Finale A-Kreispokal

Hermannsburg überrollt Eversen-Sülze

Klare Sache im Finale des Fußball-A-Kreispokals: Der TuS Hermannsburg setzte sich mit 7:1 gegen Eversen-Sülze durch. Ein denkwürdiges Spiel.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 05. Jun 2022 | 10:29 Uhr
  • 14. Jun 2022
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  • 05. Jun 2022 | 10:29 Uhr
  • 14. Jun 2022
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Celle.

Joshua Lepke fand klare Worte. „Das ist schon heftig, so abgeschlachtet zu werden“, kommentierte der Torwart des TuS Eversen-Sülze die Schlappe im Finale des Fußball-Kreispokals. Soeben war sein Team im Nordkreis-Duell vom TuS Hermannsburg deklassiert worden. 1:7 (0:3) hieß es am Ende. „Von der ersten bis zur letzten Minute haben wir unser Spiel durchgezogen“, lobte Hermannsburgs Coach Sievert Asmussen seine Spieler. „Ich hätte nicht gedacht, dass es nach den beiden schlechten Punktspielen heute so gut läuft. Unsere Anspannung hat sich heute entladen“, jubelte Doppeltorschütze Henry Struwe.

Erster Pokaltriumph der Vereinsgeschichte

Eversens Trainer Sven Ewert war nach der Klatsche verständlicherweise bedient: „Nach so einem Spiel fehlen mir die Worte“, meinte der sympathische B-Lizenz-Inhaber. Die Hermannsburger nahmen indes auf der Seite ihrer Fans vom Spielausschuss-Vorsitzenden Achim Prüße die verdienten Siegermedaillen und den Pokal entgegen und feierten und besangen mit „Campeones, campeones, ol, ol, ol“ ihren ersten Pokalerfolg der Vereinsgeschichte.

850 Zuschauer sehen einseitige Partie

Die zahlreichen Zuschauer bildeten im Celler Günther-Volker-Stadion einen tollen Rahmen für das nach 2019 erstmalig wieder stattfindende Pokalfinale. Mit 850 Zuschauern wurden die Erwartungen übertroffen, es wurde aber auch ein Fußballfest mit vielen Toren geboten. Die Fanlager im Heidederby waren klar getrennt. Während die Hermannsburger Anhänger auf der Haupttribüne saßen, feuerte die grün-weiße Fangemeinde von der Gegenseite an. „Die Unterstützung von unseren Fans war sensationell“, freute sich Hermannsburgs Co-Trainer Andreas Rissmann, der vom Anhang immer wieder „Wir sind Hermannsburger Jungs“ zu hören bekam.

Beim leicht favorisierten Kreisliga-Primus schienen die Anfeuerungen zu wirken. Sie waren von Beginn an dominant und erzielten zu den richtigen Zeitpunkten ihre Treffer. Bereits nach sieben Minuten schepperte es zum ersten Mal im Gehäuse des bedauernswerten Lepke, als Kapitän Marcel Look mit einem Linksschuss von der Strafraumkante erfolgreich war. Danach ließen Frederik Otte und Moritz Stahlmann mit einer Volleyabnahme die Möglichkeiten zum Ausgleich ungenutzt. Ein Lapsus von Lepke, der einen Kopfball von Tobias Müller unterschätzte, begünstigte dann das 2:0 (21.).

Effektive Hermannsburger

Der dritte Treffer des neuen Pokalsiegers war dann überragend herausgespielt. Henry Struwe wurde auf der linken Außenbahn bedient, spielte direkt in die Mitte, wo Tobias Müller im zweiten Versuch zum 3:0 (35.) traf. Noch vor dem Wechsel hatten wieder Otte und Stahlmann gute Möglichkeiten, um die Hoffnungen noch am Leben zu halten, scheiterten aber. Hermannsburg war da viel effektiver und sorgte nach der Pause durch Struwe, der Otte nach einem Steilpass im Laufduell abschüttelte und überlegt zum 4:0 (53.) einschob, für die Vorentscheidung. „Wir wurden immer wieder kalt erwischt“, ärgerte sich Ewert.

Eversen versucht es mit langen Bällen

Auch im zweiten Durchgang gab es ein kaum verändertes Spiel zu sehen, Hermannsburg spielte sehr abgeklärt und erhöhte noch den Druck auf die Everser Defensive. Die wiederum versuchten es immer wieder mit langen Bällen auf Sturmspitze Stahlmann, der in den Laufduellen mit den Innenverteidigern Rouven van Rhijn und Mika Höppner aber meist chancenlos war. „In den Zweikämpfen waren wir nicht mutig genug, wir konnten uns dann nur durch lange Bälle vom Druck befreien“, begründete Ewert die ungewollte Spielweise.

Stahlmann erzielt Ehrentreffer - dann dreht Hermannsburg nochmal auf

Der Forderung der unermüdlichen Fans: „Auf geht‘s, Sülze, schieß‘ ein Tor“ kam Stahlmann dann doch noch nach und traf nach technisch starker Einzelleistung zum 1:4 (66.). Als Tobias Müller nach Vorlage des eingewechselten Kolja Heydecke den alten Abstand wieder herstellte und zum 5:1 (76.) einschoss, war es mit der Gegenwehr von Eversen aber dahin. Behudin Krdzic per Elfmeter (81.) nach Foul an Tobias Müller und Struwe mit einem Drehschuss (88.) schraubten das Resultat auf 7:1 und sorgten damit für ein denkwürdigen Finalsieg.

Hier ein kurzes Video mit Hermannsburger Jubelszenen

Von Jens Tjaden

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