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Offenes Wochenende: Kulturkreis Faßberg öffnet Ateliers

08:42 13.08.2021
 Inge Gerlach (von links) leitet Ilona Kellmann an, ihre Stiefmütterchen in Aquarell zu malen
 Inge Gerlach (von links) leitet Ilona Kellmann an, ihre Stiefmütterchen in Aquarell zu malen Quelle: Fremdfotos/eingesandt
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Faßberg

Die heimischen Künstler gewährten wieder einen Blick in ihre Ateliers und ließen sich über die Schultern schauen. 2020 fiel das Offene Atelier-Wochenende der Pandemie zum Opfer und umso mehr freuten sich die Künstler wieder ihre Pforten öffnen zu können. Leider war wieder Grillwetter angesagt und so hielt sich am Sonnabend der Andrang in Grenzen. Jedoch am Sonntag waren zahlreiche Kunstfreunde in Faßberg und Südheide unterwegs, um sich die Kunstwerke anzuschauen. Nur wenige Künstler hatten Corona bedingt ihre Ateliers geöffnet und so konzentrierte sich der Andrang in Müden in der historischen Wassermühle an zwei Orten. Denn neben der begleitenden Ausstellung im Ausstellungssaal hatte sich Inge Gerlach mit einer Mitmachaktion niedergelassen.

Unter den Augen des „Meisters“ Georg Robrecht (von links) malte der junge Künstler Mattis Robert das Acrylbild „Am Strand“ des „Meisters“ in Wasserfarben ab Quelle: Kulturkreis Faßberg

Sie hatte alles für die Aquarellmalerei mit gebracht, um „Nachwuchskünstlern“ die Chance zu geben, etwas von der Malerin zu lernen. Hier hatte Ilona Kellmann ihre Ideen von blühenden Stiefmütterchen skizziert und war nun dabei, unter fachfraulicher Anleitung die Blüten mit Farbe aufzufüllen. Das ist bei Aquarell ein abendfüllendes Programm, denn die Farben müssen zwischendurch stets trocknen. Darüber hinaus war der erkrankte Dr. J. B. Patnaik zeitweise im Ausstellungssaal der Mühle anwesend.

Zweiter Ort ist altes Sägewerk

Der zweite Ort in der Mühle ist das alte Sägewerk. Hier hatten sich gleich fünf Künstler nämlich Marlis Birk, Klaus Weber, Peter Gijsbert Verweij sowie Isolde und Gert Foede niedergelassen, um ihre Kunstwerke zu zeigen. Marlis Birk hatte wieder jede Menge bunte Kleinigkeiten mitgebracht, denn bei ihr steht nicht die Malerei im Mittelpunkt, sondern die Malerei ist Teil ihrer Schaffenskunst. Schon immer hat es ihr Freude bereitet, aus unterschiedlichsten Materialien kleine Kunstgegenstände herzustellen, die häufig auf den Gabentischen Platz finden.

Peter Gijsbert Verweij (von vorne) erläutert Bäckermeister Michael Hoffman und dem Vorsitzenden des Kulturkreises Faßberg Lothar Kuhlmann seine Kollage mit der Vermüllung des Meeres Quelle: Fremdfotos/eingesandt

Die Landschaftsbilder von Klaus Weber aus Faßberg fallen stets ins Auge, denn sein Lieblingsmotiv ist die Lüneburger Heide, in der sich der Mitte-Achtziger sehr oft aufhält. Hier lässt er seine Augen schweifen und so finden Wachholder, Kiefern und Birken neben dem Heidekraut Platz in seinen Heidebildern. Bei seinen zahlreichen Spaziergängen wird der Hobby-Maler, der erst im Rentenalter zu Pinsel und Ölfarbe griff, durch die Vielfalt der Natur inspiriert. Hierbei holt sich Klaus Weber auch die Anregungen, um diese dann in seinem Atelier auf der Leinwand in Öl festzuhalten.

Augenmerk auf Beelitz Heilstätten

Gert Foede hat Augen, die besonders das sehen, was dem gemeinen Auge oft verborgen bleibt. Aber mit einem Druck auf den Auslöser seiner Kamera hält er solche Momente fest und speichert diese für die Ewigkeit. Dieses Mal galt sein Augenmerk den Beelitz Heilstätten, deren Gebäude weiter zerfallen. Diese Heilstätten waren von der Landesversicherungsanstalt Berlin in den Jahren von 1898 bis 1930 errichtet worden und dienten als Lungenheilstätten einem der größten Krankenhauskomplexe im Berliner Umland.

