Celle Stadt

Bei 96 brodelt’s schon vor dem ersten Anpfiff

Fußball-Bundesligist Hannover 96 steht vor einer schwierigen Saison. Die CZ analysiert die Roten vor dem ersten Spiel bei Hertha BSC Berlin.

  • Von Oliver Schreiber
  • 06. Aug. 2009 | 14:51 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Oliver Schreiber
  • 06. Aug. 2009 | 14:51 Uhr
  • 14. Juni 2022
Anzeige
Celle Stadt.

Karim Haggui, Constant Djakpa, Valdet Rama – die Neuzugänge von Fußball-Bundesligist Hannover 96 zählen nicht gerade zu den spektakulären Transfers der Bundesliga-Geschichte, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Ganze 400000 Leihgebühr (für Djakpa) haben die Roten investiert. Und das nach einer ziemlich verkorksten vergangenen Saison, in der die Hannoveraner erst im Schlussspurt der Abstiegszone entflohen.

Hinzu kommt das blamable Pokal-Aus bei Viertligist Eintracht Trier und eine eher durchwachsene Vorbereitung mit vielen Verletzungsproblemen. Bereits vor dem ersten Spiel bei Hertha BSC Berlin brodelt’s bei 96, insbesondere Trainer Dieter Hecking steht mächtig unter Druck, das Umfeld kocht. In den Augen der Fans ist Hecking der Sündenbock, vor allem nach dem unwürdigen Abschied von Publikumsliebling Michael Tarnat ist er bei ihnen unten durch.

Hecking weiß um diese Brisanz und geht im CZ-Interview in die Offensive. „Das Pokal-Aus ist nicht wieder gut zumachen. Darüber sind wir uns schon im Klaren und das ärgert uns alle nach wie vor. Mit einer anderen Leistung können wir gegen Hertha zeigen, welches Potenzial die Mannschaft wirklich hat und so ein positives Zeichen in Richtung Fans setzen. Die Fans werden ein anderes Gesicht von 96 sehen“, gibt sich der Coach kämpferisch.

Dabei ist das Gesicht der Roten fast unverändert. Die Führungstroika mit Präsident Martin Kind, Sportdirektor Jörg Schmadtke und Hecking vertraut – wohl oder übel – dem Kader der Vorsaison, auch wenn dieser oftmals den Nachweis der Bundesliga-Tauglichkeit schuldig blieb. Dies gilt vor allem für die Abwehr, der bedauernswerte Nationaltorwart Robert Enke stand in der Schießbude der Liga.

Enkes Verbleib in Hannover ist die wichtigste Personalie vor dieser Spielzeit. Im neuen 4-4-2-System mit Mittelfeldraute soll und muss vor allem das Defensivverhalten verbessert werden. In der Vierer-Abwehrkette dürfte Steven Cherundolo rechts gesetzt sein, links hat der Lachendorfer Konstantin Rausch noch leichte Vorteile gegenüber Neuerwerb Djakpa. In der Innenverteidigung wird der Partner von Christian Schulz gesucht, den Hecking vom Mittelfeld ins Abwehrzentrum beorderte und damit einen Volltreffer landete. In der Vorbereitung spielte Karim Haggui, Mario Eggimann verfügt aber über ein höheres Potenzial. Vinicius ist hier bestenfalls nur die Nummer vier, zumal auch Leon Andreasen eine Alternative darstellt.

Der Däne kämpft im Mittelfeld auf der Sechser-Position mit Hanno Balitsch und „Urgestein“ Altin Lala um einen Stammplatz. Hinter den Spitzen ist Arnold Bruggink nach einer starken Rückrunde gesetzt. Auf den Halbpositionen haben rechts Jan Rosenthal und links Jacek Krzynowek die besten Karten.

Große Sorgen hatte 96 in der Vorbereitung im Angriff. Der wichtigste Stürmer Jan Schlaudraff verbringt mehr Zeit in Rehazentren als auf Fußballplätzen. Mike Hanke und Mikael Forssell hatten ebenfalls Verletzungsprobleme und sind nicht in Form. Damit steigen die Chancen für Kult-Kicker und Allzweckwaffe Jiri Stajner.

Prognose: Für 96 ist der Start ganz entscheidend. Geht der nach hinten los, dürfte Trainer Dieter Hecking auf Grund des brodelnden Umfeldes nicht mehr zu halten sein. Die Roten landen zwischen Platz 10 und 14.