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Fußball regional Historische Chance in letzter Sekunde vergeben
Sport Fußball regional Historische Chance in letzter Sekunde vergeben
13:56 13.06.2010
Von Oliver Schreiber
Lüneburg

Ein letzter Freistoß segelte in den Nienhäger Strafraum und wurde zu kurz abgewehrt – Nachschuss, abgefälscht, drin. „Viel dümmer hätte es eigentlich nicht laufen können. Irgendwie musste das so kommen, weil wir einmal mehr unsere Chancen nicht genutzt haben. Es spottet jeder Beschreibung, was wir hier wieder verballert haben. Aber das ist ja leider nichts Neues. Wir könnten ganz woanders stehen, wenn wir auch nur die Hälfte unserer hundertprozentigen Chancen verwerten würden“, zürnte ein gesundheitlich angeschlagener Trainer Rolf Klindtworth.

Seine Jungs versäumten es, ihm mit einem Erfolg die passende Medizin zu verabreichen. „Dabei haben wir teilweise wirklich super gespielt und Lüneburg überhaupt nicht zur Entfaltung kommen lassen. Aber was nützt uns das, wenn wir daraus keinen Nutzen ziehen? Wir sind ja leider nicht beim Boxen, wo man nach Punkten gewinnt, wenn man überlegen ist“, so Klindtworth.

Bereits in der ersten Halbzeit versemmelte der SVN drei hochkarätige Einschussmöglichkeiten. Christian Behrens, Tim Petersen und Alexander Tiegs liefen jeweils mutterseelenallein auf den Treubund-Torwart zu – und alle drei schafften es auf höchst unterschiedliche Art und Weise, den Ball nicht im Netz unterzubringen.

Der erkältete Klindtworth hatte buchstäblich einen dicken Hals und musste in der Kabine seine eh schon lädierten Stimmbänder weiter strapazieren. „Ich bin laut geworden, obwohl wir eigentlich gut gespielt haben. Aber es geht einem halt irgendwann auf den Puffer, wenn man auch die klarsten Dinger nicht reinhaut“, erklärt Klindtworth.

Seine Worte zeigten zunächst Wirkung. Daniel Weiss schloss in der 51. Minute ein schönes Solo gekonnt zur Führung ab. Der MTV drängte danach auf den Ausgleich, dem SVN boten sich zahlreiche Kontermöglichkeiten – das Ergebnis ist bekannt. „Das ist eine gefühlte Niederlage“, befand Klindtworth. Doppelt bitter: Mit einem Dreier hätte sein Teamauch noch die Abstiegsränge verlassen.

SV Nienhagen: John – Rogge – C. Behrens, Majer – Gebler, Lutschewitz, Lührs, Weiss, Petersen (75. Schöneck), Klein (68. Schöning) – Tiegs (85. Klus).

Tore: 0:1 Weiss (51.), 1:1 (90.+4).