Der Vorsitzenden des Kulturkreises Lothar Kuhlmann (stehend) begrüßte die Gäste Quelle: Fremdfotos/eingesandt

Seine Ehefrau Isolde hat sich seit vielen Jahren der Porzellanmalerei hingegeben. Ausgangsgegenstand ihrer Kunstwerke sind oft Porzellantiere oder auch das täglich oder „sonntägliche“ Geschirr. Aus einem einfachen weißen Teller wird dann ein farbenfroher Untersatz. Bei dieser Aufglasurmalerei nutzt sie beispielsweise Metalloxide oder Farbpulver und rührt diese mit Dicköl oder einem anderen Medium an, um dann die Farbe mit feinsten Pinseln aufs Porzellan zu bannen. Bei rund 850 Grad Celsius wird dann die Farbe im Brennofen sogar Spülmaschinenfest verewigt.

Geboren in Amsterdam, seit 50 Jahren in Diesten

Peter Gijsbert Verweij ist in Amsterdam geboren und wohnt seit rund 50 Jahren in Diesten. Seine Kollagen machen auf unsere Wohlstandsgesellschaft aufmerksam. Sein Hauptaugenmerk liegt in der Vermüllung der Meere und so nutzt er diesen „Müll“, um daraus seine Kollagen zu gestalten. Hierzu schneidet er beispielsweise mit einer Nagelschere filigrane kleine Fische aus bunten Aludosen aus. Auch In Unterlüß gab es wieder geballte Kunst im und rund ums Albert-König-Museum. Hier haben sich ebenfalls zahlreiche Künstler mit ihren Werken präsentiert.

Eine kleine Ausstellung erinnerte an Friedeborg Jungenmann, die im vergangenen Jahr verstorben war. Im Museum hatten darüber hinaus Sabine Manneke und Georg Robrecht ihr Atelier aufgebaut. Bei Georg Robrecht war ebenfalls Mitmachen angesagt und Mattis Robert hatte sich an die Arbeit gemacht, einen echten Robrecht zu kopieren. Er malte das Acrylbild „Am Strand“ in Wasserfarben nach und der ursprüngliche Künstler lobte den Nachwuchs, dass dessen Wolken besser getroffen worden wären.

Die Künstler waren vom Kulturkreis Faßberg zum Essen eingeladen, von links Vera Kuhlmann, Ellen Furken, Stefanie Franke-Fischer, Isolde und Gert Foede, Brigitte Kriegel sowie Lothar Kuhlmann Quelle: Fremdfotos/eingesandt

Sabine Manneke beschäftigt sich neben der Fotografie mit der Malerei. Hier entstand gerade ein Aquarell als „Lebensbaum“. Aber ganz in Blau gehalten wie ein Fluss mit großem Delta. Darüber hinaus hat sie auch Bilder gemalt, deren Farbe aus Kaffee in unterschiedlichen Stärken bestand und wie bei Aquarellen verarbeitet wurde. Eher zufällig war Petra Timmermann aus Bergen dabei. Sie fertigt Karten für jeden Anlass an. Dabei werden die Farben mit selbst angefertigten Stempeln bedruckt oder der Karte wird durch Prägung eine Form gegeben oder auch durch Stanzen werden Muster angefertigt und aufgeklebt.

Die Karten sehen sehr plastisch aus und es lässt sich das Drei-Dimensionale sofort erkennen. Helga Prahler hatte Unterstützung mitgebracht, denn eine Schülerin war mitgekommen. Edith Stöwer hatte bei der Töpferin einen Kurs mitgemacht und freute sich, dabei zu sein. Die Kunstwerke aus Ton waren oft für den Garten geeignet und gingen weg wie warme Semmeln. So stehen seit vergangenem Wochenende in vielen Gärten oder auf manchen Terrassen Stele oder Eulen von Helga Prahler. Für die Kinder gab es am Sonnabend und Sonntag Töpfern mit Kindern, was wieder gut angekommen ist.

Einzele Ateliers hatten geöffnet

Auch einzelne Ateliers hatten geöffnet, darunter auch bei Silke Häußler und Stefanie Franke-Fischer sowie Isabella Colling und Petra Hermann in Hermannsburg. In Bonstorf hatte Michael Espe seine Drechselstube geöffnet, In Willighausen war es Mareike Goltz und Vera Kuhlmann in Müden. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Im Sägewerk in Müden gab es Kaffee und Butterkuchen vom Bäckermeister Michael Hoffmann und im Albert-König-Museum gab es jede Menge Kuchen und Torten.

Nachlese

Eine Woche später fand dann die sogenannte „Nachlese“ statt. Dazu waren die Künstler ins Soldatenheim Schlichternheide „Oase“ in Faßberg eingeladen, um sich im Nachhinein über das Für und Wieder dieses Offenen Atelier-Wochenendes auszutauschen.

Keine größeren Beanstandungen kamen zur Sprache, aber alle Künstler waren voll des Lobes, dass sie endlich wieder ihre Schaffenswerke präsentieren konnten. Darüber hinaus hatte sich ein neues Mitglied eingefunden, denn der junge Grafikdesigner Thomas Weckerle will künftig auch seine Schaffenskunst zeigen.

Von Lothar Kuhlmann

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