Fußball-Bezirksliga

Vorwerk „planlos, harmlos und lustlos“

Das Verletzungspech bleibt dem SV Altencelle treu. Drei Spieler verletzten sich am Sonntag. Vorwerk taumelt der Kreisliga entgegen.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 01. Mai 2022 | 20:58 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 01. Mai 2022 | 20:58 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Celle.

Die Chance, den Klassenerhalt in der Fußball-Bezirksliga noch irgendwie zu bewerkstelligen, ist für den SC Vorwerk nur noch theoretischer Natur. Das Team von Trainer Marcus Hoffmann verlor das Spiel beim TSV Winsen (Luhe) nach ganz schwacher Leistung sang- und klanglos mit 0:2 und muss sich wohl endgültig mit dem Gedanken an die Kreisliga anfreunden. Nicht viel besser sieht die Situation beim SV Altencelle aus, der sich nach einem couragierten Auftritt bei Eintracht Elbmarsch zwar ein 1:1-Unentschieden und damit den ersten Punkt in der Abstiegsrunde erkämpfte, aber gleich drei Spieler mit schweren Verletzungen verlor.

Eintracht Elbmarsch – SV Altencelle 1:1 (1:0)

Eine Dreiviertelstunde nach dem Schlusspfiff war SVA-Trainer Claus Netemeyer emotional immer noch stark aufgewühlt. Auf der einen Seite war da die Freude darüber, dass sein aufopferungsvoll kämpfendes Team endlich die Niederlagen-Serie stoppen konnte, auf der anderen Seite herrschte Fassungslosigkeit über das unglaubliche Verletzungspech, das den Altencellern auch in dieser Partie treu blieb.

Maurice Thies am Knöchel verletzt

Schon in der 11. Minute musste Maurice Thies mit einer Knöchelverletzung vom Feld, in der 17. Minute folgte ihm Philipp Baumann, dessen fünf Zentimeter lange Platzwunde an der Stirn im Krankenhaus genäht werden musste. „Ein großes Kompliment an den Elbmarscher Physiotherapeuten, der dem stark blutenden Baumann eine schnelle und professionelle medizinische Erstversorgung zukommen ließ“, so SVA-Trainer Netemeyer. Vermutlich noch schlimmer erwischte es Christopher Oehler, der zehn Minuten vor Spielende mit Verdacht auf Kreuzbandriss ausschied.

An den frühen schweren Verletzungen von Thies und Baumann hatte der SVA fast die gesamte erste Halbzeit zu knabbern und agierte deshalb hier und da konfus. Die Gastgeber waren das stärkere Team und gingen noch schöner, kaum zu verhindernder Ballstafette, durch Cedrik Brunke (30.) mit 1:0 in Führung.

Doch nach dem Wechsel trat der SVA wesentlich dominanter und selbstbewusster auf. „Wir hatten jetzt nicht die fetten Großchancen, aber dafür haben wir uns viele Ecken und Freistöße erarbeitet und einen hohen Aufwand betrieben. Insgesamt hat unser Spiel funktioniert“, berichtete Netemeyer. So ging es in dem intensiven Spiel hin und her. Der SVA arbeitete am Ausgleich, doch die konditionsstarken Gastgeber marschierten bei Kontergegenstößen immer wieder vehement Richtung Altenceller Tor und trafen dabei zweimal Aluminium.

Jannik Heiligenstadt trifft per Handelfmeter

Der dennoch verdiente Altenceller Ausgleich resultierte aus einem Handelfmeter, den Kapitän Jannik Heiligenstadt (79.) sicher zum 1:1 verwandelte. „Ich bin mir darüber bewusst, dass das Remis in unserer Situation zu wenig ist. Dennoch bin ich sehr zufrieden mit dem großen Einsatz eines jeden einzelnen. Wir haben eine funktionierende Mannschaft, mit der die Arbeit Spaß macht – ganz unabhängig davon, in welcher Liga das zukünftig sein wird“, so der SVA-Coach.

TSV Winsen (Luhe) – SC Vorwerk 2:0 (1:0)

War es das schon für den SC Vorwerk? Nach der völlig verdienten 0:2-Niederlage beim TSV Winsen (Luhe) tendieren die Chancen auf den Klassenerhalt gegen Null. Und nach der „Nichtleistung“, die die Vorwerker in Winsen an den Tag legten, scheint auch SCV-Trainer Marcus Hoffmann langsam zu resignieren. Dieser hielt mit seinem Ärger über den desaströsen Auftritt seines Teams nicht hinter den Berg. „Über diesen Auftritt kann man nur entsetzt sein. Das war eine einzige Vollkatastrophe. Es ging hier für uns um alles und wir haben rein gar nichts gezeigt“, schimpfte Hoffmann.

Schon in der komplett indiskutablen ersten Halbzeit wurden die Celler von den flüssig kombinierenden Gastgebern, bei den insbesondere Mohamed Enis Djebbi und Umut Ataykaya nie zu stoppen waren, vorgeführt. Letzterer erzielte das 1:0 (27.), nachdem Vorwerks Kheiri Hassan Findi an der Strafraumgrenze überspielt worden war. Auch danach beschäftigten sich die Spieler des SC Vorwerk mehr mit sich selbst als mit dem Gegner.

Nur wenige Vorwerker stemmen sich gegen Niederlage

Der Niederlage entgegen stemmten sich nur Yalcin Agackiran, Oumar Mary Sangare und Torwart Florian Hartmann, der mit einigen starken Paraden eine weit aus höhere Niederlage verhinderte. Beim wunderbar herausgespielten 2:0 (82.) durch Ataykaya war Hartmann jedoch machtlos.

Die völlig harmlosen Gäste, die ohne Torjäger Fadil Yavsan angetreten waren, verzeichneten erst in der 75. Minute ihren ersten und einzigen Torschuss. „Es war einfach nur erschreckend, wie planlos, harmlos und lustlos wir uns heute hier präsentiert haben. Mit Bezirksliga-Fußball hatte das nichts zu tun“, fand Coach Hoffmann deutliche Worte.

Von Jochen Strehlau

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