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Hermannsburger Schüler führen Stück „Verhext“ am Christian-Gymnasium auf

11:35 23.11.2021
Die Musical-AG am Christian-Gymnasium verzauberte mit „Verhext“ ihr Publikum und regte zum Nachdenken über das Wesen der Wahrheit an.
Die Musical-AG am Christian-Gymnasium verzauberte mit „Verhext“ ihr Publikum und regte zum Nachdenken über das Wesen der Wahrheit an. Quelle: Sebastian Salie
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Hermannsburg

Wie schwierig es mit der Wahrheit sein kann, thematisierte die Musical-AG des Christian-Gymnasiums mit ihrem Stück „Verhext“, das kürzlich an zwei Abenden in der Schul-Aula zur Aufführung kam. Diese Auseinandersetzung gelang den Schülern wirklich gut.

Zauberer täuscht Bevölkerung

Die Geschichte dreht sich um die Freundschaft zwischen zwei Hexen, die auf den ersten Blick gegensätzlicher nicht sein könnten: Auf der einen Seite die hübsche Glinda (Charlotte Wittenburg), der nichts wichtiger ist, als bei anderen beliebt zu sein, die aber nicht besonders gut zaubern kann; auf der anderen Elphaba (Alina Thielmann), die nicht dem Schönheitsideal der Zauberwelt Oz entspricht und die nicht viel auf die öffentliche Meinung gibt, aber eine talentierte Magierin ist. Letzterer Eigenschaft verdankt sie einen Vorstellungstermin bei dem Zauberer von Oz (Damiano Kauschinger), von dem sie sich endlich Kontakt zu jemandem erhofft, der sie versteht. Als sich jedoch herausstellt, dass dieser Zauberer unter Mitwirkung der Schulleiterin Madame Akaber (Jule Marie Pufal) die Bevölkerung bewusst täuscht, um sie unter Kontrolle zu halten, widersetzt sich Elphaba dem falschen Spiel. Daraufhin wird sie in der Öffentlichkeit als böse Hexe dargestellt und wahrgenommen. Dies hat Verwicklungen zur Folge, in deren Zuge sie vermeintlich getötet wird, was aber nur ein Täuschungsmanöver ihrerseits ist, um der Verfolgung durch den Zauberer zu entgehen. Der erfährt zum Schluss, dass er in Wirklichkeit Elphabas Vater ist und glaubt, für den Tod seiner eigenen Tochter verantwortlich zu sein. Dabei lebt sie glücklich mit ihrem Liebsten Fiyero (Erik Brockelmann) weiter.

Verwandlung als zweites Motiv

Fiyero war zunächst in Glinda verliebt, hat sich aber im Laufe der Handlung vom unbekümmerten Pennäler zum verantwortungsbewussten Mann entwickelt und Elphabas wahre Natur erkannt, was ihm letztlich nicht nur ihre Liebe, sondern auch die Verwandlung in ein Zauberwesen einbringt. Damit repräsentiert er das zweite Motiv des Stücks: das der Verwandlung. Ähnlich wie er verwandeln sich der Lehrer Dr. Dillamond (Jamie Justin Webb) und der kleine Moq (Rian Wehr). Die im Rollstuhl sitzende Nessarose (Lara Kaschemekat) kann durch die Hilfe Elphabas plötzlich gehen, Glinda gewinnt charakterlich dazu und das Verhältnis zwischen ihr und Elphaba verwandelt sich von offener Ablehnung zu inniger, wenn auch heimlicher Freundschaft. Die Wahrheit ist also nicht nur eine Frage der Perspektive, sondern auch an sich veränderlich.

Arbeitsgemeinschaften wirken zusammen

So komplex die Handlung anmutet, so eingängig und leicht kam sie im Rampenlicht daher. Neben den von Fanny Mae Mischuretz erarbeiteten Choreografien sorgte hierfür zum einen das Skript, das – wie auch das Plakatdesign – die Darstellerin Elphabas, Alina Thielmann, erstellt hat; zum anderen lag es an der mit Leidenschaft und Professionalität dargebotenen Leistung der Akteure auf und hinter der Bühne. Zusammen mit der Musical-AG wirkten die Arbeitsgemeinschaften Bühnenbild, Chor, Maske, Technik und Zumba sowie mehrere Einzelpersonen aus Schüler- und Lehrerschaft unter der Gesamtleitung Christin Hiestermanns und Laura Prüsers am Gelingen der Aufführung mit – insgesamt über 30 Personen waren beteiligt.

Berührendes und geistreiches Projekt

Dass solch ein Projekt vor dem Hintergrund der Corona-Lage, die die Vorbereitungen und Proben für lange Zeit unmöglich gemacht hatte, nach insgesamt zweieinhalb Jahren überhaupt stattfinden konnte, wirkt schon beeindruckend. Dafür, dass es dann auch noch solch eine zugleich unterhaltsame, berührende und geistreiche, zum Infragestellen von Wirklichkeiten einladende Aufführung wird, gibt es in Wahrheit nur ein Wort: magisch.

Von Sebastian Salie

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