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Vortrag : Celler Kolping-Senioren in Brasilien

18:00 05.03.2020
Gelebte Deutsch-Brasilianische Partnerschaft. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
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Celle

Nach Brasilien entführen ließen sich Mitglieder der Kolpingsfamilie Celle-St.-Hedwig und deren Gäste an einem ihrer Vortragsabende – nicht in eine der Metropolen dieses so vielfältigen Landes – sondern in die Kleinstadt Vicosa und in das Trockengebiet des Certao, beides im Nordosten Brasiliens. Zwei Kolpingmitglieder, Marcus Wiglenda und Otmar Flucke berichteten mit Hilfe von Lichtbildern und Videos über Begegnungen und Eindrücken ihrer dreiwöchigen Reise zu mehreren Kolpingsfamilien in den drei Bundesstaaten Alagoas, Ceará und Pernambuco. Seit 1976 fördert der Kolping-Diözesanverband Hildesheim Entwicklungsprojekte in den drei genannten Bundesstaaten und seit 2001 wird die Unterstützung und Zusammenarbeit im Rahmen einer Partnerschaft intensiviert.

Kolpinghaus in Eigenregie renoviert

Die Kolpingfamilie in Vicosa hatte sich vorgenommen, ihr Kolpinghaus in Eigenregie zu renovieren. Da war viel Handarbeit angesagt, für die sich Luciano Felix da Silva mit seinen Kolpingbrüdern und den insgesamt fünf Senioren aus dem Bistum Hildesheim nicht zu schade waren, „in die Hände zu spucken“. Luciano war als Austauschpraktikant schon mal ein Jahr im Bistum Hildesheim gewesen und spricht gut deutsch. So fungierten er und sein Bruder als Bauleiter, die ob ihrer Improvisationskunst die Deutschen zuweilen haben staunen lassen.

Gesellige Abende auf der Praca

Untergebracht waren die Senioren einzeln bei Gastfamilien. So konnte man vom Leben dort einiges mitbekommen. Zu Mittag gab es immer ein gemeinsames Essen, zubereitet von den Kolpingschwestern. Die Abende gestalteten sich gesellig, mal auf der Praca (zentraler Platz), mal in der Kirche und im Pfarrhaus, mal bei den Familien mit Bier und Caipirina, oder beim Besuch einer Schulversammlung. Auch der Bürgermeister ließ es sich nicht nehmen, die deutsche Kolpingdelegation zu empfangen und zu bewirten.

Hilfe beim Brunnenbau

Im Anschluss war eine Busreise angesagt, um weitere Kolpingfamilien in der Großstadt Caruarú und im Trockengebiet des Certao kennenzulernen. Die Kleinbauern in den verstreut liegenden Dörfern können von ihren landwirtschaftlichen Erträgen kaum leben. Wenn endlich in der Regenzeit das kostbare Nass die Erde erreicht, muss jeder Tropfen in Zisternen gesammelt werden. Auch beim Brunnenbau und für die Wasserverteilung unterstützt Kolping die Kleinbauern. Beeindruckt vom Leben unter diesen schwierigen Bedingungen und fast erschlagen von der Gastfreundschaft ging die Reise zu Ende.

Von Otmar Flucke