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Fußball regional Mit einfachen Mitteln besiegt
Sport Fußball regional Mit einfachen Mitteln besiegt
18:42 05.05.2019
Von Oliver Schreiber
Foto: Vorwerks Sascha Tihonov (Mitte) im Kampf um den Ball gegen die Schneverdinger Tino Schloo (links) und Steven Sieling.
Vorwerks Sascha Tihonov (Mitte) im Kampf um den Ball gegen die Schneverdinger Tino Schloo (links) und Steven Sieling. Quelle: David Borghoff
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Vorwerk

Stefan Mainka richtete den Blick unmittelbar nach dem Abpfiff gleich nach vorne. „Dieses Spiel müssen wir schnell abhaken und nächste Woche gegen Nordheide voll da sein. Da müssen wir drei Punkte holen“, meinte der Trainer des Fußball-Bezirksligisten SC Vorwerk unmittelbar nach der bitteren 1:2-Niederlage im Kellerduell gegen den TV Jahn Schneverdingen.

Vorwerks Christoph Gaete von Wersebe (rechts) verfolgt Steven Sieling. Quelle: David Borghoff

Der SCV hatte Glück im Unglück. Da auch Germania Walsrode sein Heimspiel gegen die SG Scharmbeck-Pattensen mit 0:3 vergeigte, blieb der Abstand zur Abstiegsregion bei sechs Punkten – bei vier noch ausstehenden Spielen. „Wir haben nach wie vor alles selbst in der Hand. Aber natürlich sind wir verärgert über die Niederlage gegen Schneverdingen, weil sie absolut unnötig war. Wir hätten einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen können“, erklärte Mainka.

Vorwerks Jan Kindermann (links) im Duell mit Schneverdingens Janek Müller. Quelle: David Borghoff

Die Weinroten haderten nach dem Spiel mit einigen in der Tat zumindest zweifelhaften Entscheidungen des Schiedsrichter-Gespanns um Referee Efdal Yasa, die Niederlage hatten sie sich aber schon selbst zuzuschreiben. Beide Gegentreffer fielen nach dem Muster „Karo einfach“. Langer Ball, schlechtes Stellungsspiel in der Vierer-Abwehrkette, Stürmer frei durch – Tor. „Das zweite Tor fiel zwar aus einer klaren Abseitsposition, aber wir hatten auch schon mal Glück mit Abseitsentscheidungen. So etwas gleicht sich im Verlauf einer Saison immer aus. Aber wir müssen solche Situationen auch besser verteidigen“, gab Mainka zu.

Vorwerks Yalcin Agackiran (links) im Duell mit Schneverdingens Matthias Lamping Quelle: David Borghoff

Zudem schwächte sich der SCV selbst. Nach einem vermeintlichen Foul an Robin Ohlde in der 72. Minute im Strafraum forderten die Vorwerker Strafstoß, der gerade erst kurz zuvor eingewechselte Maximilian Reineke vergriff sich beim Reklamieren gegenüber dem Unparteiischen deutlich im Ton und sah zu Recht die Rote Karte. Damit erwies er seinem Team, das zu diesem Zeitpunkt 1:2 zurücklag, einen Bärendienst. „Aus meiner Sicht kann man da Elfmeter geben, aber natürlich muss er sich bei allem Frust da besser im Griff haben“, kritisierte Mainka.

Dabei begann die Partie für die Hausherren nach Wunsch. Nach einer Kopfball-Bogenlampe im Sechzehner fiel der Ball Torben Buschmann vor die Füße, der die Kugel an die Latte setzte. Den Abpraller vollendete Sturmspitze Marc Matthesius mit seinem starken linken Fuß zur frühen Führung nach sieben Minuten. Doch nur zehn Minuten später nutzte Janek Müller die schlechte Tiefenstaffelung der Vorwerker Hinterreihe nach einem langen Ball aus, lief frei aufs Tor zu und vollstreckte. Nach demselben einfachen Strickmuster fiel auch das 1:2 durch Martin Rogge (51.), nur wurde hier der hohe Ball noch von einem Schneverdinger per Kopf verlängert, sodass der Schütze im Abseits stand.

Vorwerks Sascha Tihonov (rechts) im Duell mit Schneverdingens Steven Sieling Quelle: David Borghoff

Die Gäste nahmen den Abstiegskampf wörtlich und gingen intensiv in jeden Zweikampf. Da auch Vorwerk nicht zurücksteckte, gab es viele Fouls und Unterbrechungen, worunter der Spielfluss litt. Der SCV versuchte zwar zu kombinieren, doch dafür war viel zu wenig Bewegung im Spiel. Zudem fehlte in der Offensive die Durchschlagskraft, Schneverdingen hatte trotz weniger Ballbesitz (selbst in Überzahl) die besseren Chancen und gewann am Ende verdient. Aber die Devise nach diesem Rückschlag hat Mainka ja schon beschrieben: Abhaken – und drei Big Points in der nächsten Partie bei der bereits abgestiegenen SG Nordheide holen.

Oliver Schreiber 03.05.2019