen. Zudem steckte den Hausherren noch die Halbfinalpartie des Kreispokals von Freitagabend in den Knochen. „Der Kräfteverschleiß war bei meiner Mannschaft deutlich zu spüren“, sagte TuS-Trainer Sievert Asmussen. Die Chancenverteilung war auf beiden Seiten gleich, allerdings war keiner in der Lage, eine davon zu nutzen. Durch das Remis hat Hermannsburg erstmals die Tabellenführung an Eversen abgegeben und ist jetzt überraschend in der Verfolgerrolle.

FC Firat Bergen – MTV Langlingen 3:2 (2:0)

In seinem zweiten Spiel gab es für den neuen FC-Trainer Ronnie Wolff den ersten Sieg. Allerdings musste sich Wolff ein wenig gedulden, denn seine Schützlinge begannen nervös und kamen nicht richtig ins Spiel. Ab Mitte der ersten Halbzeit war dann eine Struktur im Spiel der Hausherren zu sehen. Aus zwei langen Bällen erzielten Delil Yavsan (36.) und Serkan Kaska (43.) die 2:0-Halbzeitführung. Die Gäste kamen zwar gut aus der Kabine, kassierten dann aber schnell das 3:0 (47.) durch Ayhan Cango. Danach riss aber überraschend bei Firat der Faden und Langlingen verkürzte auf 2:3. In der Schlussphase war bei Langlingen der Kräfteverschleiß wegen der Doppelbelastung zu spüren und Firat fuhr verdiente drei Punkte ein. „So macht Fußball richtig Spaß“, freute sich Wolff.

TuS Celle FC – MTV Eintracht Celle II 0:3 (0:2)

Im brisanten Nachbarschaftsderby konnten die Hausherren nie an die gute Leistung vom Sieg in Südwinsen anknüpfen. Gründe dafür sah TuS-Coach Eike Mach in der nötigen personellen Umstellung und dem schlechten Zweikampfverhalten. Zudem kam das 0:2 (43.) durch Tomas Qasim Saeed zu einem psychologisch ungünstigen Zeitpunkt. „Das war ein klarer Wirkungstreffer gegen uns“, sagte TuS-Coach Eike Mach. Im zweiten Durchgang stellte Mach taktisch um und es lief deutlich besser für seine Elf. Dieser gute Lauf war aber abrupt beendet, als Gibril Badjie in der 72. Spielminute nach wiederholtem Foulspiel mit Ampelkarte vom Platz gestellt wurde. „Danach war unsere Moral gebrochen“, so Mach.

TuS Eschede – TuS Eversen-Sülze 1:2 (0:0)

Beide Trainer waren sich einig, dass das Ergebnis den Spielverlauf komplett auf den Kopf gestellt hat. „So ungerecht kann Fußball sein“, frotzelte Eschedes Torsten Gers. Trotz der Roten Karte für Malcolm Kleedehn erspielte sich Eschede eine Vielzahl von Chancen, nutzte aber nur eine durch Johannes Schröder zum zwischenzeitlichen 1:1 (50.). Auch die große Möglichkeit zur Führung ließ Eschede liegen, als Schröder einen Strafstoß verschoss (60.). So nutzten die Gäste in der letzten Sekunde die eine Chance durch Moritz Stahlmann (90.+3) zum Sieg, was die Tabellenführung bedeutet.

Abstiegsrunde

SV Garßen - SC Wietzenbruch 3:4 (1:1)

In der Abstiegsrunde der Fußball-Kreisliga ist am Sonntag die zweite Entscheidung gefallen. Nach dem freiwilligen Abstieg des VfL Wathlingen muss der SV Garßen nach der 3:4 (1:1)-Niederlage gegen Wietzenbruch den bitteren Gang in die 1. Kreisklasse gehen.

Für Hausherren-Coach Fabian Hoffmann war die Niederlage, wie davor schon etliche andere verlorene Punkte, vermeidbar. „Wir gehen zweimal in Führung und schaffen es nicht das Ergebnis zu verwalten“, sagte ein enttäuschter Trainer. Die Zaungäste bekamen im Kellerduell ein zeitweise temporeiches Kreisliga-Duell zu sehen, das gut für Zuschauer, aber nicht für die Nerven der Trainer war. „Das war brutal hart für mich an der Außenlinie“, sagte Oliver Seinsch, der SCW-Trainer Sascha Klein vertrat.

