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Vereine Speerspitze aus Munster "gut ausgerüstet"
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Reservistenkameradschaft Wathlingen: Sicherheitspolitik im Fokus

13:03 16.03.2020
Referent Christian Freuding (links) erhielt von Felix Schuermann und Heiko Wolff eine Flasche „Alter Provisor“ als Dankeschön. Quelle: David Guttmann
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Wathlingen

Bereits zum fünften Mal konnte die Reservistenkameradschaft Wathlingen in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Sicherheitspolitik, der Kreisgruppe Celle im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr und erstmalig in diesem Jahr auch mit der Konrad-Adenauer-Stiftung Gäste zu einem sicherheitspolitischen Abendvortrag begrüßen. Sowohl Thema als auch Referent müssen von Interesse gewesen sein, denn obwohl die Veranstaltung erstmalig im großen Saal des 4G-Parks stattfand, war dieser mit 126 Gästen sehr gut gefüllt.

Frieden und Freiheit nicht selbstverständlich

Die gute Planung des Events ist Oberstabsarzt Dr. Felix Schuermann zu verdanken, der den Abend mit einem kurzen Grußwort eröffnete. Zusammen mit Kapitänleutnant d.R. Heiko Wolff und Peter Frank Dietrich erinnerte er die Zuhörer daran, dass die mehr als 70-jährige Phase von Frieden und Freiheit in Mitteleuropa leider nicht selbstverständlich sei, sondern verteidigt werden müsse. Deshalb sei es auch sinnvoll, sich mit Sicherheitspolitik auseinanderzusetzen.

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Veränderte Lage seit Annexion der Krim

Als Referent erläuterte der promovierte Politikwissenschaftler Oberst Dr. Christian Freuding, der bis Mitte 2019 Adjutant der Verteidigungsministerin war, zunächst die veränderte Sicherheitslage, die spätestens seit der Annexion der Krim im Jahre 2014 eingetreten sei, und die daraus resultierenden Konsequenzen für eine Bundeswehr, die zuvor zwei Jahrzehnte lang zugleich auf Einsätze im Ausland und Kostenersparnisse ausgerichtet worden sei: „Eigentlich drehte sich bis dahin in der Bundeswehr, auch bei der Beschaffung, alles um den Afghanistan-Einsatz.“ Dies habe sich seitdem fundamental geändert. „Mittlerweile zeigen die Trendwenden – bessere Ausstattung mit Material, Personal und Finanzen – erste Erfolge.“

Panzerlehrbrigade Speerspitze der Nato

Oberst Dr. Freuding spüre dies als Kommandeur der Panzerlehrbrigade 9 schon sehr konkret in seinem Bereich. Denn seine Brigade sei die Speerspitze der Nato und derzeit gut ausgerüstet. Sie habe als ausgewählter Großverband einen ganz besonderen Auftrag und sei für die Nato sehr wichtig. Sie müsse als schnelle Eingreiftruppe innerhalb von 48 bis 72 Stunden an die Flanken des Bündnisses verlegen können.

Material von anderen Verbänden leihen

Allerdings musste sich die Panzerlehrbrigade 9 für ihren Auftrag „schnelle Eingreiftruppe“ im vergangenen Jahr und für die Zertifizierungsübungen der Nato im Jahr zuvor noch Material von anderen Verbänden „zusammenleihen“. Insgesamt konnte der Auftrag zur Zufriedenheit der „genau hinschauenden“ Nato-Partner dann jedoch sehr erfolgreich absolviert werden und, man habe „viele Erfahrungen gemacht und verlorene Fähigkeiten wiedererlernt“.

Marine profitiert von Reservisten der Bundeswehr

Oberst Freuding ging auch auf die mittlerweile nicht mehr wegzudenkende extrem wichtige Rolle von Reservisten zur Unterstützung der Bundeswehr ein. Hierzu passend berichtete Oberleutnant zur See S. Siebert in der anschließenden Diskussion, dass die derzeit stark mit Personalmangel kämpfende Marine enorm durch Reservisten profitiere. Auf seiner Fregatte machten diese zuletzt mehr als 10 Prozent der Besatzung aus.

Unter großem Beifall der Teilnehmer und Übergabe eines Dankeschön-Geschenkes wurde der Referent verabschiedet. Der sechste sicherheitspolitische Wathlinger Abendvortrag wird im Februar 2021 stattfinden.

Von David Guttmann

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