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Fußball regional Hannover 96 mit Elfmeter zum Remis
Sport Fußball regional Hannover 96 mit Elfmeter zum Remis
14:05 13.06.2010
Von Christoph Zimmer
Hannover

Bruno Labbadia war spürbar angefressen. Das hatte sich auch Minuten nach dem Spiel noch nicht gelegt. Was den Trainer des sinnsuchenden und seit vier Partien sieglosen Hamburger SV ärgerte, spielte sich in der 86. Spielminute ab und gab dem Nordderby im alten Niedersachsenstadion gegen Hannover 96 eine entscheidende Wendung. Jiri Stajner, Hannovers einig verbliebener Angreifer rannte im Strafraum gegen den Körper von Verteidiger Thomas Rincon, eine leichte Berührung, Stajner verlor das Gleichgewicht, fiel hin, der Schiedsrichter zeigte auf den Elfmeterpunkt – eine merkwürdige Entscheidung. Nicht nur in den Augen von Labbadia. Stajner selbst ließ sich von den folgenden Diskussionen nicht beirren, verwandelte gegen den auf der Linie tanzenden Hamburger Torwart Frank Rost sicher zum glücklichen 2:2-Endstand.

Labbadia regte sich so sehr auf, dass er die letzten Minuten von der Tribüne verfolgen musste. „Ich habe dem Schiedsrichter gesagt, dass er diese Entscheidung aus Angst getroffen hat“, sagte er zu seinem Platzverweis. Vielleicht hatte sich der Hamburger Trainer auch deshalb so aufgeregt, weil es seiner Mannschaft zuvor nicht gelungen war, eine einseitige Partie zu ihren Gunsten zu entscheiden. Labbadia: „Den einzigen Vorwurf, den ich meiner Mannschaft machen kann, ist der, dass sie sich für ihre gute Leistung nicht belohnt hat.“

Damit hatte er nicht unrecht. Marcel Jansen brachte die Gäste in Führung (15.), auch nach dem Ausgleich von Didier Ya Konan (26.) hatte man nicht das Gefühl, dass das Spiel hätte kippen können. „Wir sind nicht so in die Partie gekommen, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte 96-Trainer Andreas Bergmann. „Wir waren nicht so nah dran, um die Hamburger in ihrem Spielfluss stören zu können.“ Wie beim Tor von Eljero Elia eine Minute vor der Pause war Hannover meist einen Schritt zu spät.

Das war in der zweiten Halbzeit nicht anders. Hamburg dominierte die Partie spielte schnell, direkt, manchmal zu ballverliebt, vor allem aber nicht konsequent genug. „Wir haben aus dem Spiel heraus nicht viel zugelassen, selbst aber nicht den Sack zu gemacht“, so Labbadia zur unzureichenden Chancenverwertung. Tunay Torun, der bewegliche Hamburger Angreifer, vergab acht Minuten nach der Pause die größte Gelegenheit – er scheiterte am linken Pfosten. Die Hamburger scheiterten am Ende auch an der Kaltschnäuzigkeit von Stajner, der nach einem leichten Körperkontakt die Hamburger Ergebniskrise verstärkte – und Labbadia aufregte.