Kreisliga Celle

Vom Gejagten zum Jäger

Wer wird Meister der Fußball-Kreisliga? Drei Tage vor dem Saisonende stehen für die Topteams wichtige Begegnungen an.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 26. Mai 2022 | 17:15 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 26. Mai 2022 | 17:15 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

In der Fußball-Kreisliga sind bereits zwei Abstiegsentscheidungen gefallen: SV Garßen und VfL Wathlingen werden die Spielklasse verlassen müssen. Bereits am heutigen Freitag könnte SC Wietzenbruch im Stadtderby mit VfL Westercelle II den Klassenerhalt sicher machen und den SV Dicle Celle damit in die 1. Kreisklasse befördern.

In der Aufstiegsrunde ist TuS Hermannsburg durch das Remis gegen SSV Südwinsen vom Gejagten zum Jäger geworden. Ein eigener Sieg bei MTV Eintracht Celle II und Schützenhilfe aus Langlingen im Duell mit TuS Eversen-Sülze ist für einen erneuten Wechsel an der Tabellenspitze nötig.

Aufstiegsrunde

MTV Eintracht Celle II – TuS Hermannsburg (Sonntag, 15 Uhr)

Der Derbysieg gegen den TuS Celle FC, den Nachbarn von der Nienburger Straße, hat dem MTVE-Team gut getan. „Wir sind ruhig geblieben und haben nach Ballgewinn das Spiel schnell gemacht“, freut sich Trainer Emin Kiy. Er war auch trotz der fehlenden Ergebnisse zuletzt, mit den Darbietungen seiner Schützlinge zufrieden, „für unser gutes Spiel haben wir uns zu selten belohnt“, meint er.

Im Duell mit Meisterschaftsfavorit Hermannsburg, der das Hinspiel vor vier Wochen mit 6:1 gewonnen hatte, haben die Hausherren nichts zu verlieren, „die Lockerheit soll uns zum Erfolg führen“, hofft MTVE-Coach Kiy.

MTV Langlingen – TuS Eversen-Sülze (Sonntag, 15 Uhr)

Langlingens gute Ausgangslage ist nach drei Niederlage in Folge dahin. Bis vor einer Woche war die Ruschitzka-Elf noch auf Double-Kurs, dann setzte es aber gegen Firat Bergen und Hermannsburg in der Liga zwei Niederlagen und im Pokal kam in Hermannsburg der Knockout.

„Nach den vielen Verletzten war der Substanzverlust bei uns deutlich zu spüren“, berichtet Ruschitzka. Seine Mannschaft lebt von der Dynamik, allerdings ist die Durchschlagskraft zuletzt verloren gegangen. „Wir sind zu Beginn zu nervös und machen uns damit vieles kaputt“, analysiert er. Trotz allem will er mit seiner Elf den neuen Tabellenführer aus Eversen ärgern und wieder siegen.

SSV Südwinsen – FC Firat Bergen (Sonntag, 15 Uhr)

Beide Teams können befreit aufspielen, für SSV-Coach Ulrich Busse gebietet es aber schon die sportliche Fairness nochmal alles abzurufen. „Wir werden die letzten Spiele mit der nötigen Ernsthaftigkeit angehen“, sagt er.

Dieser sportliche Ehrgeiz zeigt sich auch in seinem Ärger, dass das ausgefallene Duell gegen Eversen nicht nachgeholt und gegen den SSV gewertet wird. Bei Firat werden die Leistungsträger Osan Kaska und Nazmi Karak verletzt ausfallen, „das macht es für uns aber nicht leichter“, meint der erfahrene SSV-Coach.

TuS Eschede – TuS Celle FC (Sonntag, 15 Uhr)

Eschedes Trainer Sören Soltendieck gibt sich keinerlei Illusionenen hin, wenn es um die Aufstiegsfrage geht. Aus dem Rennen hat sich sein Team längst verabschiedet. Obwohl es für seine Farben somit um nichts mehr geht, sollen die restlichen Spiele gewonnen werden. Die Personalsituation stellt sich allerdings dramatischer dar, aus dem 20er-Kader stehen nur acht Akteure zur Verfügung. „Da müssen wir aus der zweiten Mannschaft auffüllen“, schaut Soltendieck voraus.

Abstiegsrunde

SC Wietzenbruch – VfL Westercelle II (Freitag, 19 Uhr)

„Was gibt es Schöneres, als zuhause den Klassenerhalt zu feiern?“, schaut Wietzenbruchs Co-Trainer Oliver Seinsch auf die für das SCW-Team vorentscheidende Partie. Er vertritt den urlaubsbedingt abwesenden Chefcoach Sascha Klein an der Außenlinie. Damit es auch mit einem Heimsieg klappt, hofft Seinsch darauf, dass die jungen Kicker des VfL den Vatertag ausgiebig feiern und am Freitag nicht so lauffreudig sind.

Denn im Hinspiel gab es für die Wietzenbrucher beim 1:3 nicht viel holen. „Das war zum Teil beeindruckend wie Westercelle kombiniert hat“, erinnert sich Seinsch. Mit den Fans im Rücken und der Hoffnung auf die frühzeitige Sicherung der Klasse sollen die nötigen Kräfte freigesetzt werden.

SG Lachendorf-Beedenbostel – SV Dicle Celle (Sonntag, 15 Uhr)

Bis vor vier Wochen hing der Haussegen bei den Lachendorfern noch schief. Nach einer Niederlagenserie und schwachen Leistungen bat das Trainerteam um Tobias und Wolfgang Zeising ihre Mannschaft dann zur Aussprache. Kritikpunkte waren unter anderem mangelhafte Einstellung und schlechte Trainingsbeteiligung.

Inzwischen hat die SG aber zurück in die Spur gefunden. Für Tobias Zeising hat der Sieg im Hinspiel gegen Dicle Celle die Wende gebracht: „Danach war das Selbstvertrauen und damit auch der Spaß bei unseren Spielern zurück“, sagt er. Was damals noch in Frage stand, ist jetzt vollbracht – nämlich der Klassenerhalt. „Wir wollen aber nicht nachlassen und weiter unsere Spiele gewinnen“, so der SG-Coach. Mit einem Sieg würden die Hausherren den Kontrahenten in die 1. Kreisklasse befördern.

TuS Oldau-Ovelgönne – SV Garßen (Sonntag, 15 Uhr)

Nach dem sicheren Klassenerhalt hat Oldaus Trainer Markus Knorr bei seiner Mannschaft einen gewissen Spannungsabfall ausgemacht. Das drückt sich insbesondere in den vielen Gegentore in den vergangenen beiden Partien aus, wo es insgesamt sieben Mal im eigenen Gehäuse einschlug. „Wir sind da zu unkonzentriert und bringen uns selber in Bedrängnis“, weiß Knorr.

Hatte es gegen Dicle noch zum Sieg gereicht, war Wienhausen ein Tor besser. Gegen den feststehenden Absteiger will Knorr nichts liegenlassen und den nächsten Schritt in Richtung „Meister der Abstiegsrunde“ gehen. „Ich erwarte eine gute Leistung von meiner Mannschaft“, so der Coach.

Von Jens Tjaden

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