Das Abstiegsduell begann gleich mit einem Paukenschlag: Garßens Defensive schien noch nicht richtig wach zu sein, es gab einen Abstimmungsfehler, den Philipp Gloede zum frühen 0:1 (2.) ausnutzte. „Da müssen wir den Ball einfach kompromisslos aus dem Feld befördern“, meinte Hoffmann. Als Thorben Martinek kurz vor dem Pausenpfiff ausglich (43.), war die Hoffnung bei den Hausherren auf einen Erfolg wieder da. Zumal Hannes Martinek seine Farben nach dem Wechsel mit einem starken Kopfballtreffer mit 2:1 (54.) in Führung brachte.

Führung hält nicht lange

Die gute Ausgangssituation machten sich die Garßener aber wieder selber zunichte, als Daniel Milzarek nach einem Passfehler ausgleichen durfte (63.). Auch die erneute Führung für Garßen durch Benedikt Weidner (70.) wurde postwendend durch Maik Miller (72.) wieder egalisiert.

Im Anschluss hätte die Begegnung schnell entschieden werden können, allerdings wurden zwei Kontersituation von Miller wegen angeblichem Abseits vom Schiedsrichter zurückgepfiffen. „Das muss der Schiri laufen lassen, dann kann ich mich auf der Bank entspannt zurücklehnen“, sagte Seinsch. So sorgte der zuverlässige Routinier Kais Manais für Freude und Entspannung bei seinem Übungsleiter. Kurz vor dem Abpfiff legte sich Manais das Spielgerät am Strafraum zurecht, wurde nicht attackiert und netzte zum 4:3-Siegtreffer für Wietzenbruch ein.

Schicksal besiegelt

Damit ist das Schicksal des SV Garßen drei Spieltage vor Schluss bereits besiegelt und sie müssen den Gang in die 1. Kreisklasse antreten. Wietzenbruch benötigt noch drei Punkte aus den letzten drei Partien, um sich zu retten. Allerdings gab Seinsch seinen Schützlingen noch einen Auftrag mit auf den Weg. „Wir müssen die Zweikämpfe annehmen, das ist das Wichtigste im Abstiegskampf“, lautet seine Forderung.

VfL Westercelle II – VfL Wathlingen 9:0 (3:0)

Westercelles Coach Tobias Mikolaczick hatte nach der dürftigen Vorstellung in der Vorwoche eine Reaktion gefordert und die wurde geliefert. Besonders Malte Stellmach, der tags zuvor noch an einem Freizeitkick teilgenommen hat, erinnerte an den Duracell-Hasen. Die ersten vier Treffer, davon ein lupenreiner Hattrick, kamen vom Sturmführer der Landesliga-Reserve. „Unser Gegner war zwar extrem schwach, aber wir haben es auch sehr gut gemacht“, so Mikolaczick. Alle Tore wurden sehr gut herausgespielt, mit der nötigen Ruhe aus der Defensive. „Da kann man als Trainer zufrieden sein, es gibt dieses Mal nicht viel zu meckern“, freute sich der Coach.

TS Wienhausen – SG Lachendorf-Beedenbostel 0:0

Das Ergebnis weckt den Eindruck, dass es ein langweiliges Gekicke zu sehen gab. Aber genau das Gegenteil war der Fall, der Trainer der Turnerschaft, Christian Hilse, war sehr angetan. Ein Sonderlob bekam Alexander Jeske vom Trainer, der Offensivakteur wurde aus Personalnot in die Innenverteidigung versetzt und machte seine Sache dort überragend. Im ersten Durchgang sah Hilse seine Mannschaft im Vorteil, nur bei der Chancenverwertung haperte es. Nach dem Wechsel waren es die Gäste, die sich ein klares Chancenplus erspielten, Torhüter Valentino Klein durfte sich mehrfach auszeichnen. „Mit dem Remis haben wir den Klassenerhalt sicher, das ist die Hauptsache“, freute sich Hilse.

SV Dicle Celle – TuS Oldau-Ovelgönne 4:6 (0:3)

Ein total verrücktes Spiel gab es auf der Herrenwiese zu sehen, mit einem aus Sicht von SVD-Coach Edip Ekinci unverdienten Sieg für die Gäste. Nach einer indiskutablen Leistung im ersten Durchgang und dem 0:3-Rückstand, kam Dicle komplett verändert aus der Kabine. Durch einen Doppelschlag von Sergej Kraus und ein Eigentor glichen die Hausherren in der 64. Minute aus. Der Knackpunkt war dann ein nicht gegebener Elfmeter beim Stand von 4:4, „dann gewinnen wir das Ding“, meinte Ekinci. So schlug Oldau noch zweimal zu und macht damit den Klassenerhalt für die Celler fast unmöglich. „Jetzt hilft uns nur noch ein Wunder“, so Ekinci.

Von Jens Tjaden

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